Getreide - N-Versorgung kurzfristig über Harnstoff-Spritzung sicherstellen

21.04.2009
Winterweizen im EC31/32 mit sichtbarem N-Mangel (Gde. Rüdlingen Kt. SH, 21.4.2009)

Winterweizen im EC31/32 mit sichtbarem N-Mangel (Gde. Rüdlingen Kt. SH, 21.4.2009)

Vielerorts leiden die Getreidebestände zunehmend stärker unter akutem Stickstoffmangel, eine Folge der ausstehenden Niederschläge seit Ende März. Der seit dem ausgebrachte Stickstoff (Bestockungs- oder Schossergabe) konnte sich bisher kaum lösen und gelangte so auch nicht zu den Wurzeln bzw. Pflanzen. Die Wasserversorgung der Bestände selbst ist noch weitgehend sichergestellt. Da auch bis Ende Woche keine nennenswerten Niederschläge angesagt sind, muss jetzt gehandelt werden, bevor grössere Schäden drohen.
Um die Stickstoffversorgung kurzfristig sicherzustellen, muss jetzt der Weg über die Blattdüngung gewählt werden. Als N-Dünger eignet sich dazu einzig Harnstoff und zwar die geprillte (feine) Form! Aufgrund des fortgeschrittenen Entwicklungsstandes dürfen jetzt in Getreide höchstens 50 kg Harnstoff/ha und Gabe (= 23 kg N/ha) eingesetzt werden.Wie man eine Harnstofflösung richtig herstellt, sehen Sie nachfolgend:

  • 1. Spritzfass halb mit warmen Wasser füllen (200 - 250 l)
  • 2. Rührwerk laufen lassen
  • 3. Geprillter Harnstoff allmählich zugeben, nicht direkt auf den Filter über der Ansaugöffnung
  • 4. Mit normal temperiertem Wasser auf 400 - 500 l ergänzen

Die Harnstofflösung darf nur früh am Morgen oder am Abend ausgebracht werden, keinesfalls am Mittag im gleissendem Sonnenlicht. Zwecks besserer Pflanzenverträglichkeit sollte die Düngerlösung stets Umgebungstemperatur aufweisen. Aus den gleichen Gründen sollten der Düngerlösung derzeit keinerlei Pflanzenschutzmittel beigefügt werden. Vor Spritzbeginn ist das Rührwerk mind. 2 Minuten laufen zu lassen. Die Ausbringung selbst sollte mit einem möglichst niedrigen Druck erfolgen. Optimal sind 3 - 5 bar.

Die Anwendungsempfehlungen sind unbedingt einzuhalten, ansonsten besteht die Gefahr schwerster Blattverbrennungen.

  •  


Zusätzliche Informationen zum Inhalt