Pflanzenschutz aktuell Feldbau 2. Oktober

03.10.2019

Maiszünslerbekämpfung vor der Getreidesaat

Der Maiszünsler überwintert in den Maisstorzen. Bei reduzierter Bodenbearbeitung für die Getreidesaat, sollten die Maisstorzen gemulcht oder mit einer Messerwalze gewalzt werden. Im Raps ist steht die Entscheidung an, ob verkürzt werden soll und ob der Erdfloh noch bekämpft werden soll.

Raps

Der Rapserdfloh ist in zwei Schüben zwischen dem 10. und 20. September in die Felder eingeflogen. Seit da haben wir in 8 von 10 Feldern keinen Zuflug mehr registriert. Wo diese Käfer vor 2 Wochen behandelt worden sind, ist in den meisten Fällen keine weitere Behandlung nötig. In einigen Fällen waren noch kleine Schnecken mit im Spiel, die alleine wohl hätten toleriert werden können. Zusammen mit den wenigen Erdflöhen des letzen Zufluges ist es aber zu viel für den noch kleinen Raps. Schneckenkörner, die kurz nach der Saat ausgebracht worden sind, haben da nicht überall genug gewirkt, weil sie durch Sonne und Regen schon zu stark abgebaut waren. In diesem Fall müssen die Schnecken, die Erdflöhe oder beide noch behandelt werden. Bei Frühsaaten, in denen die Zuflüge nicht behandelt werden mussten, ist bei 100 Käfern in 3 Wochen in der Falle eine Behandlung nächste Woche vorzusehen. Bis Mitte September zugeflogene Erdflöhe legen früh Eier ab und es entstehen vor dem Winter noch grosse Larven, die bei Kälte bis ins Herz vordringen und den Raps stark schädigen können.

In den nächsten Wochen sind die Felder auf Befall mit die schwarzen Raupen der Rapsblattwespe zu kontrollieren. Die Schadschwelle für eine Behandlung liegt bei 1-2 Raupen pro Pflanze. Für den Pflanzenschutzmitteleinsatz wird eine Sonderbewilligung benötigt.

Raps, der bis Ende September nicht das 6-Blattstadium erreicht hat, überwächst nicht. Dies würde gegen eine Verkürzung sprechen. Eine Herbstbehandlung mit Fungiziden verkleinert die Blätter. Dadurch hat die Pflanze weniger Wasser in den Zellen und die Blätter sind frostresistenter. Auch das Wurzelwachstum wird leicht gefördert, sowie Phoma wird bekämpft. Phoma hat gerne einen warmen, nassen Herbst. Falls man sich für eine Behandlung entscheidet, ist bei Raps, der erst nächste Woche das 6-Blattstadium erreicht höchstens 2/3 der maximal bewilligten Dosierung zu wählen. Raps der noch weniger weit ist, sollte nicht verkürzt werden. Ebenso ist Vorsicht geboten in ungleichen Beständen, die noch viele kleine Pflänzchen aufweisen.

Mais

Maisstorzen mulchen vor der Gerste- bzw. Weizensaat
Bei den Feldkontrollen sind auch in diesem Jahr wieder starke Befälle durch den Maiszünsler aufgefallen. Die Larven des Maiszünslers halten sich in den «Storzen» in Bodennähe auf. Aus diesem Grund werden sie beim Maishäckseln nicht erfasst. Da der Befall im nächsten Jahr stark von der Anzahl überlebenden Larven in einer Region sowie den Eiablagebedingungen im nächsten Frühsommer abhängen, gehen wir von einem erhöhten Befall im Jahr 2020 aus. Auf Parzellen, auf denen bis im April des nächsten Jahres gepflügt wird, ist das Mulchen oder allenfalls ein Durchgang mit einer Messerwalze nicht nötig. Auf Flächen mit reduzierter Bodenbearbeitung sollten die Maisstorzen vor der Weizensaat aber unbedingt gemulcht oder geschlegelt werden.

Autoren: Markus Hochstrasser, Fiona Cimei & Georg Feichtinger



Downloads