Düngung: Planbilanz für 2019 unbedingt rechnen

01.04.2019
Vor der Düngung gilt es den hofeigenen Nährstoffanfall zu prüfen (Quelle: Strickhof)

Vor der Düngung gilt es den hofeigenen Nährstoffanfall zu prüfen (Quelle: Strickhof)

Nährstoffhaushalt im Auge behalten und laufend aktualisieren

Planbilanz für 2019 unbedingt rechnen

Für 2019 werden die neuen Düngungsnormen definitiv in die Nährstoffbilanz integriert. Dadurch ändert sich für viele Betriebe die zur Verfügung stehende Nährstoffmenge. Damit nicht im schlimmsten Fall Ende Jahr das böse Erwachen kommt, sollten Betriebe welche ihre Nährstoffreserven ausnützen, eine Planbilanz rechnen und allenfalls die Düngungsplanung anpassen.

In der Schweiz erfolgt die Nährstoffbilanzierung auf Stufe Betrieb mit der Methode Suisse-Bilanz. Der Fokus liegt dabei auf den Nährstoffen Stickstoff (N) und Phosphor (P). Für die Berechnung der Suisse-Bilanz wird der Nährstoffbedarf der Pflanzen dem Nährstoffanfall aus der Tierhaltung wie auch den zugeführten organischen und mineralischen Düngern gegenübergestellt. Das Grundfutter hat eine besonders wichtige Stellung bei der Suisse-Bilanz. Während die Felderträge bei den Ackerkulturen genau ausgerechnet werden können, gestaltet sich dies im Futterbau deutlich schwieriger. Nur die wenigsten können die Futtermenge pro Hektar genau angeben und kennen auch noch den genauen TS-Gehalt des Futters. Zur Plausibilisierung der Futterbauerträge ist in der Suisse-Bilanz eine Grundfutterbilanz hinterlegt. Der Ertrag der Futterflächen ergibt sich aus dem Bedarf der Tiere, sowie dem zu- oder verkauften Futter. Durch die vielen Faktoren, welche in die Suisse-Bilanz einfliessen, wird die Berechnung komplex. Auch gestaltet es sich schwierig, bei Veränderungen abzuschätzen, wie sich diese auf die Suisse-Bilanz auswirkt.

Grundlagen, welche dem Nährstoffbedarf der Kulturen, der Nährstoffausscheidung der Tiere oder dem Futterverzehr hinterlegt sind, werden durch Agroscop erhoben. Diese Werte sind zusammengefasst in «Grundlagen für die Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz», kurz Grud genannt. Die neusten Zahlen wurden 2017 veröffentlich. Kleine Änderungen, welche jedoch kaum einen Einfluss auf die Suisse-Bilanz hatten, sind bereits in den letzten Jahren in die Nährstoffbilanz eingeflossen. Ab 2019/ 2020 wird die Suisse-Bilanz nun definitiv mit den neusten Zahlen berechnet. Folgende, nicht abschliessende Auflistung, zeigt die wichtigsten Änderungen auf:

  • Raps: Düngungsnorm bei 35dt/ha Kornertrag bei 150kg N (ha Ertragsabhängige N-Korrektur auf max. 180 kg N) Kartoffeln: werden Sortenabhängig in drei N-Gruppen unterteilt
Gruppe 1 Agria, Fontane, Jelly, Nicola Speise- und Verarbeitungskartoffeln 80 kg N / ha
Pflanzkartoffeln: 60 kg N / ha

Gruppe 2 

(=bisherige Norm)

Agata, Annabelle, Amandine, Bintje, Celtiane, Challenger, Désirée, Ditta, Erika, Gourmandine, Gwenne, Hermes, Lady Christl, Laura, Markies, Panda, Pirol, Venezia, Verdi

Speise- und Verarbeitungskartoffeln 120 kg N / ha
Pflanzkartoffeln: 100 kg N / ha

Frühkartoffeln: 110 kg N / ha
Gruppe 3 Charlotte, Innovator, Lady Claire, Lady Rosetta, Victoria Speise- und Verarbeitungskartoffeln 160 kg N / ha
Pflanzkartoffeln: 140 kg N / ha
  • Milchvieh: Standardmilchleistung beträgt neu 7500kg Milch/Kuh und Jahr. Der Nährstoffanfall wie auch der Grundfutterverzehr gingen leicht zurück. Zudem wurde der Kraftfutterverzehr angepasst.

Anpassung der Nährstoffausscheidungen oder des Grundfutterverzehrs bei einzelnen Tierkategorien in den Grud 2017 (Veränderungen in %) Quelle: Agrarforschung Schweiz, Richner und Sinaj 2017, abgeändert

Wie obige Tabelle zeigt, gab es bei einigen Tierkategorien Anpassungen. Wie sich die neuen Zahlen auf den einzelnen Betrieb wirklich auswirken, kann nur mittels einer Planbilanz festgestellt werden. Einige Zahlen heben sich gegenseitig auf, andere können aber auch bei gleichbleibender Düngung zu einem Nährstoffüberschuss führen. Daher sollten betroffene Betriebe unbedingt eine Planbilanz rechnen. Eine Planbilanz kann an verschiedenen Orten bezogen werden. Gerne berechnen wir ihnen die Bilanz und aktualisieren diese auch laufend. Neben dem Strickhof können Sie sich auch an die Agrocontrol wenden. Einige Futtermühlen bieten den Service der Nährstoffbilanzierung ebenfalls an. Allenfalls kann auch selber eine Planbilanz erstellt werden. Dazu gibt es einige Hilfsmittel, wie es beispielsweise das Excel-Tool vom Arenenberg, welches auf deren Homepage gratis abberuft werden kann. Falls Sie bereits eine Planbilanz rechnen liessen, sollten bereits die neuen Zahlen verwendet worden sein.



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