Green Tech Amsterdam

26.06.2019

Vom 11-13 Juni fand in Amsterdam die Green Tech statt. Dies ist eine internationale Messe rund um den Gewächshausanbau. In 4 Hallen waren Firmen vertreten, die sich mit dem Gewächshausanbau beschäftigen, sei es als Gewächshausbauer, Produzent von Inneneinrichtungen oder Software. Des Weiteren gab es zwei Sonderpavillons zu den Themen Vertical Farming und Medicinal Cannabis. Man hatte die Gelegenheit, viele Vorträge von Wissenschaftlern, Produzenten und Firmen zu hören.

Energietransition
Natürlich ist auch in den Niederlanden die Energietransformation ein grosses Thema. So will die Anbauer Vereinigung Glastuinbouw Nederlands den CO2 Ausstoss bis 2030 halbieren und bis 2040 fossilfrei sein. Dies ist ehrgeizig, denn aufgrund des Pariser Abkommens hätten Sie eigentlich 10 Jahre mehr Zeit. Weil dann weniger Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen eingesetzt werden können, muss das Stromnetz ausgebaut werden. Zudem müssen neue Geothermiebohrungen gemacht und neue energiesparende Gewächshäuser gebaut werden. Nach Modellrechnung werden die bisherigen Energieträger bald nicht mehr günstiger sein als Geothermie und Abwärmenutzung. Es wird empfohlen, sich mit der Gemeinde oder der Region auszutauschen über Abwärmenutzung. Eine grosse Energieeinsparung konnte erreicht werden mit der Rückgewinnung der latenten Wärme durch Kondensation des Wasserdampfes in der Luft.

Digitalisierung
Auch die Digitalisierung im Gewächshaus war ein grosses Thema. So nahmen Techfirmen wie Microsoft in Wageningen am Autonomous Greenhouse Wettbewerb teil, wo eine Gurkenkultur mittels eines Rechenprogrammes der Teilnehmer ohne Besuch des Gewächshauses geführt wurde. Das Rechenprogramm wurde aufgrund von bestehenden Pflanzenmodellen und vorhandenen Daten entwickelt und lernte ständig dazu. Interessant war, dass die durch Holländische Produzenten geleitete Kontrolle nicht besser abschnitt als die durch den besten Rechner geführte Kultur.

Auch in der Robotik geht die Entwicklung voran. Es gibt bereits Erntemaschinen für Paprika und Erdbeeren. Wobei das Anbausystem und die Sorten angepasst werden müssen, damit die Effizienz jener steigt. Zudem werden sie als Komplement zur Handarbeit gesehen und (noch) nicht als deren vollständiger Ersatz. Es gibt auch erste Roboter, die Reihe für Reihe abfahren und Schädlinge und Krankheiten erkennen können.

Weitere Impressionen
Hollands Supermärkte verkaufen fertige Sets zum Kochen eines bestimmten Menüs. Dabei handelt es sich aber nicht um Fertigmenüs sondern um unbehandeltes Gemüse, welches zusammen mit den anderen nötigen Zutaten kombiniert wird. So kann man beispielsweise die Zutaten für Marrokanisches Couscous, Mexikanische Burritos oder Griechisches Moussaka kaufen.

In Hafen von Rotterdam fiel ein schwimmender Kuhstall auf. Ziel ist es, auf der ersten schwimmenden Kuhfarm nahe des Konsumenten zu produzieren. Details findet man unter floatingfarm.nl.



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