Desinfektionsmittel vom Strickhof

20.04.2020
Für die Pflanzung des Kartoffelversuchs in Humlikon verwendete der Strickhof ein vierreihiges, halbautomatisches Setzgerät. Auf der Maschine sassen nur zwei Personen, um den vom Bundesamt für Gesundheit geforderten Abstand einzuhalten. Das Tempo musste entsprechend reduziert werden.

Für die Pflanzung des Kartoffelversuchs in Humlikon verwendete der Strickhof ein vierreihiges, halbautomatisches Setzgerät. Auf der Maschine sassen nur zwei Personen, um den vom Bundesamt für Gesundheit geforderten Abstand einzuhalten. Das Tempo musste entsprechend reduziert werden.

Sollten Mitarbeitende vom Strickhof Ausbildungs- und Versuchsbetrieb krankheitshalber ausfallen, besteht ein Notfallplan. Das Rebbauteam produziert Alkohol für Drogerien und Apotheken.

Zu Beginn der Coronakrise erkundigte sich Michele Bono, Betriebsleiter Rebbau am Strickhof Wülflingen, bei einer Drogerie in Wülflingen nach Glycerin und Wasserstoffperoxid, um mit eigengebranntem Alkohol Desinfektionsmittel für den A&V-Betrieb herzustellen, da dieses überall knapp wurde. Schliesslich stellte er 20 Liter Desinfektionsmittel her. Bald darauf fragte ihn die Drogerie an, ob er für sie und weitere Drogerien und Apotheken Desinfektionsmittel herstellen könne. Mittlerweile hat er 80 Liter hergestellt und geliefert. «Eigentlich ist es schade, wenn wir hochwertigen Schnaps wie Williams, Kirsch und Gin auf diese Weise verscherbeln, aber in dieser Notlage tun wir das trotzdem», sagt Michele Bono.

Brennerei einheizen

Die Vereinigung der Schweizer Brenner und Spirituosenproduzenten hat für Drogerien und Apotheken Adressen von Weingütern und Brennern zusammengetragen, die bereit sind, Alkohol zur Herstellung von Desinfektionsmittel zu brennen. Michele Bono hat sich ebenfalls gemeldet. Werden nun weitere Mengen bestellt, muss die Brennerei eingeheizt werden. Vorrätig sind noch Gärmost, Trester und Zwetschgenschnaps. «Sollte es mehr brauchen, könnte man – so schade es auch ist - den Wein brennen», sagt er. Verdienen kann der Strickhof damit nicht viel, aber dafür einen wertvollen Dienst an die Bevölkerung leisten.

Separate Pause

Auch auf dem Ausbildungs- und Versuchsbetrieb (A&V-Betrieb) in Lindau und Wülflingen ist das Thema Coronavirus allgegenwärtig und beeinflusst die tägliche Arbeit. Auf dem Betrieb finden keine Führungen, keine Sitzungen und keine Vorstellungsgespräche statt. Die Versuche am AgroVet-Strickhof wurden auf ein Minimum heruntergefahren. In normalen Zeiten treffen sich bis zu 20 Personen im Pausenraum von AgroVet-Strickhof, manchmal sind auch Professoren oder Doktoranden von der ETH Zürich und der Universität Zürich mit dabei. Nun verbringt jeder Betriebszweig seine Pausen allein. Die Garderoben werden gestaffelt benützt. A&V-Betriebsleiter Hanspeter Renfer hält sich sehr genau an die Abstandsvorschriften. «Das Leitungsteam sollte nicht ausfallen», sagt er. Wenn trotzdem Personen vom Betrieb krank würden, kommt der Notfallplan zum Einsatz: 13 Lehr- und Beratungspersonen vom Strickhof haben einem Aufruf Folge geleistet; sie würden sich für die Arbeit auf dem Betrieb zur Verfügung stellen.

Da keine Schülerinnen und Schüler und nur ganz wenige Mitarbeitende am Strickhof anwesend sind, ist es am Strickhof in Lindau ganz ruhig – ähnlich wie während den Sommerferien. So erlebt es auch Flavio Ferrari auf dem Mutterkuhbetrieb in Wülflingen. «Wir können uns vollumfänglich auf das Bauern konzentrieren», sagt der Betriebsleiter. Wenn an schönen Tagen viele Spaziergänger die Tiere besichtigen wollen, muss er gewisse Bereiche absperren, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Beliebter Hofladen

So wie viele andere Hofläden, erfreut sich auch der Hofladen vom Strickhof in Lindau momentan noch grösserer Beliebtheit als zu normalen Zeiten. Zur Sicherheit der Kundschaft und des Personals werden die Waage und das Kassasystem mehrmals täglich desinfiziert und es darf jeweils nur eine Person im Hofladen anwesend sein. In der Gärtnerei wurde der Setzlingsverkauf vorschriftsgemäss bis auf Weiteres eingestellt. Wenn in wenigen Wochen das erste Gemüse im Strickhof-Garten geerntet werden kann, kann dieses teils im Hofladen verkauft werden. Sollten die Strickhofküchen zu diesem Zeitpunkt immer noch geschlossen sein, werden sie trotzdem gewisse Produkte abnehmen können und dieses für später einfrieren, erklärt Urs Büttiker von der Gärtnerei.



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