Pflanzenschutz aktuell Feldbau 11. September

12.09.2019

Sind Fallen gestellt?

Mit dem schönen, wärmeren Wetter hüpfen die Erdflöhe zu. Schalen müssen aufgestellt sein, Kontrollen jetzt erfolgen. Bei Raps im 2-4 Blattstadium kann je nach Fallenfängen mit einer Behandlung zugewartet werden


Rapserdfloh

Ende August gesäter Raps entfaltet vielerorts schon das zweite echte Blatt. In den Fallen im Weinland, in Lindau und dem Unterland haben wir bis Mittwochnachmittag nur an einzelnen Standorten maximal 10 Erdflöhe gefangen. Der sehr vereinzelte Schab- und Lochfrass deutet darauf hin, dass erst vereinzelt Erdflöhe eingehüpft sind.

In den letzten 2 Jahren war die Bekämpfungsschwelle mit der Anzahl angeschabter oder gelochter Keimpflanzen oft schon überschritten, wenn in der Falle nur 30 Käfer in einer Woche gefangen wurden (90 in drei Wochen). Spätsaaten oder Felder mit ungleichem Auflaufen sind bei noch schwachem Auftreten speziell anzuschauen, weil der Erdfloh gerne die jüngsten Pflanzen befällt. In den nächsten Tagen herrschen optimale Flug- (Hüpf) Bedingungen, da es zwischen 15 und 25°C warm wird. Die Rapsfelder und die Fallen sind in den nächsten Tagen deshalb gut zu überwachen. Wenn der Raps im frühen Stadium nicht gerade gesiebt wird oder wie jetzt schon etwas weiterentwickelt ist, wartet man mit einer Behandlung besser zu, bis möglichst viele Käfer (Bekämpfungsschwelle: 100 Käfer in drei Wochen in einer bodeneben vergrabenen Fangschale) zugeflogen sind. Da der Frass des Erdflohs ab dem 2-4 Blattstadium nicht mehr immer an den Löchern auf den Blättern erkennbar ist, sollte die Stärke des Zufluges mit der Schale überwacht werden. Nur so kann die Notwendigkeit einer Behandlung im 6-8 Blatt abgeschätzt werden. Diese Behandlung soll verhindern, dass die Erdflöhe Eier ablegen oder dass sich viele Larven in die Blattstiele einbohren können. Bei einem frühen Zuflug im September werden die Larven vor dem Winter gross und es braucht viel weniger, damit ein beträchtlicher Schaden entsteht als bei späterem Einflug (Eiablage). Bei spätem Einflug (ab Oktober) ist nur bei massenhaftem Fang (200-300 Käfern) noch eine Behandlung nötig. Jede nach einem schwachen Auftreten nicht durchgeführte Behandlung reduziert die Resistenzgefahr und schont die Umwelt. Die im letzten Herbst nachgewiesene Resistenz gegen Pyrethroide kann so auch hinausgezögert werden.

Mit der Falle kann auch das Vorhandensein anderer Schädlinge überwacht werden. An einigen Standorten hatten wir viele kleine Kohlfliegen (etwas kleiner wie Stubenfliege mit roten Augen) und Rapsblattwespen in den Fallen. Schäden durch Kohlfliegenlarven kann man übrigens durch Untersaaten verhindern (Fliege findet Raps nicht), leider funktioniert das bei den Erdflöhen nicht. Wenn viele Rapsblattwespen gefunden werden, ist man gewarnt, dass man später auf die samtschwarzen Raupen achten muss.

Wenn Sie die Sonderbewilligung für eine Behandlung einholen, weisen wir Sie auf die einzuhaltenden Abstände zu Oberflächengewässern hin und dass bei zu viel Wind nicht behandelt werden darf. Der Driftabstand beträgt je nach Mittel 20, 50 oder 100m (Mittelheft S. 23). Durch Driftreduktionsmassnahmen wie Injektordüsen oder die Wuchshöhe des Pufferstreifens kann dieser Abstand auf 6 Meter reduziert werden (Mittelheft S. 113). Die meisten der möglichen Insektizide (Pyrethroide) haben neu (zusätzlich) die Auflage, das Abschwemmrisiko mit geeigneten Massnahmen zu reduzieren. Dies wird in der Bewilligung oder auf der Etikette in Form von Punkten ausgedrückt. Die meisten Erdfloh-Insektizide haben einen Punkt. Für einen Punkt braucht es bspw. einen 6m breiten Pufferstreifen (ohne Weg/Strasse) entlang des Baches. Weitere Massnahmen sind im Mittelheft Seite 114 aufgeführt oder in der Weisung Drift und Abschwemmung des BLW.

Georg Feichtinger, Markus Hochstrasser


Aktuelle Information vom Montag, 16.9.2019:

Regionale (Kanton Zürich) Sonderbewilligung zur Bekämpfung des Raps-Erdfloh (Schutz der Jungpflanzen) vom 16.9.2019 bis und mit 26.9.2019 für 1 Behandlung.
Bitte beachten Sie die Auflagen



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