Rübenabrechnung und Laborwerte 2019

30.01.2020

Das Ertragsniveau wird primär durch die Jahreswitterung und den Bodenzustand beeinflusst. – Die Inhaltstoffe zeigen ihnen an, ob die Basis für gute Ausbeuten, Zuckergehalte und Wurzelerträge stimmen. Nutzen Sie diese Angaben.

Ab Anfang Februar finden Sie auf dem Pflanzerportal der Zuckerfabrik ihre Rübenabrechnung und die vergleichenden Durchschnitts-Laborwerte. Die Analysewerte der einzelnen Lieferungen stehen bekanntlich auf jeder Lieferbestätigung. Dank dem Zusammenzug können Sie damit ihre Werte im Vergleich zur Gemeinde, respektive Fabrik besser einordnen. – Wie jedes Jahr hinterlässt die Witterung Spuren. Als Folge des ausgesprochen kühlen Mais, entwickelten sich die Rüben anfänglich verhalten. Die Herbizide hinterliessen auf zahlreichen Feldern Spuren auf den noch kleinen Rüben (optisch sichtbar machen, liesse sich dies einfach mit einem unbehandelten Kontrollfenster!). Auf Betrieben mit viel Hofdünger war 2019 wiederum nicht ganz ideal. Im Mai war es zu kühl, im Juni/Juli zu heiss und trocken. Erst der August war für eine hohe Stickstoff-Mineralisation perfekt. Je später der Stickstoff jedoch zur Verfügung steht, desto mehr wird spät noch Blattmasse gebildet und der Zuckergehalt in der Wurzel ausgebremst. Meist geht das auch einher mit erhöhten Stickstoff- und Natrium-Werten in der Probenanalyse. Zu guter Letzt war dann auch noch die Ausbeute tief und entsprechende Bonuszahlungen blieben aus. Zumindest ein Trost blieb, dank der guten Wasserversorgung übers ganze Jahr, resultierten meist hohe Erträge.

Setzt sich ihr erhaltener Durchschnittswert aus mehreren Feldern zusammen, dürfte es nützlich sein, wenn Sie ihre Analysewerte felderweise selber zusammenstellen. Oft streuen in Extremjahren, besonders auf uneinheitlichen Böden, die Einzelresultate eines Feldes stärker als gewohnt. Hinterfragen Sie wegen einem einzelnen Jahr nicht alle ihre Massnahmen. Zeigt sich über die letzten Jahre aber eine anhaltende Tendenz, sollten Sie handeln. Wir hoffen, Ihnen mit den nachstehenden Hinweisen zu dienen. Andernfalls dürfen Sie uns selbstverständlich auch anrufen.

Zuckergehalt – 2019 unter 16.0%?

  • hohe oder späte N-Düngung resp. N-Nachlieferung
  • lückige Bestände, grosse-kleine Rüben
  • angefaulte Rüben
  • starker Cercosporabefall ev. mit Neublattaustrieb
  • Sorteneinfluss: ertragreich oder zuckerreich
  • hoher Ertrag
  • der Ablieferungstermin war 2019 eher unbedeutend

Kalium (normal 3.0 – 4.0) – 2019 höher als 4.8?

  • Kaliumgehalt im Boden resp. Unterboden hoch
  • Kali-Düngung zu hoch
  • lückige Bestände
  • -> Werte unter 2.5 sind zu tief

Natrium (normal 0.2 – 0.3) – 2019 höher als 0.4?

  • viel organischer Dünger, primär Gülle
  • hohe oder späte N-Düngung
  • lückige Bestände
  • hohe Bodenwerte (möglich aber selten)

Stickstoff (normal 0.6 – 1.2) – 2019 höher als 1.8?

  • Stickstoffangebot zu hoch
  • hohe N-Nachlieferung oder lückige Bestände
  • viel Blattflecken
  • -> Werte unter 0.5 sind zu tief

Ausbeute – 2019 unter 86.5%?

  • Hohe Ausbeuten werden durch hohe Zuckergehalte und tiefe Werte bei K, Na und N erreicht.

Beachten Sie, dass Inhaltstoffe, die unter der Norm liegen, nicht zwingend besser sind. Denn für gute Wurzelerträge braucht es auch eine ausreichende Nährstoffversorgung. Zudem sind gut versorgte Rüben auch widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Krankheiten (Cercospora).

Anbau-Programme
Auf unserer homepage www.zuckerruebe.ch finden Sie die Minimalanforderungen für die Ressourceneffizienzbeiträge des Bund, IP-Suisse-Rüben oder Bio-Rüben. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Anmeldefrist. Wohl sind die Beiträge mit allen Sorten zu holen, mit der Wahl von «Smart Belamia» sind die Vorgaben beim konventionellen Anbau jedoch einfacher zu realisieren. – Interessieren Sie sich als Zuckerrüben-Neupflanzer oder Wiedereinsteiger kurzfristig noch für einen Rübenanbau 2020, so melden Sie sich umgehend bei der Zuckerfabrik (052 724 74 00).

Restsaatgut aus Vorjahren
Wird Restsaatgut nach der Saat umgehend gut verschlossen sowie kühl und trocken gelagert, ist die Keimfähigkeit im Folgejahr normalerweise kein Problem. Bei unserem eigenen Restsaatgut haben wir letzte Woche Werte zwischen 94 und 100% erreicht; auch mit Strauss 3DPlus! – Für grössere Restmengen von Risikoposten bieten wir kostenlose Keimfähigkeit-Tests an. Füllen Sie eine Handvoll gut durchmischtes Saatgut in ein Plastiksäcklein und senden Sie dies in einem Couvert an uns nach Lindau.



Zusätzliche Informationen zum Inhalt

Kontakt

Luzi Schneider

Schweiz. Fachstelle für ZuckerrübenanbauTelefon:+41 58 105 98 78E-Mail:Infos zur Person