Pflanzenschutz aktuell Feldbau 6. Mai

06.05.2020

Felder-Kontrollen jetzt entscheidend

Flöhe in Rüben schaden meist nicht mehr, den Nützlingen gegen Blattläuse Zeit geben, auch Rehe fressen gerne Rüben. Herbizide im Getreide im Fahnenblatt anpassen, Septoria- und Hähnchenkontrolle. Frühkartoffeln beim Abdecken behandeln und Krautfäule unbedingt melden. Schnecken in Mais und Sonnenblumen überwachen und dabei einen Blick in den Raps werfen.

Zuckerrüben

Erdfloh
Die Erdflöhe sind bei wieder trockenem Wetter nur noch für die später gekeimten Rüben ein Thema. Dort müssen die Rüben auf Schabstellen durch die Erdflöhe kontrolliert werden. Das wüchsige Wetter lässt aber eine gewisse Toleranz zu.

Blattläuse
An den Rüben, im 2- 6 Blattstadium, werden ausschliesslich die schwarze Rüben-/Bohnenblattlaus gefunden. Bedingt durch das trockene Wetter der vorgehenden Wochen sind ausserordentlich viele Geflügelte eingeflogen und haben Kolonien gebildet. In den Rüben findet man auch schon erste Nützlinge wie Marienkäfer. Ameisen zählen wir hier nicht zu den Nützlingen. Die beschützen die Läuse und pflegen sie sogar, weil sie später die Läuse melken möchten. Geflügelte Läuse, die vom Waldrand her (Pfaffenhütchen/Schneeball) einfliegen sind noch Viren frei. Erst spätere Generationen können Vergilbungsviren übertragen, weil sie an befallenen Pflanzen gesaugt haben. Die geflügelten Läuse übertragen meist auch einen Pilz, der die Läuse befällt, dies blieb wegen der Trockenheit aus, ändert sich aber jetzt mit der Feuchtigkeit. Eine chemische Bekämpfung soll nur in Betracht gezogen werden, wenn Nützlinge fehlen! Geben Sie den Nützlingen und dem Pilz noch eine Chance und kontrollieren sie gegen Ende Woche ob Nützlinge vorhanden sind. Die Blattlausnützlinge brauchen wir, weil weitere Lausgenerationen entstehen und diese nur nachhaltig mit Nützlingen im Schach gehalten werden können. Bei einem allfälligen Pirimicarb-Einsatz reichen 80-100g/ha aus. Eine Behandlung ist ausserhalb des Bienenfluges angezeigt. Legen Sie im Feld insektizidfreie Fahrgassen (hinter dem Traktor) oder an den Feldrändern Insektizid freie Zonen an, damit dort die Läuse überleben. Sie sind das Futter für die Blattlausnützlinge.

Rehe
Neben Erdflöhen, Blattläusen und Schnaken fressen ab und zu auch Rehe an den süssen Blättern der Zuckerrüben. Dabei findet man neben abgefressenen Rüben, Trittsiegel oder Losung des Rotwildes.

Conviso Rüben
In den behandelten Conviso Feldern sieht man nun die Wirkung von Conviso One. Die Unkräuter wachsen nicht weiter, sie werden gelblich oder erste Laubblätter der Melden werden dürr. Der nun noch feuchte Boden sollte für die 2. Behandlung mit 0.5 Liter /ha Conviso One mit 1.0 l/ha Mero ab Ende Woche oder allenfalls nach dem Wochenende genutzt werden.

Getreide

Frühjahrssaaten Unkraut
In Frühjahrssaaten steht die Unkrautbehandlung noch bevor. In vielen Fällen findet man vor allem Vogelmiere, Knöteriche (Windenknöteriche), Ackerwinden oder Klebern. In solchen Fällen reicht eine Behandlung mit Hoestar, Primus/Globus, Apell 200, Fluroxypyr 200, Flurox 200, Starane Max oder Starane XL / Cleave aus. Muss ein breiteres Spektrum von Unkräutern inkl. Melden, Blacken, Winden und Disteln bekämpft werden, wäre auch Ariane C eine Variante. Im jetzigen Stadium darf wegen Schäden an den Ähren kein klassischer Wuchsstoff (Dicamba, MCPP + 2.4-D) mehr eingesetzt oder dazu gemischt werden.

