Schälfräse als mögliche Alternative

06.09.2019

Am gut besuchten Profi-Morgen Ackerbau am Strickhof in Lindau standen unter anderem Anbauversuche mit Mais und Sonnenblumen im Fokus. Ziel der Versuche war es, die Unkrautbekämpfung möglichst ohne Herbizid und die Bodenbearbeitung ohne Pflug zu testen.

Sonnenblumen

Bei der gepflügten Versuchsparzellen wurden mit vier verschiedenen Methoden das Unkraut bekämpft: Konventionell mit Vorauflaufherbizid, hacken, Untersaat während Saat und Untersaat später. Gemäss den Versuchsleitern Martin Bertschi und Manuel Peter vom Team Ackerbau haben alle Verfahren funktioniert. Die günstigste Variante ist das Herbizidverfahren. Bei den herbizidlosen Verfahren werden die Mehrkosten von mehrmaligem Hacken und Untersaat durch die Ressourceneffizienzbeiträge ausgeglichen. «Schliesslich ist der Ertrag entscheidend über den Erfolg und dieser ist im Herbizidverfahren am sichersten.»

Mais

Im Mais werden drei Anbauverfahren nach Kunstwiese durchgeführt:

1. Bodenbearbeitung mit Pflug und Kreiselegge, danach mechanische Bodenbearbeitung mit bis zu vier Hackdurchgängen. Der Mais sieht im Allgemeinen gut aus. Weil es im Mai zu nass war, konnte aber trotz striegeln und hacken nicht alles Unkraut bekämpft werden.
2. Bodenbearbeitung mit Schälfräse (vergleichbar Geohobel). Der Erfolg mit der Schälfräse sieht durchzogen aus. Beim einmaligen Fräsen ist sehr viel Gras vorhanden und der Mais steht sehr lückig. Denn nach dem Fräsen konnte das Gras aufgrund Regen wieder anwachsen und den Mais konkurrenzieren. Um trotz flacher Bodenlockerung einen guten Bodenschluss zu erzielen empfiehlt sich der Einsatz einer Direktsämaschinen. Beim zweimaligen Fräsen (2 Wochen dazwischen) sieht der Mais hingegen erfreulich aus. Der Boden war feiner und erlaubt eine normale Saat. «Am besten bewährt sich ein Fräsdurchgang im frühen Frühling und der zweite vor der Maissaat Anfang bis Mitte Mai», sagt Manuel Peter.
3. Streifenfrässaat: Vorgängig wurde die Kunstwiese mit Glyphosat abgespritzt. Dieses Verfahren sieht gut aus, mit kräftigen Pflanzen und hohem Kolbenanteil. Zudem kann eine schöne Bodenstruktur mit viel biologischer Aktivität beobachtet werden.

Die stabilsten und sichersten Erträge werden mit dem Pflug erreicht. Die anschliessende Unkrautregulierung kann dann problemlos sowohl mit einem Herbizid wie auch mit Hacken erfolgen. Bei früher Saat nimmt der Aufwand für Hackdurchgänge enorm zu, wenn bei kühler Witterung das Unkraut zügiger wächst als der Mais. In Kombination mit dem Pflug ist die mechanische Unkrautregulierung verhältnismässig einfach, wird allerdings durch Beiträge aber auch weniger gut entschädigt (Fr. 250.-/ha).

Die Schälfräse und anschliessendes Hacken ermöglicht den pfluglosen Wiesenumbruch ohne wie bei der Streifenfrässaat Glyphosat und Nachauflaufherbizide einsetzen zu müssen. Diese herausfordernde Kombination aus pflug- und herbizidlos wird mit Beiträgen bis Fr. 600.-/ha vergütet.

Dank diesen Beiträgen kann ein Minderertrag von 20 bis 30 dt TS/ha in Kauf genommen werden. Bei den Versuchen am Strickhof konnte aufgrund der Ertragsschätzungen gezeigt werden, dass das Schälfräsverfahren mit zweimaligem Durchgang sowohl ertragsmässig als auch wirtschaftlich interessant ist.  

Weiter referierten am Profimorgen Georg Feichtinger zum Pflanzenschutz bei Raps, Markus Bopp zum Thema Gründüngungen und Zwischenfutteransaat, Markus Hochstrasser zu den Auflagen von Drift und Abschwemmung beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sowie Pflanzenschutz bei Zuckerrüben.



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