Zweite N-Gabe in Wintergetreide - Empfehlungen 2009

07.04.2009
Dünner Winterweizenbestand ausgangs Bestockung (EC 28/29) in Flaach am 6.4.2009 - Schossergabe auf 50 kg N/ha beschränken

Dünner Winterweizenbestand ausgangs Bestockung (EC 28/29) in Flaach am 6.4.2009 - Schossergabe auf 50 kg N/ha beschränken

Die ersten Getreidebestände haben entgegen allen Erwartungen termingerecht mit Schossen (= EC 30) begonnen. Damit ist es höchste Zeit sich Gedanken über die zweite N-Gabe zu machen.

Winterweizen - Bestandesdichte entscheidet über die Höhe der zweiten N-Gabe

Optimale Weizenbestände sollten jetzt - ausgangs Bestockung/Beginn Schossen (EC 29/30) - zwischen 450 und 550 (600) kräftige Triebe/m2 aufweisen. Unter kräftig versteht man Triebe, die über mindestens 3-4 Blätter verfügen und die den Namen kräftig auch verdienen!
Früh- und Normalsaaten werden dieses Jahr die optimale Bestandesdichte sicherlich erreichen. Spätsaaten hingegen, die sich zurzeit sehr dünn präsentieren, dürften die optimale Bestandesdichte wahrscheinlich nicht oder nur knapp erreichen. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen im März von über 200 % der durchschnittlichen Niederschläge, sollte die zweite N-Gabe dieses Jahr infolge Auswaschungen und eingeschränkter N-Mineralisation besser vorgezogen werden. Es besteht zudem wenig Gefahr, dass die Bestände dieses Jahr durch das Vorziehen der zweiten Gabe zu üppig werden. 
In optimalen Beständen (Früh- und Normalsaaten) empfehle ich Ihnen als zweite N-Gabe 60 - 70 kg N/ha, in schwachen Beständen mit weniger als 450 kräftigen Trieben/m2 (Spätsaaten) 40 - 60 kg N/ha. Sollte es entgegen den Erwartungen doch üppigere Bestände geben, welche über 600 Triebe/m2 aufweisen, sollte mit der zweiten N-Gabe ausnahmsweise zugewartet werden, bis die schwächeren Triebe deutliche Reduktionsprozesse aufweisen, sprich „gelb“ werden.
Als kostengünstige Variante ist der Einsatz von Harnstoff zu empfehlen, ebenfalls geeignet ist der Einsatz von Gülle mittels Schleppschlauchverteilung.
In Gebieten mit regelmässiger Vorsommertrockenheit hat es sich bewährt, die zweite und dritte N-Gabe zusammenzufassen und in einer Gabe auszubringen. In diesem Fall ist die N-Gabe um 30 - 40 kg N/ha zu erhöhen. Als Dünger empfehle ich hier den Einsatz von ENTEC oder Harnstoff. Letzterer sollte jedoch nur ausgebracht werden, wenn unmittelbar danach ein moderates Niederschlagsereignis folgt.

Wintergerste, -roggen und -triticale - zweite N-Gabe dieses Jahr vorziehen

Diese Getreidearten werden in der Regel vor Winterweizen gesät. Die Bestände befinden sich in frühen Lagen bereits mehrheitlich im Schossen (EC 30). So gilt es auch hier baldmöglichst die zweite N-Gabe zu verabreichen, sofern dies nicht bereits erfolgt ist.
Optimale Gersten-, Roggen- und Triticalebestände sollte jetzt zwischen 500 und 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, zweizeilige Gerste zwischen 700 - 900. Die meisten Bestände dürften das Optimum derzeit problemlos erreichen.
Hier sind bei Gerste und bei Triticale 50 - 60 kg N/ha, bei Roggen 40 - 50 kg N/ha als zweite N-Gabe einzusetzen. Aus den gleichen Gründen wie bei Winterweizen ist die zweite N-Gabe dieses Jahr vorzuziehen. Sind die Bestände entgegen den Erwartungen deutlich üppiger, ist auch hier mit der N-Gabe besser zuzuwarten, bis die schwächeren Triebe deutlich gelb werden. In Gebieten mit Vorsommertrockenheit kann wie bei Winterweizen die zweite und dritte Gabe zusammengelegt werden. Dabei ist die zweite N-Gabe um 20 - 30 kg zu erhöhen. Ansonsten gilt das Gleiche wie bei Winterweizen.



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