Pflanzenschutz aktuell Feldbau 27. Mai

27.05.2020

Ein weiterer Gang ins Feld

Langsam kommen die Nützlinge in den Rüben, Pirimicarb wirkt nur ab 15°. Die Getreidehähnchen verpuppen sich bereits und Weizen der erst jetzt blüht wird nicht von Fusarien befallen, doch sollte man auf Braunrost achten. Der Befall von Blattläusen in Kartoffeln melden und erste Fritfliegen im Mais. Berufkraut jetzt ausreissen, sonst ist’s zu spät.


Zuckerrüben

Blattläuse
Die schwarzen Läuse sind immer noch ein Thema in Zuckerrüben. Nützlinge siedeln sich nur sehr langsam an. Anmerkung: der Wirkstoff Pirimicarb ist in Zuckerrüben für 2 Behandlungen zugelassen. Fakt ist aber auch, dass Pirimicarb nur über die nach der Behandlung entstehende Dampfphase auf Läuse wirkt und dieser Dampf nur entsteht bei Temperaturen über 15°C. Das erklärt, wieso Behandlungen bei kühlem Wetter (Anfang Mai) nicht gewirkt haben. Es war nicht die empfohlene reduzierte Dosierung, sondern die fehlende Wärme die den Wirkungsgrad reduzierte. Nachbehandlungen wurden auch nötig auf früh, Ende April behandelten Beständen, weil das Mittel keine lange Wirkungsdauer aufweist und in der Zwischenzeit wieder Blattläuse in die Rüben eingeflogen sind.

Getreide

Getreidehähnchen
Viele Landwirte bemerkten erst an den weiss werdenden Weizenfeldern, dass die Getreidehähnchen aktiv sind. Die Bekämpfungsschwelle ist massiv überschritten, der Traktor ist vorne ganz schwarz, wir müssen etwas dagegen tun, bekamen wir zu hören. Wenn in solchen Feldern die Bekämpfungsschwelle ermittelt wird, liegt diese meist unter einem Hähnchen im Durchschnitt je Pflanze und der Grossteil des Schadens ist gemacht. Zudem findet man auf vielen komplett weissen Blättern keine Hähnchen mehr. Wo sind die hin? Wir gehen davon aus, dass die Larven in den letzten 10 Tagen so massiv gefressen haben, dass sie sich jetzt bereits auf den Boden fallen lassen um sich zu verpuppen.

Krankheiten
Der Focus gilt jetzt den Fusarien und bei anfälligen Sorten der Septoria oder dem Rost. Gemäss Fusaprog waren die letzten Infektionen am Wochenende möglich (Wädenswil, Vaduz), dort wo mehr als 10mm Regen zu verzeichnen war. Weizen der dann geblüht hat, müsste gegen Fusarien geschützt werden. Für alle anderen Felder, die erst jetzt mit Blühen beginnen, besteht wegen dem fehlenden Regen keine Gefahr von Fusarieninfektionen auf den Ähren gemäss fusaprog.ch. Septoria braucht Regen. Gelbrost breitet sich bei trockenem sonnigen Wetter nicht rasch aus und Braunrost liebt Temperaturschwankungen. Am Tag 25°C und nachts um 12°C, dann entsteht am meisten Tau.

Alte Rüben
In Weizen nach Zuckerrüben ist nun eine Kontrolle betreffend schossender Alt-Rüben wichtig. Wir haben erste Fälle! Solche Rüben dürfen auf keinen Fall versamen. Waren das letztes Jahr Conviso Rüben vor dem Weizen, sind die Samen bzw. später die Keimpflanzen resistent auf alle Sulfonylharnstoffe (B-Mittel).

Kartoffeln

Krautfäule
Bis heute Mittwoch wurden in der Schweiz 10 Befälle gemeldet. Der nächst gelegene ist Frauenfeld. Ohne Regen bleibt das Infektionsrisiko tief. Befall melden!

Schädlinge, Käfer und Blattläuse
Bestände kontrollieren und uns einen starken Lausbefall melden. Die Kartoffelstauden sind momentan nicht im Trockenstress, das lässt eine gewisse Toleranz bei den Läusen zu.

Schabstellen an den Blättern?
An älteren Blättern findet man in Kartoffeln oftmals solche mit weisslichen Pünktchen. Das sind kleine Schabstellen bzw. Saugstellen der Thripse. Thripse kennt man im Gemüsebau (Bsp. Zwiebeln) und vor allem an blühenden Zierpflanzen. In diesen Kulturen richten sie beträchtlichen Schaden an. In Kartoffeln verursachen sie keine Schäden.

Mais

Fritfliegen
Fritfliegenlarven fressen sich durch die Blattröhre und verursachen mit dem Wachstum der Blätter den typischen «Risschaden» am Blatt. Befallene Pflanzen reagieren mit der Bildung von Bestockungstreiben. Jetzt kann dagegen nichts mehr unternommen werden.

Berufkraut

Letzte Gelegenheit, das Berufkraut zu jäten
Das Berufkraut steht kurz vor der Blüte. Das ist die letzte Gelegenheit fürs Jäten. Achten Sie beim Jäten darauf, dass auch der Vegetationskegel der unter der Erde liegt, ausgerissen wird. Dafür eignet sich ein einfaches Blackeneisen oder ein Spargelstecher. Streuen Sie etwas Grassamen auf die Stelle um die Grasnarbe zu schliessen. Falls Sie auf einer Berufkrautfläche einen Bekämpfungsversuch durchführen möchten, melden Sie sich unter: 058 105 99 03.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei, Georg Feichtinger



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