Pflanzenschutz aktuell im Feldbau 17. April

17.04.2019

Noch wenige Rübenerdflöhe

Bis am Dienstag waren noch kaum Erdflohschäden sichtbar. In Weizen und Gerste ist die Verkürzung allenfalls vorzunehmen. Der Weizen ist im Allgemeinen sehr gesund. Und nur noch später Raps, der noch einige Tage bis zur Blüte braucht, sollte nochmals auf Glanzkäfer kontrolliert werden.

Zuckerrüben
Am Dienstag waren auf 8 von 10 Feldern noch kaum Erdflohschabstellen ersichtlich (0-5% der Pflanzen). Auf zwei Feldern waren 20-30 % der Pflanzen mit einzelnen Gruben pro Blatt angeschabt. In die Keimblätter fressen sie keine Löcher, sondern nur kleine Gruben. Wenn sie am Rand abbeissen, entsteht ein kleiner Halbmond mit 2-3 mm Durchmesser. Alles andere stammt von den in diesem Jahr seltenen Schnecken oder nach Wiese von Erdschnaken.
Die Bekämpfungsschwelle liegt mit 50% der Pflanzen mit Schabstellen tief. Bis 50% der Pflanzen befallen sind haben einzelne Pflanzen mehrere Schabstellen. Mit der Wärme über Ostern werden die Rüben einen Wachstumsschub erhalten und schnell ins 2-Blattstadium kommen. Es braucht dann schon bedeutend mehr Erdflöhe, damit sie die Zuckerrüben schädigen. Es kann gut sein, dass bei den höheren Temperaturen auch ein stärkerer Zuflug stattfindet. Mit einem Herbizidsplit vor Ostern ein Pyrethroid beizumischen ist noch nicht sinnvoll. Mindestens der 1. Herbizidsplit sollte, falls noch nicht erfolgt, auf kleines Unkraut mit tiefer Kontaktdosierung erfolgen und allenfalls bevor der Erdfloh stark geschabt hat. Die Wirkungsdauer der Pyrethroide darf nicht überschätzt werden. Die Flöhe sollten bei einer Spritzung aktiv sein. Dies ist insbesondere in Mulchsaaten wichtig, wo die Flöhe Unterschlupf finden. Es heisst also gelegentliche Kontrollen durchzuführen und vor allem - keine Panik!!! Wenn die Bekämpfungsschwelle erreicht ist, kann eine Sonderbewilligung beantragt werden.

Raps
In frühen und mittleren Lagen hat der Raps mit der Blüte begonnen. Glanzkäferbehandlungen sind deshalb dort kein Thema mehr. In den späten Lagen geht es noch ein paar Tage bis zur Blüte und eine Kontrolle ist noch angebracht. Die Bekämpfungs-schwelle liegt in diesem Stadium bei 5 Käfern pro Pflanze. Der Löwenzahn auf angrenzenden Wiesen blüht nun. Drift auf blühende Pflanze ist zu vermeiden.

Wintergerste
Die Wintergerste befindet sich an frühen Lagen bereits im 3-Knotenstadium. Optimal wird die Gerste im 1-2 Knotenstadium verkürzt. Wo dies nicht möglich war, kann in den nächsten Tagen immerhin bei besserem Wetter verkürzt werden. Der Gerste sieht man an, ob sie vor oder nach Frostnächten verkürzt worden ist. Die Gerse, die vor der Schlechtwetterphase knapp im 1-Knotenstadium verkürzt worden ist, sieht gut aus.
Eine späte Zwischenbehandlung mit Fungizid oder als Mischpartner bei spätem Verkürzen, bringt bei der Gerste nur bei starkem Mehltaudruck etwas, weil schon bald die Behandlung auf das Fahnenblatt folgen wird. Für eine Behandlung müssen also mindestens 25% der drei obersten Blätter Mehltau aufweisen. Die Blattfleckeninfektionen können nur bei schon über-schrittener Bekämpfungsschwelle und anfälligen Sorten bis auf das Fahnenblatt mithalten. Sonst ist wegen diesen jetzt keine Behandlung nötig.

Winterweizen
Der Winterweizen ist mehrheitlich im 1-2 Knotenstadium. Hier ist zu entscheiden, ob eine Verkürzung nötig ist. Die folgenden Bedingungen sprechen für einen Verkürzer:

  • Sorte mit schlechter Standfestigkeit
  • dichter Bestand
  • kein CCC zu Schossbeginn oder CCC erst in der kalten Phase

Standfestere Sorten, die vor der Kältephase optimal mit CCC verkürzt worden sind, brauchen keine zweite Verkürzung.

Mehltau findet man im Moment wenig. Auf Gelbrost oder beginnende Nesterbildung sollte nach der kalten, regnerischen Phase geachtet werden. Bei Septoria anfälligen Sorten kann nach dem Bayrischen Weizenmodell ermittelt werden, ob mögliche Septoriainfektionen für die Entscheidung mitberücksichtigt werden. Für eine Septoriainfektion braucht es in drei Tagen mindestens 10 mm Regen oder an einem Tag mindestens 5mm Regen, wobei der Weizen dann für mindestens zwei Tage richtig nass sein muss. Zur Einschätzung des Septoria-Infektionsrisikos wird am Kontrolltag 7 Tage zurückgeschaut und ermittelt, ob Infektionsbedingungen erfüllt waren. Nur bei anfälligen Sorten braucht es laut diesem Modell 4-5 Tage nach einer Infektion eine Behandlung.

Dass diese Bedingungen im ganzen Kanton erfüllt waren, zeigt die folgende Tabelle:

Ab einer durchschnittlichen Bewertung auf der Sortenliste ist eine solche Behandlung wegen Septoria im Schossen nicht nötig und es reicht die Fahnenblattbehandlung. Ansonsten präsentiert sich der Weizen ja im Allgemeinen sehr gesund.

Kartoffeln: Drahtwürmer
Dieser "Qualitätsschädling" tritt vor allem auf Flächen auf, die vorher Kunst- oder Naturwiesen waren, Parzellen die in den Vorjahren bewässert wurden und in Sorten, die für die Lagerung vorgesehen sind und daher spät (erst im September) geerntet werden.
Eine Bekämpfung mit Ephosin ist nur möglich und notwendig, wenn eines der obigen Kriterien erfüllt ist. Für den Einsatz von Ephosin ist vor der Anwendung eine Sonderbewilligung einzureichen. Das Formular dazu finden Sie auf der Strickhof Webseite

Autoren: Markus Hochstrasser & Georg Feichtinger



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