Getreidehähnchen
Die Weibchen haben zahlreiche Eier abgelegt. Wie stark die Mortalität der Eier wegen der Niederschläge war, wird sich bei einer Kontrolle Ende Woche zeigen. In frühen Lagen sind die Hähnchen geschlüpft. Bitte beachten Sie, dass nur noch die schmutzigen Larven gezählt werden. Im DC 39-50 müssen 2 Larven im Durchschnitt je Halm vorhanden sein, im DC 51-61 2 Larven je Fahnenblatt. Muss Audienz eingesetzt werden (möglich ohne Sonderbewilligung) unbedingt ein Netzmittel (Bsp. Heliosol) zur Wirkungsverstärkung zusetzen.

Septoria
Der Weizen hat das Fahnenblatt, ausser in späten Lagen, geschoben. Obwohl die Bestände sehr gesund aussehen, hat es letzte Woche im ganzen Kanton Septoria-Infektionen gegeben. Jetzt steht die Erhebung des Septoriabefalles an. Damit können Sie entscheiden, ob bereits diese Woche oder erst in 1-2 Wochen eine Behandlung ansteht. Bei robusten Sorten soll nächste Woche nochmals ausgezählt werden, vielleicht muss gar keine Behandlung gemacht werden. Die Bekämpfungsschwelle ist überschritten, wenn 20% der 4. obersten Blätter Septoriaflecken aufweisen. 100 Pflanzen auszählen, von oben nach unten 4 Blätter hinabzählen, so weit unten ist das 4. oberste Blatt.

Kartoffeln

Krautfäule Prävention
Bei Frühkartoffeln werden mit den steigenden Temperaturen die Folien abgedeckt. Da letzte und diese Woche optimale Krautfäule Infektionsbedingungen herrschten und die «normalen» Kartoffeln auch schon fast Reihenschluss aufweisen, sind das beste Voraussetzungen für eine frühe Krautfäule-Epidemie über das ganze Land.
Damit dies nicht geschieht, werden alle Frühkartoffelproduzenten angewiesen die Bestände zu kontrollieren und mit einem Teilsystemischen Fungizid (Bio mit Kupfer) gegen Krautfäule zu schützen. Melden Sie Befallsverdacht der Fachstelle Pflanzenschutz oder direkt bei Phytopre von Agroscope: 058 468 72 39.

Mais

Unkrautbekämpfung
Der auflaufende Mais ist betreffend Einsatz von Herbiziden bis ins 3-Blattstadium sehr robust. Mischungen mit Wuchsstoffen sind so früh in gewissen Fällen möglich, weil dieses Jahr die Winden oder die Blacken weiterentwickelt sind, als in anderen Jahren. Einzig die Disteln brauchen länger. Nach den Niederschlägen muss die Maispflanze aber genügend Zeit haben (mind. 3 Tage) um die schützende Wachsschicht aufzubauen.

Schnecken

Sonnenblumen, Mais
In Frühjahrskulturen muss nach den Niederschlägen eine Schneckenkontrolle gemacht werden. Legen Sie Schneckenfallen an oder graben Sie nach den gesäten Maiskörnern. Diese werden oft von kleinen Schnecken ausgehöhlt bevor der Mais keimt.

Raps

Bei der Kontrolle in den Getreide- oder Maisfeldern, kann noch ein Blick in den abblühenden Raps getätigt werden. Frostrisse sind nur Verkorkungen der äusseren Schicht. Bei Stängelrüssler-Aufplatzungen sieht man den Hohlraum des Stängels. Diese Stängel weisen auch den typischen krummen Wuchs auf.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei, Georg Feichtinger



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