Nmin-Resultate Mais 2008 – ähnlich hohe Kopfgaben wie 2007!

28.05.2008
Mais im 4-Blatt-Stadium

Mais im 4-Blatt-Stadium

Dank lang anhaltender Schönwetterperiode konnte der Grossteil der Maisfelder in der letzten Aprilwoche sowie in den ersten beiden Maiwochen gesät werden. Die Mehrheit der Bestände befindet sich entwicklungsmässig zwischen dem 2-Blatt- und dem 6-Blattstadium. Frühere Saaten bzw. Saaten ohne vorherige Futternutzung erreichen zum Teil schon das beginnende 8-Blattstadium!
Damit ist es höchste Zeit, die Frage über die Bemessung der diesjährigen Kopfgabe zu beantworten.
Zu diesem Zweck wurden über das vergangene Wochenende Nmin-Proben aus 24 Maisparzellen unseres Beobachtungsnetzes entnommen und ausgewertet.Die Resultate zeigen, dass die aktuellen Nmin-Werte (= pflanzenverfügbarer Stickstoff im Boden) dank idealer Witterungs- und Wachstumsbedingungen doch höher liegen als ursprünglich erwartet. Im Durchschnitt werden in den beprobten Maisparzellen bis in eine Bodentiefe von 60 cm Nmin-Werte von rund 115 kg N/ha (Median: 100 kg N/ha) gemessen. Es muss jedoch betont werden, dass die Nmin-Werte mit 34 bis 307 kg N/ha auch dieses Jahr stark schwanken.Die Empfehlungen für die Kopfgabe reichten entsprechend von Null (= keine Kopfgabe nötig) bis hin zur kulturspezifischen Maximalgabe von 110 kg/ha. In rund 85 % der untersuchten Maisparzellen lagen die Empfehlungen zwischen 0 und 65 kg N/ha.
Aufgrund dieser Resultate sind bei Mais dieses Jahr ähnlich hohe Kopfgaben nötig wie 2007. In den meisten Fällen dürften Sie mit einer Kopfgabe von 50 - 70 kg N/ha richtig liegen.
Bei reichlicher Zufuhr von organischen Düngern (Mist oder Kompost), bei hohen N-Handelsdüngergaben zur Saat (über 40 kg N/ha), bei Kunst- bzw. Naturwiesen als Vorkultur sowie auf Böden mit erhöhtem Humusgehalt ist die Kopfgabe um 10 - 20 kg zu reduzieren. Treffen zwei oder mehrere der erwähnten Voraussetzungen zu, sollte die Kopfgabe entsprechend weiter reduziert werden.Einzelgaben über 60 kg N/ha sind aufzuteilen und im Abstand von 10 – 14 Tagen auszubringen, um mögliche N-Verluste klein zu halten. Werden Harnstoff oder Gülle, welche bekanntlich ein erhöhtes Risiko für Ammoniakverluste aufweisen, zur Kopfdüngung eingesetzt, müssen diese unter trockenen Bedingungen unbedingt eingearbeitet werden, oder man wartet mit der Ausbringung zu bis kurz vor einem Regenereignis. Wird Ammonsalpeter eingesetzt, sollten die Pflanzen während der Ausbringung stets abgetrocknet sein, um das Verbrennungsrisiko gering zu halten.



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