Nmin-Zuckerrüben – meist hohe Kopfgaben erforderlich, bei Spätsaaten auf 30 kg N/ha beschränken

16.05.2008
Zuckerrüben im 6-Blattstadium

Zuckerrüben im 6-Blattstadium

Die Rübensaat gestaltete sich dieses Frühjahr aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse wieder einmal als sehr schwierig. Die Saatzeitpunkte mussten richtig gehend dem Wettergeschehen abgerungen werden. Die Saatperiode war dementsprechend lang und reichte von Ende Februar bis Anfang Mai mit zwei Saatschwerpunkten Ende März/Anfang April sowie Ende April/Anfang Mai. Entsprechend gross sind jetzt auch die Entwicklungsunterschiede, sie reichen vom Keimblattstadium bis hin zum 6-Blattstadium. Vieles erinnert damit stark an das Jahr 2006, wo wir mit vergleichbaren Bedingungen zu kämpfen hatten.
Nun liegen endlich die Nmin-Resultate aus den 21 Zuckerrübenparzellen unseres neuen kantonalen Nmin-Beobachtungsnetzes vor.
Aufgrund der extrem hohen Niederschlagsmengen im März und April (verstärkte Auswaschungsverluste und Denitrifikationsverluste) sowie der kühlnassen Witterung (verminderte Mineralisation) liegen die Nmin-Werte in den Zuckerrübenparzellen wie erwartet tief. Im Durchschnitt werden in Zuckerrübenparzellen bis in eine Bodentiefe von 60 cm nur gerade 75 kg N/ha gemessen. Die Nmin-Werte schwanken zwischen 43 bis 115 kg N/ha.
In mehr als 75 % aller untersuchten Parzellen mussten Kopfgaben von 55 bis zur kulturspezifischen Maximalgabe von 70 kg N/ha empfohlen werden. Aufgrund dieser Resultate müssen in Zuckerrüben dieses Jahr eher hohe Kopfgaben empfohlen werden. Dies gilt jedoch nur für „frühgesäte“ Bestände, denen noch eine ausreichend lange Vegetationszeit zur Verfügung steht, um das Ertragspotential ausschöpfen zu können. Bei Spätsaaten ist dies nicht mehr möglich. Hier ist die Kopfgabe entsprechend zu reduzieren.Aus diesen Gründen empfehle ich dieses Jahr je nach Saatzeitpunkt folgende Kopfgaben:

  • Saaten bis Mitte April: 60 - 70 kg N/ha
  • Spätsaaten max. 30 kg N/ha (Ende Mai abschliessen)

In lückigen Beständen, bei Mist- oder Kompostgaben vor der Saat, bei Kunstwiese als Vorkultur sowie auf Böden mit erhöhtem Humusgehalt sind obige Kopfgaben um 10 - 20 kg N/ha zu reduzieren. Treffen zwei oder mehrere dieser Voraussetzungen zu, so ist die Kopfgabe entsprechend weiter zu reduzieren.

Sofern noch keine borhaltigen Grunddünger eingesetzt wurden, empfehle ich als Kopfdünger den Einsatz von Bor-Ammonsalpeter. Bei längeren Trockenheitsphasen während der Kulturzeit kann es erfahrungsgemäss immer wieder zu Engpässen in der Bor-Versorgung kommen. Um solchen Engpässen vorzubeugen, muss Bor zusätzlich in flüssiger Form über das Blatt appliziert werden. Dazu eignen sich beispielweise Solubor (3 kg/ha) oder Bortrac (2 l/ha). Um eine gute Wirkung zu erzielen, muss während der Applikation aber ausreichend Blattmasse vorhanden sein.



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