Demnächst die 2. N-Gabe in Wintergetreide fällig

07.04.2011
Winterweizen im Schossen (DC30)

Winterweizen im Schossen (DC30)

Wintergerste und Winterroggen befinden sich in frühen Lagen bereits im 1- Knotenstadium (DC31) und früh gesäter Winterweizen wird in Kürze folgen. Damit stellt sich für einmal mehr die Frage nach dem optimalen Einsatzzeitpunkt der zweiten N-Gabe sowie deren Bemessung.

Empfehlungen zu Winterweizen

Optimale Weizenbestände sollten jetzt, im Schossen/1-Knotenstadium 450 bis 550 (600) kräftige Triebe/m2 aufweisen. Höhere Bestandesdichten lassen sich unter unseren Standortsverhältnissen kaum ausreichend ernähren und sind daher zu vermeiden. Als kräftig sind nur Triebe zu betrachten, die je nach Entwicklungsstand über mindestens drei (DC29) bzw. vier  Blätter (DC30/31) verfügen und die den Namen „kräftig“ auch verdienen.
Sobald sich die schwächeren Triebe aufzuhellen beginnen, sind dieses Jahr im Normalfall rund 60 - 70 kg N/ha zu verabreichen. In üppigeren  Beständen mit mehr als 550 bis 600 Trieben/m2 sollte mit der zweiten Gabe noch zugewartet werden, damit überschüssige Triebe sicher zurückgebildet werden, im längsten Fall bis ins 2-Knotenstadium (DC 32).
In dünnen Beständen mit weniger als 400 Trieben/m2 ist die zweite Gabe zu verabreichen, sobald sich an den schwachen Trieben bzw. an den älteren Blättern erste Aufhellungen zeigen. Solche Bestände dürfen keinesfalls hungern, jeder gute Trieb zählt! In solchen Beständen ist die zweite N-Gabe jedoch entsprechend zu reduzieren.
Als kostengünstige Variante zur Abdeckung der 2. N-Gabe ist der Einsatz von Harnstoff zu empfehlen. Auch Gülle kann eingesetzt werden. Um eine hohe N-Effizienz zu erzielen, sollte Gülle jedoch nur mittels Schleppschlauchverteiler bei nachfolgend feuchten Bedingungen ausgebracht werden.
In Gebieten mit regelmässiger Vorsommertrockenheit hat es sich bewährt, die zweite und dritte N-Gabe zusammenzufassen und in einer Gabe auszubringen. In diesem Fall empfiehlt sich ebenfalls der Einsatz von Harnstoff. Gegenüber einer üblichen zweiten N-Gabe ist die Einsatzmenge um 30 - 40 kg/ha zu erhöhen.
Um gasförmige N-Verluste möglichst klein zu halten, ist auch beim Einsatz von Harnstoff ebenfalls darauf zu achten, dass nach dem Ausbringen feuchte Bedingungen herrschen, insbesondere wenn der Bestand noch nicht geschlossen ist.

Empfehlungen zu Wintergerste, -roggen und -triticale

In Gersten-, Roggen- und Triticalebeständen gelten ähnliche Grundsätze wie bei Weizen. Optimale Bestände sollten jetzt rund 500 - 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, zweizeilige Gerste 700 - 1000.
Auch hier sollte die zweite N-Gabe erfolgen, wenn die überzähligen Triebe deutliche Reduktionsprozesse aufweisen. Besonders wichtig ist dies, wie bereits erwähnt, in üppigen Beständen. In der Regel sollte aber auch hier die zweite N-Gabe spätestens im 2-Knotenstadium (DC32) ausgebracht werden. Bei Gerste kann im Extremfall sogar bis ins 3-Knotenstadium (DC33) zugewartet werden!
Im Normalfall sind als zweite N-Gabe 50 - 60  kg N/ha einzusetzen, bei Roggen 40 - 50 kg. In dünnen bzw. lückigen Beständen, die im Durchschnitt weniger als 400, bei zweizeiliger Gerste weniger als 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, sollte die zweite Gabe ebenfalls reduziert werden.
Auch hier besteht die Möglichkeit die zweite und dritte N-Gabe zusammenzulegen und in einer Gabe in Form von Harnstoff auszubringen. In diesem Fall sollte die zweite N-Gabe um 20 - 30 kg/ha erhöht werden. Gülleeinsatz ist auch hier möglich.



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