ÜK auf dem Lehrbetrieb

23.04.2020
Der Berufsbildner Stefan Sauter aus Beggingen SH (r.) unterstützt seinen Lernenden Kilian Gehring beim Auftrag zum Messerbalken. Bild: zVg

Der Berufsbildner Stefan Sauter aus Beggingen SH (r.) unterstützt seinen Lernenden Kilian Gehring beim Auftrag zum Messerbalken. Bild: zVg

Beim überbetrieblichen Kurs (üK) zum Thema Raufutter-Erntemaschinen führten die Lernenden Aufträge auf dem Lehrbetrieb aus. Für die anstehende Raufutterernte sind sie nun bestens vorbereitet.

Der üK Raufutter-Erntemaschinen findet jedes Jahr Mitte April - kurz vor dem ersten Schnitt - statt, damit die angehenden Berufsleute in den folgenden Wochen das Gelernte auf ihren Lehrbetrieben anwenden können. Der üK findet normalerweise auf dem Ausbildungs- und Versuchsbetrieb in Wülflingen statt; hierfür stehen jeweils vier Hektaren Land zur Verfügung, damit die Lernenden darauf mit einer grossen Vielfalt an Maschinentypen mähen, zetten und schwaden lernen.

Chancen wahrnehmen

Dieses Jahr konnte der üK aufgrund der Coronakrise nicht am Strickhof durchgeführt werden. Den Kurs zu verschieben kam für üK-Leiter Stephan Berger nicht in Frage: «Später wollen die Landwirte silieren, da hat niemand mehr Zeit.» Deshalb modelte der üK-Leiter den Kurs so um, dass die 100 Lernenden vom ersten und zweiten Lehrjahr die Aufträge auf ihrem Lehrbetrieb ausführen konnten. Der Vorteil dieses Fern-üK gegenüber dem herkömmlichen üK sieht Stephan Berger darin, dass sich die Lernenden vertieft mit den Maschinen ihres Lehrbetriebs auseinandersetzen mussten. Nun sind die Lernenden für die anstehende Raufutterernte bestens vorbereitet und die Maschinen bereitgestellt.

Unterstützung von Berufsbildnern

Für den üK im Fernunterricht hat Stephan Berger, analog zum normalen üK, zu jedem Maschinenposten ein Aufgaben-Set für die Lernenden erarbeitet. Die Lernenden mussten Aufgaben zum Mähwerk, zum Kreiselheuer, zum Kreiselschwader und zum Ladewagen erfüllen. Am Messerbalken lautete die Aufgabe, die Messer zu entfernen, auf Abnützung zu beurteilen, zu schleifen, wenn nötig die Klingen zu ersetzen und die Messer wieder einzubauen. «Im üK machen wir dieselbe Übung, nur ist der Instruktor vor Ort und kann Hilfe anbieten», sagt Stephan Berger. Diese Aufgabe haben dieses Mal die Berufsbildner übernommen, indem sie ihre Lernenden wenn nötig unterstützt haben.

Praktische Arbeiten

In einem Film lernten die angehenden Berufsleute die verschiedenen Einstellungen und die Wartung beim Kreiselheuer kennen. Danach mussten sie beim Kreiselheuer auf dem Lehrbetrieb eine dieser Einstellungen in einem kurzen Video erklären und dieses auf der Plattform MS Teams hochladen. So konnten die anderen üK-Teilnehmenden von diesen Videos profitieren und eine Vielfalt an Kreiselheuern kennenlernen. Stephan Berger war es wichtig, dass die Lernenden - wie üblich im üK - praktische Arbeiten verrichten mussten. Was er nicht wusste: Welches Vorwissen die Lernenden mitbringen. «Sind die Lernenden vor Ort, finden wir das aufgrund der kleinen Gruppen schnell heraus und können auf entsprechendem Niveau einsteigen», sagt er.

Lernziele erreicht

Gemäss Stephan Berger ist der Fern-üK gut über die Bühne gegangen. Die ausgeführten Aufträge und die abschliessende Lernzielkontrolle bestätigen, dass die Lernenden etwas gelernt und die Lernziele im Grossen und Ganzen erreicht haben. Die Schlussevaluation hingegen zeigt, dass die angehenden Berufsleute das Lernen in der Klasse vermisst haben. Im üK können sie Erfahrungen austauschen und zusammen etwas erleben. Über die Plattform MS Teams können zwar auch Fragen gestellt und ausgetauscht werden. Ein ebenbürtiger Ersatz ist das aber nicht.



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