Zuckerrübensaat

09.03.2020

Da auf zahlreichen Feldern die Gründüngungen nicht abgestorben sind, braucht es nun eine Neubeurteilung der Situation.

Kriterien für die Rübensaat
Jedes Frühjahr stehen wir vor der gleichen Situation und einige juckte es vor 2 Wochen bereits gewaltig! – Einerseits sind Maximalerträge nur mit einer langen Vegetationszeit zu erreichen, andererseits können diese Erträge nur erreicht werden, wenn die Rüben ungestört in die Tiefe wachsen können. Frühe Saaten sind im Vorteil bei einer allfälligen Vorsommertrockenheit. Dagegen spricht der schwächere Insektizidschutz in der Pille, das leicht erhöhte Risiko zu mehr Schossern und der mögliche höhere Herbizidaufwand. Daraus den richtigen Schluss zu ziehen ist nicht einfach und fast wie an der Börse, danach weiss man alles viel besser. – Da alles nur maximal funktioniert, wenn die Rübe ungestört wachsen kann, sollte dem Bodenzustand die höchste Priorität gegeben werden.

Saatbettbereitung und Ablagetiefe
Ein gutes Saatbett herzurichten ist nicht einfach. Es zeichnet sich aber aus, indem in einem nassen Frühjahr überschüssiges Wasser in den Unterboden abfliessen und in einem trockenen, kapillares Wasser aus der Tiefe bis zum Samen aufsteigen kann. – Da Böden von oben nach unten abtrocknen, genügt es nicht, den Zustand nur im Vorbeifahren zu beurteilen. Bei möglichst flacher Bearbeitung muss der Boden auch in der Bearbeitungstiefe krümeln.  

Die Ablagetiefe des Saatgutes sollte nur bei einem grobscholligen Saatbett, nach Frühjahrspflug oder einer Aprilsaat tiefer als 2 cm sein. Insbesondere auf zu fein bearbeiteten Feldern oder zu Verschlämmung neigenden Böden, soll die Saat flacher aber keinesfalls direkt vor angekündigten ergiebigen Niederschlägen erfolgen.

Reduzierte Bodenbearbeitung – REB
Nach dem milden Winter sind die Gründüngungen leider auf den meisten Parzellen nicht oder nur ungenügend abgestorben. Da diese, wie auch grösseres Unkraut mit den Rübenherbiziden kaum zu bekämpfen sind, lohnt sich nun eine genaue Analyse, die bis zum Verzicht der REB-Beiträge oder sogar des Rübenanbaus gehen können... – folgende Varianten sind möglich:

  • Glyphosat-Einsatz, (je nach Gehalt 3-4 l/ha) die max. Totalmenge pro Hektare gilt ab der Ernte der Vorfrucht. Wichtig, vorgängig kein Mulchen oder Bodenbearbeiten
  • Wechsel auf Conviso Smart könnte die Bekämpfung vereinfachen
  • Pflugeinsatz vor der Saat (Verzicht auf REB Bodenprogramm)
  • Intensivere, flache Bodenbearbeitung mit zusätzlichen hohen Kosten für Kontakt-Herbizide (spez. Gräsermittel, Lontrel, Debut) und Hacken – Erfolg unsicher

Schädlinge
Wie erwartet hat das Anbaujahr 2019 gezeigt, dass das neue Pilleninsektizid «Force» gut gegen unterirdische Schädlinge wirkt. Leider ist dieses Mittel nicht systemisch, sodass die oberirdischen Schädlinge (Erdfloh, Blattlaus) damit nicht erfasst werden.

Unerwartet stark können auch immer wieder Schnecken auftreten. Heikel wird es besonders dann, wenn Adulte überwintern, was nach milden Wintern eher der Fall ist! Legen Sie deshalb bereits kurz nach der Saat ein paar Testflächen mit Schneckenköder an. Finden Sie bei den folgenden Kontrollen Schleimspuren, können Sie handeln bevor die Rüben Auflaufen. Achtung: Sluxx-Köder hinterlassen keine Schleimspuren.

Düngung
Versuche und Beobachtungen zeigen, dass es für einen Vollertrag genügt, das zu düngen, was mit den Rüben in die Fabrik weggeführt wird. 60 kg P2O5 – 180 K2O – 40 MgO. Die Voraussetzung dazu ist, dass in ihrem Boden diese Elemente mindestens in der Versorgungsklasse C (Bodenprobe) sind und der Boden ungestört durchwurzelbar ist.

Beim Stickstoff genügen in Betrieben mit Hofdünger 20-50 Einheiten als mineralische Startgabe. Nur auf Betrieben ohne Hofdünger folgt danach noch eine Kopfgabe von 40-80 Einheiten. – Auf unserer Homepage www.zuckerruebe.ch finden Sie unter Stickstoffdüngung das Berechnungstool LIZ NPro, sowie das einfache, bewährte N-Berechnungsblatt.

Saatgutresten
Die bisher eingegangenen Saatgutmuster zeigen generell eine gute Keimfähigkeit. Dies gilt auch für das geprimte Saatgut der Sorte STRAUSS (3D+). Somit kann Restsaatgut aus dem Vorjahr problemlos gesät werden, vorausgesetzt, dass die Lagerung kühl und insbesondere trocken erfolgte.



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Kontakt

Luzi Schneider

Schweiz. Fachstelle für ZuckerrübenanbauTelefon:+41 58 105 98 78E-Mail:Infos zur Person