Düngung aktuell

04.07.2011

Bodenproben

Bodenproben dienen der Düngungsoptimierung. Bereits hat die Saison für Bodenuntersuchungen nach der Ernte begonnen!

Mit dem frühen Beginn der Getreideernte beginnt bereits jetzt die optimale Zeit für die Probenahme im Ackerland. Zwei Hauptgründe gibt es, Bodenproben auf Nährstoffe hin zu analysieren:

  • Die genaue Kenntnis des Nährstoffgehaltes im Boden erlaubt eine Optimierung der Grunddüngung. Die vergangene Düngungspraxis z.B. innerhalb einer Fruchtfolge wird überprüft, um langfristig Anreicherung oder Verarmung der Nährstoffvorräte im Boden zu vermeiden - im Interesse der Ertrags- und Qualitätssicherheit.
  • Im ÖLN werden Bodenuntersuchungen von allen düngbaren Bewirtschaftungsparzellen mindestens alle zehn Jahren verlangt.

Der zehnjährige Turnus macht aus pflanzenbaulicher Sicht bei Dauergrünland Sinn, im intensiven Ackerbau sind Bodenproben mindestens innerhalb einer Fruchtfolge oder nach fünf bis sieben Jahren angebracht, möglichst nach der gleichen Kultur in der Fruchtfolge.

Keinen Sinn machen Bodenproben dort, wo keine Düngung zulässig ist oder wo die Steuerung der Nährstoffversorgung im Boden nicht über eine gezielte Düngung erfolgen kann. Deshalb sind folgende Flächen von der Bodenprobepflicht im ÖLN ausgenommen:

  • Flächen mit Düngungsverbot (extensive Wiesen im Öko-Ausgleich, Streuland oder Flächen in Schutzzonen)
  • Wenig intensiv genutzte Wiesen (falls Öko-Ausgleichsfläche)
  • Dauerweiden = Naturwiesen mit ausschliesslicher Weidenutzung

Vorgehen

Die einzelnen Proben sind pro Bewirtschaftungseinheit (Schlag, Parzelle) an mindestens 20 Einstichstellen mit einer Bodensonde zu entnehmen. Wichtig: In Naturwiesen und Weiden bis auf eine Tiefe von 10 cm, im Ackerland bis 20 cm! Davon ist eine Mischprobe von gut einem kg Erde pro Einheit in einen Plasticsack abzufüllen.
Bei grossen Schlägen und sehr unterschiedlichen Bodenverhältnissen sind die Flächen so zu unterteilen, dass Einheiten mit ähnlicher Bodenstruktur zusammengefasst sind. Es kann davon ausgegangen werden, dass Flächen mit identischen Bodeneigenschaften bei uns wohl kaum mehr als zwei bis drei Hektar umfassen.

Zeitpunkt der Probenahme

Optimaler Zeitpunkt der Probenahme ist nach der Ernte der Hauptkultur im Sommer / Herbst oder vor einer Neuansaat bzw. Pflanzung. Auf jeden Fall muss die Probenahme vor einer Düngung mit Mineral-, Hof- oder Recyclingdünger erfolgen. Im Dauergrünland dürfte dies für den grössten Teil ausgangs Winter der Fall sein, um während der Vegetationszeit Einflüsse durch Hofdüngergaben oder Weidegang auszuschliessen.

Material für Bodenproben

Das für die Probenahme erforderliche Zubehör steht bei jeder Landi zur Verfügung (Begleitformular, Plastiksäcke, Probenstecher). Die Bodenproben können anschliessend dort deponiert werden. Von diesen Sammelstellen werden die Proben in regelmässigem Turnus ins Bodenlabor geführt.



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