Zuckerrüben – meist kleine Kopfgaben erforderlich

04.05.2009
Zuckerrüben im optimalen Stadium für die Kopfgabe, Gde. Neftenbach, 2.5.2009

Zuckerrüben im optimalen Stadium für die Kopfgabe, Gde. Neftenbach, 2.5.2009

Der durchschnittliche Nmin-Gehalt in den 22 untersuchten Rübenfeldern (0 - 60 cm) unseres Beobachtungsnetzes liegt dieses Jahr bei rund 122 kg N/ha (Schwankungsbereich 43 – 229 kg N/ha). Eigentlich wurden nach dem ausserordentlich trockenen und warmen April Werte wie 2007 erwartet, als im April vergleichbare Witterungsbedingungen herrschten. Damals wurde ein durchschnittlicher Nmin-Gehalt (0 - 60 cm) von 155 kg N/ha gemessen. Der Grund für die tieferen Nmin-Werte 2009 dürfte klar in der sehr frühen Beprobung der Rübenfelder begründet sein. Die meisten Rübenfelder befanden sich während der Probennahme erst im 2-Blattstadium, normalerweise erfolgte die Probenahme bis jetzt immer im 4 - 6 Blattstadium. Wird diese Zeit berücksichtigt, so werden dieses Jahr doch etwa vergleichbare Nmin-Werte erreicht wie 2007. Aufgrund dieser Erkenntnis sind dieses Jahr als Kopfgabe meist nicht mehr als 30 kg N/ha nötig. Auf flachgründigen und steinigen Böden, die eine schlechtere N-Nachlieferung aufweisen, kann die Kopfgabe auf 50 kg N/ha erhöht werden. Wer regelmässig Hofdünger einsetzt oder über humusreiche Böden verfügt, kann dieses Jahr auf die Kopfgabe auch ganz verzichten.
Sofern noch keine borhaltigen Grunddünger eingesetzt wurden, empfehle ich als Kopfdünger den Einsatz von Bor-Ammonsalpeter. Bei längeren Trockenphasen während der Kulturzeit kann es immer wieder zu Engpässen in der Bor-Versorgung kommen. Um solchen Engpässen vorzubeugen, muss Bor zusätzlich in flüssiger Form über das Blatt appliziert werden. Dazu eignen sich beispielsweise Solubor (3 kg/ha) oder Bortrac (2 l/ha). Um eine gute Wirkung zu erzielen, muss ausreichend Blattmasse vorhanden sein. Dies ist auch die Alternative, sollte keine Kopfgabe oder ein borhaltiger Grunddünger verabreicht worden sein.

Sonnenblumen - Kopfgabe ganz weglassen

Auch in Sonnenblumenfeldern ist mit hohen Stickstoffgehalten im Boden zu rechnen. Um negative Auswirkungen allzu hoher N-Mengen zu vermeiden (Krankheitsanfälligkeit, Standfestigkeitsprobleme, verzögerte Abreife), darf Stickstoff in dieser Kultur nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden.
Wer kein Stickstoff zur Saat verabreicht hat, sollte daher als Kopfgabe höchstens 30 kg N/ha ausbringen - oder ganz weglassen.
Was die nötige Borversorgung der Kultur anbelangt, gelten die gleichen Empfehlungen wie bei den Zuckerrüben.
Sonnenblumen haben mit rund 55 kg/ha den höchsten Magnesiumbedarf. Wer die Magnesiumversorgung noch nicht sicherstellen konnte, sollte dies in den kommenden Wochen noch tun. Als Dünger eignen sich Granumag (29%) oder Kieserit (16%). Bei der Bemessung sind Bodenanalysen sowie bereits ausgebrachte magnesiumhaltige Grunddünger zu berücksichtigen.

Getreide - Entwicklungszeitpunkt und die Bestandesdichte am 30. April entscheidet über die Höhe der Abschlussgabe

Gerste und Roggen befinden sich im 2-Knotenstadium (EC 32) bis zum Ährenschieben (EC 55), Weizen und Triticale im 1-Knotenstadium (EC 31) bis Fahnenblattstadium (EC 37-39). Somit ist es Zeit, bei nächster Gelegenheit die Abschlussgabe zu verabreichen, sofern überhaupt noch erforderlich.Infolge Trockenheit im April kam die zweite N-Gabe vielerorts erst verspätet zu Wirkung. Je nach Verspätungsgrad ergeben sich dadurch kleinere oder grössere N-Überhänge in die dritte bzw. in die Abschlussgabe. Bei der Bemessung der Abschlussgabe sollte diese unbedingt berücksichtigt werden. Entscheidend für die Höhe des N-Überhanges ist das Entwicklungsstadium am 30. April 2009: erstmals fielen im ganzen Kanton ausreichend Niederschläge, um den Stickstoff aus der zweiten N-Gabe endlich in Lösung zu bringen und damit pflanzenverfügbar zu machen. Aus Erfahrung reichen zur Auflösung rund 5 mm Regen! Aufgrund des Entwicklungsstandes per Ende April ergeben sich für einen optimalen Weizenbestand folgende Empfehlungen für die Abschlussgabe:

Weizen

  • EC 31: 40 kg N/ha
  • EC 32 : 20 kg N/ha
  • EC 37 : Abschlussgabe weglassen
  • … und für das restliche Getreide, ebenfalls mit optimaler Bestandesdichte:

Gerste/Triticale/Roggen:

  • EC 32: 20 - 30 kg N/ha
  • EC 37 und weiter: Abschlussgabe weglassen!

In dünnen Getreidebeständen unter 400 ährentragenden Halmen/m2 sowie bei zweizeiliger Gerste unter 600/m2 ist die empfohlene letzte Gabe um 20 kg zu reduzieren. Wer zwischendurch eine Blattdüngung mit Harnstoff durchführte, sollte diese N-Menge ebenfalls in Abzug bringen.
Falls die zweite Gabe aufgrund des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums bereits reduziert wurde, ist die Abschlussgabe nicht zu reduzieren.



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