Neu: Erdbeeren aus Stellagen-Anbau

12.06.2020

Der Strickhof baut seit diesem Jahr Erdbeeren auf Stellagen an. Diese Produktionsmethode hat viele Vorteile, erfordert aber entsprechendes Know-how. Dieses soll den Lernenden vermittelt werden. 

«Gluschtig» sehen sie aus, die Erdbeeren der Sorte Clery. Flink pflücken Tanja Möckli und Obstbaumeister Ralf Merzenich vom Ausbildungs- und Versuchsbetrieb die knallroten Früchte und legen sie behutsam in die 500-Gramm-Schalen. Es sind die ersten Erdbeeren in diesem Jahr – und die ersten aus Stellagen-Anbau. Am Strickhof ist dieses Produktionssystem seit diesem Jahr im Einsatz. 

Stellagenkulturen sind in der Praxis auf dem Vormarsch, auf immer mehr Obstbaubetrieben sind diese zu sehen. «Deshalb ist es wichtig, dass wir in der Ausbildung diese Anbautechnik abbilden können», erklärt Hagen Thoss von der Fachstelle Obst am Strickhof. So könne man mit einer Klasse im Jahresverlauf diese Anlagen anschauen und den Lernenden ein realistisches Bild dieser Anbautechnik vermitteln. 

Effizient und nachhaltig 

Beim Stellagen-Anbau handelt es sich um eine Hors-sol-Produktion. Die Pflanzen wachsen nicht im Boden, sondern im Substrat in einer Metallrinne, die auf einer Höhe von knapp 1,5 Meter über dem Boden angebracht sind. Nährstoffe und Wasser werden den Pflanzen über einen Schlauch zugeführt. Was sie davon nicht aufnehmen können, wird über eine Drainage-Leitung abgeführt, gesammelt und dann von neuem in den Kreislauf eingespeist, oder in anderen Kulturen verwendet. 

Diese Anbaumethode hat mehrere Vorteile: Die Erdbeeren lassen sich bequem im Stehen pflücken, der Einsatz von Dünger und Wasser ist effizienter, sparsamer und damit nachhaltiger. Zudem ist der Ertrag pro Fläche höher als bei herkömmlichen Bodenkulturen, weil bis zu 3 Sätze angebaut und geerntet werden können. Vor allem aber: Die Erdbeeren können stets am gleichen Ort produziert werden, ohne Probleme mit Wurzelkrankheiten. Im Freiland geht das nicht, weil dort eine Fruchtfolge eingehalten werden muss.  

Nützlinge bekämpfen Schädlinge 

Der Anbau auf Stellagen erfordert hohe Investitionen und setzt entsprechendes Know-how voraus. «Die Anlage muss permanent überwacht werden», erklärt Hagen Thoss. Die optimale Einstellung der Steuerung von Wasser und Nährstoffen sei nicht ganz einfach. 

Vier Erdbeersorten werden aktuell am Strickhof auf Stellagen kultiviert, einmal und immer tragende Sorten. Die Kulturen sind durch ein Regendach geschützt, die Anlage ist vollständig eingenetzt. Die Netze wirken als Barriere und halten Schädlinge wie die Kirschessigfliege oder die Marmorierte Baumwanze fern. In der Anlage kommen Nützlinge wie beispielsweise Raubmilben zum Einsatz. Auf Pflanzenschutzmittel wird weitgehend verzichtet. 



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