Pflanzenschutz aktuell Feldbau 23. Oktober

24.10.2019

Erbsen und Weiterbildung

Der Direktzahlungskurs sowie auch der «Freitagskurs» beinhalten die Fachbewilligung nicht. Wer Pflanzenschutzmittel ausbringt, braucht dafür eine Landwirtschaftliche Ausbildung (EFZ) oder den Fachbewilligungskurs. Wintereiweisserbsen sind ertragssicherer, der Einsatz von Pflanzenschutzmittel im Feld- und Futterbau ist ohne Sonderbewilligung nur bis 31.10.2019 möglich.


Fachbewilligungskurs

Letzte Gelegenheit für die Anmeldung
Gemäss Verordnung des UVEK über die Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und im Gartenbau sind alle Landwirte, die Ihre Ausbildung (Eidgenössischer Fachausweis in der Erst- oder Zweitausbildung) ab dem Jahr 1993 abgeschlossen haben, dazu berechtigt, Pflanzenschutzmittel sowohl auf ihrem eigenen Betrieb wie auch im Lohn auszubringen.

Wer die Ausbildung vor 1993 abgeschlossen hat, ist lediglich dazu berechtigt, auf dem eigenen Betrieb oder dem Betrieb des Arbeitgebers Pflanzenschutzmittel auszubringen oder andere anzuleiten. Im Lohn dürfen aber keine Pflanzenschutzbehandlungen gemacht werden.

Wer einen Direktzahlungskurs absolviert hat, ist gemäss dem Reglement über die landwirtschaftliche Weiterbildung nicht berechtigt Pflanzenschutzmittel auszubringen. Weitere Infos auf der Internetseite des BAFU.

Falls Sie einen Abschluss besitzen, der für Ihre Bedürfnisse nicht ausreicht, können Sie einen dreitägigen Kurs am Strickhof besuchen. Die ersten beiden Theorietage finden am 29. Oktober und 1. November 2019 (Theorieprüfung am 12.11.19) statt. Der Praxisteil mit Abschluss folgt im März 2020. Anmeldungen werden unter www.strickhof.ch entgegengenommen.

Eiweisserbsen

Unkrautbekämpfung in Erbsen
Da es sich bei den Eiweisserbsen um eine blühende Kultur handelt, eignet sich ihr Anbau im Rahmen der Landschaftsqualitätsbeiträge. Wenn mindestens drei unterschiedliche blühende Hauptkulturen auf 20 Aren oder mehr angebaut werden, können 5 CHF pro Are an Beiträgen bezogen werden. Gerade in trockenen Frühjahren, haben sich die Wintereiweisserbsen bewährt. Da die Wintereiweisserbsen möglichst in der Grösse Zwei- bis Vierblattstadium in den Winter gehen sollten, werden sie erst ab Mitte Oktober gesät. Eine zu frühe Saat hat meist zur Folge, dass die Pflanzen zu gross in den Winter gehen und im Frühling Auswinterungsschäden zeigen. Wintererbsen werden im Herbst im Vorauflauf gegen Unkraut behandelt. Dabei kommen Bodenherbizide zum Einsatz, dadurch kann auf den Nachauflaufwirkstoff Bentazon, der ins Grundwasser gelangen kann, verzichtet werden. Alternativ könnte bei trockenen Bedingungen bereits ab dem Zweiblattstadium im Herbst gestriegelt werden.

Getreide

Unkrautbehandlung im Herbst
Bis am Donnerstag 31.10.2019 kann im Acker- und Futterbau eine chemische Unkrautbekämpfung ohne Sonderbewilligung gemacht werden. Ab 1.11. braucht es eine Bewilligung. Bitte denken Sie daran, dass alle Mittel mit dem Wirkstoff Isoproturon bis am 1.7.2020 aufgebraucht werden müssen.
Ein Spritzfenster ist nicht Pflicht aber trotzdem empfehlenswert. Man sieht die Wirkung des eingesetzten Mittels und hat zusätzlich eine unbehandelte Kontrollfläche um die Verträglichkeit auf der Kultur zu beurteilen.
Falls ein geringer Unkrautdruck besteht, kann auch das Anmelden von REB Beiträgen für Herbizidverzicht in Betracht gezogen werden. Wird die Unkrautbekämpfung mit dem Striegel in Betracht gezogen, muss mit 2-3 Arbeitsgängen gerechnet werden.

Autoren: Fiona Cimei, Markus Hochstrasser



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