Preisverleihung Weizen Junior-Cup 2019

20.09.2019
Die Sieger des Weizen Junior-Cup 2019

Der Weizen konnte am 18. Oktober 2018 unter guten Bedingungen gesät werden, wuchs aber nur zögerlich und dünn auf. Der frühe Vegetationsbeginn mit überdurchschnittlich hohen Februar- und Märztemperaturen sorgte dann für einen Wachstumsschub und das Bild der Bestände verbesserte sich zügig. Der kalte Mai bremste diesen Schub abrupt und zog die Periode des Schossens in die Länge. Vermutlich war der kalte Monat u.a. ein Grund, weshalb sich Pilze nicht stark etablieren konnten. Insgesamt war der Krankheits- und Schädlingsdruck dieses Jahr tief. Des Weiteren fielen die Niederschlagsmengen durchschnittlich und gut verteilt aus, was schlussendlich in einem Top Weizenjahr resultierte.

Der Wettbewerb als Übungsplattform

Zur Anbaustrategie gehört die Wahl einer geeigneten Sorte und Saatdichte, die optimale Pflege mit genügend Nährstoffen und den passenden Pflanzenschutzmassnahmen zur richtigen Zeit; gleichzeitig geht es im Weizen Junior-Cup aber auch darum, die Kosten im Griff zu haben. Was am Ende zählt, ist nicht der Kornertrag allein, sondern der kostenbereinigte Gelderlös (Deckungsbeitrag). Vierzehn Teams konnten sich in zwei Anbauverfahren mit den Konkurrenten messen. Jedes Team führte dabei ein intensives Standardverfahren und ein IP-Suisse-Verfahren. Alle Dünge- und Pflegearbeiten wurden von den Teams laufend als Aufträge formuliert und durch den Strickhof Ausbildungs- & Ver-suchsbetrieb zeitgerecht ausgeführt. Die WJC-Anlage bietet die Möglichkeit zu experimentieren und selbstkreierte Anbaustrategien ohne finanzielles Risiko auszuprobieren. Das Hauptziel dabei ist der Lerneffekt und die Fachdiskussionen zwischen den Lernenden.

Die Gewinner und Ihre Strategien

Anders als im Vorjahr lagen die Deckungsbeiträge im intensiven und extensiven Anbau sehr nahe beieinander. Aufgrund der geringeren Möglichkeiten an Strategien im extensiven Anbau ist dies nichts Neues. Im intensiven Anbau aber können die geringen Unterschiede u.a. auch durch die Sortenwahl erklärt werden. 10 von 14 Teams wählten die neue Sorte Montalbano, welche allgemein sehr gesund ist und auch bei unterschiedlichen Düngungsstrategien ähnliche Erträge abwirft. Nur wer aber in beiden Verfahren gut wirtschaftet, hat die Chance auf einen Podestplatz. Im intensiven Anbau wurden im Durchschnitt 78 dt/ha geerntet, in der extensiven Variante lag der Ertrag bei 71 dt/ha. Die Gesamtsieger des diesjährigen Wettbewerbs gestalteten sich als absolute Allrounder. Sie erzielten im extensiven- und intensiven Anbau die höchsten Deckungsbeiträge. Im extensiven Anbau positionierten sie sich mit 60.- Differenz knapp vor dem zweitplatzierten Team. Im intensiven Anbau konnten sie sich gar um 333.- Franken von den zweitplatzierten abheben. In beiden Anbauintensitäten entschieden sie sich für die Sorte Montalbano. Im extensiven Anbau überzeugte das Team durch eine effiziente Düngungsstrategie mit zwei Harnstoffgaben (April und Mai) und erreichten so den höchsten Ertrag mit 78dt/ha. Es entschieden hier vor allem die Erträge sowie auch der Qualitätszuschlag für Hektolitergewicht und Protein. Als kleiner Unterschied wurde im intensiven Anbau die Saatmenge und Düngung leicht erhöht. Dazu kam ein Fungizid, welches sie im Mai kombiniert mit dem Herbizid ausgebracht haben. Es wurden keine Halmverkürzer verwendet. Das Team überzeugte mit einem guten Ertrag und hoher Qualität, bei gleichzeitig sehr tiefen Kosten in beiden Anbauverfahren.

Manuel Peter, Tanja Bachmann und Patrick Joller, Fachbereich Pflanzenbau Strickhof



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