N-Düngung Mais, Sonnenblumen und Wintergetreide

11.05.2011
Maisbestand kurz vor der Kopfgabe

Maisbestand kurz vor der Kopfgabe

Hohe Nmin-Werte in Mais - Kopfgaben von 30 kg N/ha reichen

Nun liegen für Mais Nmin-Resultate vor. Wie erwartet werden auch in Maisparzellen dieses Jahr hohe Nmin-Gehalte gemessen. Im Durchschnitt sind es 145 kg N/ha (Median 135 kg N/ha, 0 – 60 cm). Da auch Mais sehr früh beprobt wurde - meist im 2 Blattstadium, dürfte sich der Nmin-Gehalt bis zum Kopfgabetermin im 4-6 Blattstadium um weitere 10 - 20 kg N/ha erhöhen.
Dank der hohen Nmin-Gehalte im Boden kann die Kopfgabe in Mais dieses Jahr stark reduziert werden. Unabhängig vom Saatzeitpunkt empfehle ich Ihnen den Einsatz von 30 kg N/ha. Optimaler Einsatzzeitpunkt ist das 5 – 6 Blattstadium, der N-Bedarf steigt erst im 8- Blattstadium stark an!
Bei reichlicher Zufuhr von organischen Düngern (Mist oder Kompost), bei hohen N-Handelsdüngergaben zur Saat (über 40 kg N/ha), bei Kunst- bzw. Naturwiesen als Vorkultur sowie auf Böden mit erhöhtem Humusgehalt ist die Kopfgabe um 20 kg zu reduzieren. Treffen zwei oder mehrere der erwähnten Voraussetzungen zu, ist die Kopfgabe wegzulassen. Dies gilt auch für Bestände, die zur Saat SwissFarmerPower-Konzentrat erhielten. 
Wird als Kopfgabe Harnstoff oder  Gülle eingesetzt, welche bekanntlich ein erhöhtes Risiko für Ammoniakverluste aufweisen, müssen diese unter trockenen Bedingungen entweder sofort eingearbeitet oder erst unmittelbar vor einem leichten bis mässigen Regenereignis ausgebracht werden. Die Tageszeit ist dabei ebenfalls zu berücksichtigen.     

Sonnenblumen – auf Kopfgaben verzichten

Auch in Sonnenblumenfeldern ist dieses Jahr mit hohen Stickstoffgehalten im Boden zu rechnen. Da ein zu hohes N-Angebot bei Sonnenblumen rasch negative Folgen hat (Krankheitsanfälligkeit, Standfestigkeitsprobleme, verzögerte Abreife), sollte dieses Jahr auf die Kopfgabe besser verzichtet werden. 
Bei längeren Trockenphasen während der Kulturzeit kann es wie bei Zuckerrüben immer wieder zu Engpässen in der Bor-Versorgung kommen. Um solchen Engpässen vorzubeugen, muss Bor zusätzlich in flüssiger Form über das Blatt appliziert werden. Dazu eignen sich beispielsweise Solubor (3 kg/ha) oder Bortrac (2 l/ha). Um eine gute Wirkung zu erzielen, muss ausreichend Blattmasse vorhanden sein.
Sonnenblumen haben mit rund 55 kg/ha den höchsten Magnesiumbedarf. Wer die Magnesiumversorgung noch nicht sicherstellen konnte, sollte dies in den kommenden Wochen noch tun. Als Dünger eignen sich Granumag (29%) oder Kieserit (16%). Bei der Bemessung sind Bodenanalysen sowie bereits ausgebrachte magnesiumhaltige Grunddünger zu berücksichtigen.

Wintergetreide – Empfehlungen zur Abschlussgabe

 

Wintergetreide ist in seiner Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten. Wintergerste und -roggen haben bereits die Ähren geschoben und werden in Kürze mit Blühen beginnen. Weizen befindet sich je nach Saattermin im Fahnenblattstadium (DC37/39) bis ins Stadium des Ährenschiebens (DC51-59)
Somit ist es höchste Zeit, bei nächster Gelegenheit die Abschlussgabe zu verabreichen, sofern sie überhaupt erforderlich ist.
Die  Bemessung der Abschlussgabe richtet sich dieses Jahr nach der Art des N-Düngers, welcher zur zweiten Gabe eingesetzt wurde, bei Einsatz von Ammonsalpeter zusätzlich nach dem Entwicklungsstadium Ende April/Anfang Mai, als nach längerer Trockenheit erstmals wieder nennenswerte Niederschläge gefallen sind.
Wurde Harnstoff als zweite Gabe eingesetzt, der dank Ammoniakbildung in einem dichten Bestand trotz Trockenheit eine relativ gute N-Wirkung erzielt, empfehle ich als
Abschlussgabe 20 - 30 kg N/ha ausbringen. Je weiter der aktuelle Entwicklungstand des Bestandes fortgeschritten ist bzw. je besser die aktuelle Stickstoffversorgung ist, umso niedriger ist die Abschlussgabe zu bemessen. Sind die Ähren einmal geschoben, bringt eine Abschlussgabe keine Ertragsvorteile mehr, lediglich Verbesserungen im Proteingehalt sind noch erzielbar. Falls die 2. und 3. N-Gabe zusammengefasst wurde, erübrigt sich natürlich jegliche Abschlussgabe.
Wurde als 2. N-Gabe Ammonsalpeter eingesetzt und fiel danach kein Regen mehr, blieb der Dünger bis Ende April/Anfang Mai ungenutzt liegen, bis erstmals wieder nennenswerte Niederschläge fielen.  Dadurch ergeben sich kleinere oder grössere N-Überhänge in die Abschlussgabe. Diese müssen bei der Bemessung der Abschlussgabe entsprechend berücksichtigt werden.
Aufgrund des Entwicklungsstandes Anfang Mai sind folgende Abschlussgaben zu empfehlen:

  • DC 33 :  20 kg N/ha
  • DC 37 und weiter:  Abschlussgabe weglassen       

Wurde zur Überbrückung zwischenzeitlich eine Harnstoffspritzung durchgeführt, so ist diese Menge von der Abschlussgabe abzuziehen.



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