Neu im Einsatz: Mobile Melkwand

26.11.2019

Im überbetrieblichen Kurs am Strickhof in Lindau konnte Mitte November 2019 die neue Melkwand das erste Mal eingesetzt werden. Die Melkwand ist in einen Anhänger integriert und transportierbar.

Die Lernenden des ersten Lehrjahres haben letzte Woche am Strickhof in Lindau den überbetrieblichen Kurs (üK) zum Thema «Hygiene und Qualitätssicherung / Umgang mit Tieren» besucht. Beim Posten «Funktion und Wartung der Melkmaschine» konnte erstmals die neue Melkwand eingesetzt werden. Diese Melkwand zeigt eine ganzheitliche Melkanlage und jedes Detail ist gut ersichtlich. Speziell lehrreich ist, dass Maschinenkomponenten von verschiedenen Anbietern eingebaut sind, so sind die Unterschiede bestens ersichtlich. Die Melkwand ist auf einen Anhänger gebaut und kann somit an jeden Ort transportiert werden.

Eigene Entwicklung

ÜK-Instruktor Roman Auer aus Wetzikon lobt die neue Entwicklung: «Dass mit dieser Melkwand an einem Ort verschiedene Fabrikate gezeigt werden, finde ich toll! Zudem kann sehr einfach Wasser und Strom angeschlossen werden, um die Melksysteme laufen zu lassen.» Diese Melkwand ist in erster Linie für die üK erstellt worden, doch sie wird auch anderweitig eingesetzt. Beispielsweise wird sie Christoph Mächler im Rahmen der milchwirtschaftlichen Beratung und bei Alpsennenkursen einsetzen. Geplant und entwickelt worden ist die Melkwand von Matthias Schick, Bereichsleiter Tierhaltung und Milchwirtschaft, Stephan Berger, Leiter üK, und Christoph Mächler von der Milchwirtschaftlichen Beratung.

Milchqualität und Eutergesundheit

Im üK von letzter Woche haben die Lernenden noch weiteres praktisches Wissen im Umgang mit Tieren erlangt: Sie lernten beispielsweise einer Kuh eine Flüssigkeit einzugeben, Fieber zu messen oder über die Körperhaltung das Befinden des Tieres zu interpretieren. Im Melkstand lernten die jungen Berufsleute das ganze Spektrum der Milchqualität und Eutergesundheit kennen. So konnten sie unter anderem die Milch von fünf Kühen mit dem Schalmtest beurteilen und sie lernten, mit welchen Massnahmen die Milchqualität wenn nötig verbessert werden kann. Auch die Elemente der Melkanlage-Reinigung waren Thema.

Mehr Erfolg in kleinen Gruppen

Die üK im Bereich Landwirtschaft gibt es seit rund 10 Jahren. Finanziert werden die Kurse von den kantonalen Bauernverbänden. Die üK vermitteln wichtige praktische Bildungsinhalte, deren vertiefte Förderung in der Regel im einzelnen Ausbildungsbetrieb schwierig ist. Die Kurse haben sich gut etabliert und sind in der landwirtschaftlichen Grundbildung ein geschätztes Standbein. Die Lernenden besuchen den einzelnen Kurs während eines ganzen Tages. Mit der grossen Anzahl an Lernenden aus den Kantonen Zürich und Schaffhausen können die einzelnen üK jeweils vier oder fünf Tage durchgeführt werden. Für Stephan Berger, Leiter der üK am Strickhof, ist das ein grosser Vorteil: «So lohnt sich der grosse Aufwand.» Zudem ist der Branchenverband gewillt, die Kurse in kleinen Gruppen à zirka 5 bis 7 Teilnehmern durchzuführen, um die Qualität hoch zu halten. Dies bedeutet für natürlich höhere Kosten. Stephan Berger schätzt diese Bereitschaft der Branche sehr: «In kleinen Gruppen kann sich niemand drücken und so können alle besser und gleichermassen von den Übungen profitieren.»

Wissen mit Übungen festigen

Ein ÜK-Tag am Strickhof wird immer mit einem Theorieblock gestartet. Danach verteilen sich die Lernenden an die verschiedenen Posten. Das praktische Arbeiten an den Posten machen die üK aus. Den Lernenden bleibt das Wissen besser haften, wenn sie es nicht nur hören und sehen, sondern auch praktisch anwenden können. Gegen Ende des Nachmittags folgt je nach üK eine Zusammenfassung und danach immer ein Test. Dieser Test soll das Gelernte festigen. «Die Lernenden sind so den ganzen Tag aktiver dabei», hat der üK-Leiter die Erfahrung gemacht. Der Test wird dem Berufsbildner nach Hause geschickt, damit dieser über die Lernerfolge seiner oder seines Lernenden orientiert ist und sie oder ihn wenn nötig unterstützen kann.

Melkwand mieten

Die neue Melkwand vom Strickhof ist auf einen verschliessbaren Anhänger eingebaut und kann somit an jedes Ort transportiert werden. Eingebaut ist ein ganzheitliches Melksystem mit Komponenten von verschiedenen Anbietern. Jedes Detail der Anlage ist übersichtlich dargestellt. Mit dem Wasser- und Stromanschluss können die Melksysteme laufen gelassen werden. Die Anlage wird vermietet. Interessierte melden sich bei Matthias Schick, Bereichsleiter Tierhaltung und Milchwirtschaft ()



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