Digital den PSM-Einsatz senken

16.09.2019

Die Kantone Aargau, Thurgau und Zürich haben mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft ein Ressourcenprojekt gestartet: PFLOPF. Die Abkürzung steht für «Pflanzenschutzoptimierung mit Precision Farming». Mit technologiebasierten Massnahmen soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 25 Prozent reduziert werden – ohne Einbussen bei Menge und Qualität. Das bis 2024 dauernde Projekt wird von den landwirtschaftlichen Zentren Arenenberg (TG), Liebegg (AG) und Strickhof (ZH) betreut und von den drei kantonalen Bauernverbänden unterstützt. Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Forschungsanstalt Agroscope.

Zum richtigen Zeitpunkt

Am 13. September haben die Verantwortlichen PFLOPF den Medien vorgestellt. Der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth sprach bei der Präsentation von einem «wichtigen Pfahl», den man mit dem Projekt einschlage. Es komme angesichts von Pestizid- und Trinkwasser-Initiative zum richtigen Zeitpunkt.

Der Zürcher Bauernverband will mit dem Projekt eine Antwort auf die heftige Kritik am Pflanzenschutzmittel-Einsatz geben. «Wir wollen zeigen, dass wir innovativ und bereit sind, neue Technologien anzuwenden», sagte Bauernpräsident Hans Frei.

Marco Pezzatti, Leiter Amt für Landschaft und Natur im Kanton Zürich, sprach von einem Spagat, den die Landwirtschaft schaffen müsse: Einerseits stellten Konsumenten hohe Ansprüche an die Qualität der Lebensmittel, andererseits tolerierten sie keinen oder nur einen geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Das Projekt verfolge genau den richtigen Ansatz, lobte Pezzatti. Es bringe Forschung, Beratung, Unternehmen sowie Landwirtinnen und Landwirten zusammen. «Nur so kommen wir weiter.»

Gezielter PSM-Einsatz

Im Zentrum von PFLOPF steht der Einsatz digitaler Technologien. Das Spektrum reicht von kameragesteuerten Hackgeräten, GPS-gelenkten Spritzgeräten mit Einzeldüsenabschaltung bis hin zum Einsatz von Spritzdrohnen. Ihnen gemeinsam: Sie sollen einen effizienteren und damit sparsameren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ermöglichen. Grosse Bedeutung kommen Prognosemodellen zu. Diese erlauben es, Pflanzenschutz gezielter auszuführen. Ziel von PFLOPF ist es zudem, die teilnehmenden Landwirte zu vernetzen und den Datenaustausch zwischen Beratung und Praxis zu verbessern.

Digitalisierung nutzen

«Die Digitalisierung birgt ein grosses Potenzial. Dieses wollen wir mit PFLOPF aufzeigen», sagte Christian Eggenberger vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg. Und Martin Bertschi vom Strickhof betonte, dass das Projekt auch dazu beitragen soll, Hürden abzubauen, die heute den Einsatz von Techniken der Präzisionslandwirtschaft erschweren.

PFLOPF
Rund 60 Betriebe mit einer Fläche von 900 Hektaren beteiligen sich in den drei Kantonen an PFLOPF, ein Drittel davon im Kanton Zürich. Ihnen stehen 7 Massnahmen zur Auswahl, von denen sie mindestens 2 umsetzen müssen. Die teilnehmenden Betriebe werden in der Umsetzung intensiv von den kantonalen landwirtschaftlichen Zentren unterstützt. Für ihren Mehraufwand erhalten die teilnehmenden Landwirte eine finanzielle Entschädigung. Weitere Informationen unter pflopf.ch 



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