Der Bund stützt den Rübenanbau weiterhin

03.10.2019

Packen Sie die Chance, denn momentan wird die mögliche Rübenfläche nicht ausgeschöpft. – Die vielen grünen Rübenfelder lassen bezüglich Blattgesundheit wieder Hoffnung keimen, sodass die Rüben nicht nur auf dem Papier eine interessante Kultur sind.

Ertragserwartung
In der Ostschweiz sieht die Situation erfolgversprechend aus. – Für ein Topresultat fehlte aber im Mai die Wärme, was die Jugendentwicklung hemmte. Das zeigte sich auch am verhaltenen Reihenschluss, der weitverbreitet erst um Mitte Juni oder später erfolgte.

Die ausgiebigen Niederschläge im August liessen dann die Rübenerträge massiv ansteigen. Etwas beunruhigt waren wir bei der 2. Ertragserhebung bezüglich Zuckergehalt. Inzwischen sind auch diese Bedenken verflogen, denn die sonnigen und warmen Tage mit den kühlen Nächten, sowie die nach wie vor blattgesunden Rübenfelder lassen gute Zuckergehalte von mehrheitlich über 17% erwarten.

Blattgesundheit
Nach einigen schwierigen Jahren ging unser Wunsch – grüne, voll assimilierende Rübenblätter bis zur Ernte – dankend in Erfüllung. Primär ist dafür das deutlich spätere Erstauftreten der Cercospora in diesem Sommer verantwortlich. Mitgeholfen haben aber auch der konsequente Fungizid-Wirkstoffwechsel, der Kupferzusatz (Funguran Flow) und die kürzeren Applikationsintervalle.

In Cerco-Risikoregionen empfehlen wir, wie schon im Vorjahr, nach Zuckerrüben wieder vermehrt den Pflug oder Grubber einzusetzen, damit der Krankheitsdruck fürs Folgejahr reduziert werden kann. Logischerweise sollten dies möglichst viele in einer Region tun, insbesondere bei stark befallenen Feldern. Sprechen Sie allenfalls ihren Feldnachbar darauf an.

Endlich wurden unsere Sorgen auch von Züchterseite erhört. In den Sortenversuchen zeichnen sich für die nächsten Jahre interessante Möglichkeiten ab…

Rübenernte
In den nächsten Tagen geht die Bio-Kampagne in Frauenfeld zu Ende und dies ist dann auch der Startschuss für die Rübenernte im grösseren Ausmass. Die in den letzten Wochen gefallenen Niederschläge dürften für die Rodearbeiten der Rüben positiv sein.

Weder hoher Erdanhang noch bedeutender Wurzelbruch oder Bodenverdichtungen sind aktuell ein Thema.

Nach meiner Ansicht gehört der Landwirt, wie bei der Rübensaat, zumindest am Anfang der Rübenrodung aufs Feld. Bei der Ernte muss darauf geachtet werden, dass weder Wurzelbruch, Risse oder Schürfwunden an den Rüben entstehen. Dies lässt sich mit reduzierter Siebstern-Drehzahl, scharfen Köpfmessern und einer angemessenen Fahrgeschwindigkeit erreichen.

Ernten was gewachsen ist. Dieser Slogan bedeutet, dass die Rüben nur knapp geköpft werden sollen. Die Schnittflächen sollten nur unwesentlich grösser als ein 5-Liber sein. Wichtig ist, dass die Putzschleuder gute Arbeit leistet und alle Blattansätze sauber entfernt. Ein knapper und regelmässiger Köpfschnitt wird jedoch oft nur erreicht, wenn die Rüben eine regelmässige Grösse haben und gleich stark aus dem Boden wachsen. Ist dies nicht der Fall, liegt das Problem nicht bei der Ernte, sondern meist bei der Saatbettbereitung, die darauf einen wesentlichen Faktor bildet.

Beachten Sie, dass maximal 10% angefaulte Rüben in die Fabrik gelangen dürfen, sonst müssen Sie damit rechnen, dass die Ladung abgewiesen wird. Haben Sie im Feld grössere Fäuleherde, sollten diese erst gar nicht gerodet werden. Denken Sie daran, dass die Rüben im Boden am besten geschützt sind. Eine vorzeitige Ernte und entsprechend lange Lagerung zahlt sich nie aus. Insbesondere gilt dies bei Feldern mit Wurzelfäulen, denn diese geht an der Miete auch auf die gesunden Rüben über und kann so zu grossen Verlusten führen.

Parzellen mit Erdmandelgras: Gehen Sie mit diesem Unkraut nicht fahrlässig um. Seien Sie so fair und informieren Sie vorgängig ihren Lohnunternehmer.

Rübenanbau 2020 – wieso nicht neu einsteigen?
Die vielen gesunden Felder führen hoffentlich dazu, dass sich der eine oder andere Landwirt entscheiden kann, seine Rübenfläche fürs nächste Jahr auszudehnen, wieder in den Rübenanbau einzusteigen oder diese Kulturpflanze neu in seine Fruchtfolge aufzunehmen. Dass sich die Zuckerrübenbranche in einer schwierigen Phase befindet, hat der Bund erkannt und erhöhte auf dieses Jahr die Flächenbeiträge für die Rüben auf Fr. 2100.-, dies wird auch im nächsten Jahr so sein.

Da beim Pflanzenschutz seit einiger Zeit leider mehr Wirkstoffe wegfallen als dass neue dazu kommen, kommt einer vielseitigen Fruchtfolge eine noch wichtigere Bedeutung zu…

Neupflanzer, oder solche, die die Flächen fürs nächste Jahr erhöhen möchten, sollten dies nun umgehend beantragen. Rufen Sie in der Zuckerfabrik an (052 724 74 00) oder schreiben sie ein Mail (). – Für fachliche Informationen dürfen Sie sich jederzeit an uns wenden.



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Andreas Bertschi

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