Zweite N-Gabe in Wintergetreide

01.04.2008
Ende September gesäter Winterweizen im EC30/31

Ende September gesäter Winterweizen im EC30/31

Frühgesätes Wintergetreide dürfte bereits diese Woche das 1-Knotenstadium (EC31) erreichen. Damit stellt sich für einmal mehr die Frage nach dem optimalen Einsatzzeitpunkt der zweiten N-Gabe sowie deren Bemessung. Entscheidend für den optimalen Einsatzzeitpunkt der zweiten N-Gabe sind neben der Bestandesdichte vor allem der Ernährungszustand bzw. die N-Versorgung der schwächeren Triebe. Beginnen diese Triebe sich aufzuhellen bzw. gelb zu werden, ist der optimale Düngezeitpunkt für die zweite Gabe erreicht. Um den optimalen Düngezeitpunkt nicht zu verpassen, müssen die Getreidebestände in den kommenden Tagen und Wochen aufmerksam beobachtet werden.

Empfehlungen zu Winterweizen

 

Optimale Weizenbestände sollten jetzt, zu Beginn des Schossens (EC29/30) bis ins 1-Knotenstadium (EC31), 450 bis 550 (600) kräftige Triebe/m2 aufweisen. Höhere Bestandesdichten lassen sich unter unseren Standortsverhältnissen kaum ausreichend ernähren und sind daher zu vermeiden. Als kräftig sind nur Triebe zu betrachten, die je nach Entwicklungsstand über mindestens drei bzw. vier Blätter verfügen und die den Namen „kräftig“ auch verdienen.
Sobald sich die schwächeren Triebe aufzuhellen beginnen, sind im Normalfall dieses Jahr rund 60 - 70 kg N/ha zu verabreichen. In üppigeren Beständen mit mehr als 550 bis 600 Trieben/m2 sollte mit der zweiten Gabe länger zugewartet werden, damit überschüssige Triebe sicher zurückgebildet werden, im längsten Fall bis ins EC 32 (2-Knotenstadium).
In sehr dünnen Beständen mit weniger als 400 Trieben/m2 ist die zweite Gabe zu verabreichen, sobald sich an den schwachen Trieben bzw. an den älteren Blättern erste Aufhellungen zeigen. Solche Bestände dürfen keinesfalls hungern, jeder gute Trieb zählt! In solchen Beständen ist die zweite N-Gabe jedoch entsprechend zu reduzieren.
In Gebieten mit regelmässiger Vorsommertrockenheit kann es sich lohnen, die zweite und dritte N-Gabe zusammenzufassen und in einer Gabe auszubringen. In diesem Fall empfiehlt sich der Einsatz des stabilisierten Stickstoffdüngers ENTEC. Gegenüber einer üblichen zweiten N-Gabe ist die Einsatzmenge um 30 - 40 kg/ha zu erhöhen. Wer diesbezüglich lieber Harnstoff einsetzen möchte, muss darauf achten, dass nach dem Ausbringen feuchte Bedingungen herrschen, ansonsten ist von diesem Dünger eher abzuraten!
Achtung: Langsam wirkende N-Dünger (ENTEC, Harnstoff und Gülle) sollten gegenüber den genannten Düngeterminen um 7 - 10 Tage vorgezogen werden.

Und bei Gerste, Roggen und Triticale?

In Gersten-, Roggen- und Triticalebeständen gelten ähnliche Grundsätze wie bei Weizen. Optimale Bestände sollten jetzt rund 500 - 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, zweizeilige Gerste 700 - 1000.
Auch hier sollte die zweite N-Gabe erfolgen, wenn die überschüssigen Triebe deutliche Reduktionsprozesse aufweisen. Besonders wichtig ist dies, wie bereits erwähnt, in üppigen Beständen. In der Regel sollte aber auch hier die zweite N-Gabe spätestens im EC32 (2-Knotenstadium) ausgebracht werden. Bei Gerste kann im Extremfall sogar bis ins EC33 (3-Knotenstadium) zugewartet werden!
Im Normalfall sind als zweite N-Gabe 50 - 60 kg einzusetzen. In dünnen bzw. lückigen Beständen, die im Durchschnitt weniger als 400, bei zweizeiliger Gerste weniger als 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, sollte die zweite Gabe ebenfalls entsprechend reduziert werden. Auch hier besteht die Möglichkeit die zweite und dritte N-Gabe zusammenzulegen und in einer Gabe in Form von ENTEC oder Harnstoff auszubringen. In diesem Fall sollte die zweite N-Gabe um 20 - 30 kg/ha erhöht werden. Sind auch hier die Witterungsbedingungen nach dem Ausbringen nicht optimal (zu trocken), sollte von Harnstoff als Düngemittel Abstand genommen werden!



Zusätzliche Informationen zum Inhalt