Zuckerrüben Mitteilung KW 17

24.04.2019

Rübenaufgang

Dank der Wärme in der Osterwoche haben sich die Rüben schnell vom Keimblatt ins echte Blatt entwickelt. Die Feldaufgänge sind hoch und bisher sind wenig Schädlinge aufgetreten.

Schädlinge
Auffallend ist, dass bisher wenig Schnecken auftraten. Dies ist vermutlich auf den trockenen Sommer/Herbst 2018 zurückzuführen. Auch andere Bodenschädlinge haben bisher kaum Schäden verursacht. Erdschnaken traten wie üblich ab und zu nach Herbst-Grasmischungen auf.
Die oberirdischen Schädlinge, allen voran der Erdfloh, erreichte kaum irgendwo die für eine Sonderbewilligung nötige Schadschwelle von 50% Befall. Beim Erreichen der echten Blätter braucht es für eine lohnende Bekämpfung dann schon Schabstellen auf 8 von 10 Rüben. Zufliegende Käfer aus den Winterquartieren sind entlang von Hecken oder Waldrändern am ehesten zu erwarten.

Bestandesdichte
Im Osten der Schweiz können wir generell einen hohen Feldaufgang feststellen. Ab und zu wurde aber die Ablagetiefe etwas zu gering gewählt, sodass bei einigen Samen das Wasser für die Keimung nicht genügte. Sobald wieder Regen fällt, werden auch diese Pillen noch keimen. – Lückige Bestände sind selten und treten hauptsächlich auf Parzellen mit Februarsaaten auf.
Auf Feldern mit grösseren Lücken muss vor einer überstürzten Neusaat die Bestandesdichte genau ermittelt werden. Liegt die Pflanzenzahl durchschnittlich, über mehrere Reihen ausgezählt, über 20 Rüben pro 10 Laufmeter, muss das Feld diskussionslos stehen bleiben. Liegen die Durchschnittswerte zwischen 15 und 20, sollten Sie vor einem Entscheid mit uns Kontakt aufnehmen. – Schauen Sie die «schlafenden» Pillen gut an. Ist die Pille gesprungen, hat der Samen gekeimt und ist anschliessend entweder vertrocknet oder gefressen worden. Eine Pille ohne Risse, insbesondere bei flacher Saat, kann nach wie vor keimen, also nicht überstürzt handeln.

Düngung
Haben Sie aus irgendeinem Grund die Grunddüngung zu Zuckerrüben noch nicht gegeben, können Sie dies ab dem 6-Blatt der Rüben nachholen.
Auf Betrieben mit Hofdünger sollte die N-Düngung nun so schnell wie möglich ausgebracht werden. Denken Sie daran, dass weniger oft mehr ist! – Auf viehlosen Betrieben ist die erste Gabe sicher erfolgt und eine allfällige Kopfdüngung sollte, am besten vor Regen und wegen der Verbrennungsgefahr nicht auf feuchte Bestände, in den nächsten 2-3 Wochen erfolgen.
Zur Berechnung der nötigen Stickstoffmenge finden Sie auf unserer Homepage unter Entscheidungshilfen das Berechnungstool LIZ NPro.

Unkraut
Auf den meisten Feldern ist inzwischen der erste Herbizidsplitt erfolgt. Sollte die Witterung eher trocken bleiben, so müssen wie im Vorjahr die Kontaktherbizide forciert werden, ohne aber auf die Bodenherbizide ganz zu verzichten! – Prinzipiell wird an den 3 Hauptwirkstoffen (Phenmedipham, Ethofumesat, Metamitron) festgehalten. Der Bodenherbizidanteil, auch jener der Ergänzungsmittel (Dual, Spectrum, Venzar), soll reduziert werden. Diese Mittel wirken bei Trockenheit schlecht und zudem besteht nach Regen das Risiko, dass alles aufs Mal zur Wirkung kommt, was die Rüben stark hemmen dürfte. An dieser Beurteilung ändern auch ein paar Millimeter Niederschlag wenig. Gegen grösseres Unkraut sollten die Kontaktmittel jetzt erhöht oder die Behandlungsintervalle verkürzt werden. Auch Zusätze wie Debut, Lontrel, Herbizidöl oder andere Additive müssen ins Auge gefasst werden. Welcher Zusatz gegen welches Unkraut am besten wirkt, finden Sie im «Rübenpflanzer II/19» auf der letzten Seite. – Was bei den Fungiziden gilt, gilt auch bei den Herbiziden: Die Wirkung bei höherer Luftfeuchtigkeit (Behandlung am Morgen) zeigt die besten Behandlungserfolge. Bei Trockenheit dürfte die Hirse trotz Ergänzungsmittel in den nächsten Tagen erscheinen. Dies ist aber weniger tragisch, da diese mit den spezifischen Gräsermitteln gut bekämpft werden können. Entweder fügen Sie im nächsten Splitt eine halbe Menge Gräsermittel (Typ Fusilade) bei (Achtung, dadurch wird die Mischung aggressiver) oder bekämpfen die Hirsen später mit der vollen Dosierung in einem separaten Durchgang; frühestens 3 Tage nach einer vorangegangen Herbizidspritzung.

Smart Belamia
Haben Sie diese Sorte gewählt (orange Farbe mit violetter Pillenhüllmasse!), so wird es auf den meisten Standorten Zeit den 1. Splitt zu setzen. – Die Melde steht im 2-4 Blatt und die konventionellen Sorten werden zum zweiten Mal gespritzt. – Ergänzen Sie die 0.5 l/ha Conviso One, besonders bei trockenen Verhältnissen, mit einem halben Liter Oel, andere Produkte braucht es nicht. – Bezüglich Nachbarkultur und Spritzenreinigung müssen Sie sich gleich verhalten, wie wenn Sie ein Maisherbizid einsetzen…!



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Andreas Bertschi

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