Pflanzenschutz aktuell Feldbau 28. August

30.08.2019

Termine und Schnecken

Im ÖLN gilt beim Anlegen von Zwischenfutter oder Gründüngungen die gute landwirtschaftliche Praxis, in Neuansaaten Blacken mit Wuchsstoffen bekämpfen, nach Hagel die Maiskolben kontrollieren und nach dem Regen die Schnecken im Raps.


Bodenschutz Termine Ackerbau

Stichtag für den Bodenschutz ist der 31. August. Ist die Kultur am 31.8. noch vorhanden (Bsp. Mais), muss (man darf aber) keine Begrünung über den Winter erfolgen. Ist die Kultur am 31.8. geerntet (Bsp. Weizen), muss im Herbst eine Winterkultur (Bsp. Wintergerste oder Raps) oder eine Gründüngung/Zwischenfutter angesät werden. Beim Saatzeitpunkt und der Nutzungsdauer des Zwischenfutters/Gründüngung muss kein Datum mehr berücksichtigt werden (ausser für LQ, Saattermin 15. August). Die Bodenbedeckung muss aber gemäss der guten landwirtschaftlichen Praxis erfolgen.

Blackenbekämpfung

Samenblacken in Neuansaaten mit Wuchsstoffen bekämpfen
Wenn der Klee 3 echte Blätter gebildet hat und Samenblacken vorhanden sind, kann mit 4-6 l/ha MCPB (Divopan, MCPB, Trifolin) oder mit 3 l/ha MCPA Plus ohne Sonderbewilligung eine Flächenbehandlung durchgeführt werden. (Mischungen mit Perser-, Alexandriner- und Inkarnatklee nicht behandeln/ Luzernemischungen max. 4l/ha MCPB). Sind bereits grössere Blacken vorhanden, kann 1.0 l/ha Asulam beigemischt werden. Behandlung bei Temperaturen unter 25°C sind verträglicher. Alternativ könnten alte Stöcke beim Auflaufen des Zwischenfutters von Hand zusammengelesen werden. In dieser Phase sind die Stöcke noch nicht gut verwurzelt.

Alte Stöcke in Wiesen
Vereinzelte Blacken kann man das ganze Jahr von Hand ausstechen. Hat es zu viele Blacken, ist die chemische Variante am ökonomischsten. Der optimale Termin der Bekämpfung liegt zwischen Ende August bis Ende September, da die Blacken in dieser Zeit den Wirkstoff optimal in die Wurzel hinunter transportieren. Bei Einzelstockbehandlungen werden mit Ally Tabs sehr gute Resultate erzielt. Simplex ist nur bis Ende August bewilligt. Flächenbehandlungen in Dauerwiesen können ohne Sonderbewilligung bis maximal 20% der Dauergrünlandfläche (ohne BFF) mit einem selektiven Herbizid (Asulam, Harmony, Hoestar) durchgeführt werden. Behandlungen sollten nur unter 25°C vorgenommen werden. Bei einer Wiesenerneuerung ist beim Einsatz eines Totalherbizides (Glyphosate) immer eine Sonderbewilligung notwendig.

Hagel

In Regionen die von Hagel getroffen wurden, empfehlen wir bei Rüben oder Mais folgendes:
Rüben: Die Bekämpfung der Cercospora-Blattflecken sollte im gewohnten Rhythmus erfolgen, allenfalls ist auch die letzte Fungizidbehandlung mit Kupfer zu ergänzen und durchzuführen, wenn die frisch gebildeten Blätter eine gewisse Grösse erreicht haben.
Mais: Bei verletzten Pflanzen, insbesondere Kolben, können sich unter den Lischen Fusarienpilze ausbreiten. Dies ist vor allem bei Silomais zu beachten. Ab einer Befallsstärke von 3% (4-5 Hagelkörnereinschläge je Kolben, gut sichtbar, wenn die Lischen entfernt werden) empfiehlt sich in diesem Fall der Zusatz eines Siliermittels. Ein paar Wochen nach dem Hagelschlag kann sich der für Fusarien typische rosarote Pilzbelag bilden.

Raps

Vielerorts ist die Rapssaat früh erfolgt. Durch eine reduzierte Saatmenge und zurückhaltenden Stickstoffeinsatz kann das frühzeitige Schossen im Herbst vermindert und trotzdem ein gutes Wurzelwachstum gefördert werden. Nach dem Wetterwechsel zu Beginn der nächsten Woche sind gerade in «dünnen» Beständen Schneckenkontrollen angesagt. Bei den Erdflöhen hoffen wir auf einen schwachen Zuflug…



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