Vorbereitungen zum Austrieb

20.03.2019

Der Winter verlief, bis auf die heftigen Stürme, eher ereignislos. Es gab weder allzu tiefe Temperaturen, noch unerwartete Schneemassen. Im Gegenteil, vor allem der Januar und Februar waren eher trocken. Erst der März brachte die notwendigen Niederschläge und sorgt so für ausreichende Bodenfeuchte.

Zusammen mit den relativ warmen Temperaturen im Februar und März könnte dies, sollte der Trend weiter anhalten, zu einem frühen Austrieb führen. Während bei den Obstgehölzen teilweise bereits erste grüne Spitzen zu sehen sind und sich in den Gärten und Wiesen die Frühlingboten zu regen beginnen, befinden sich die Reben jedoch immer noch in der Winterruhe. Etwas Zeit wird also wohl noch vergehen, bis das erste Grün auch an den Rebstöcken erscheint.

Und das ist auch gut so! Der schöne Februar hat zwar dafür gesorgt, dass man mit dem Winterschnitt gut vorangekommen ist, nun jedoch müssen die Reben noch angebunden werden. Es ist sinnvoll diese Arbeiten vor dem Austrieb abzuschliessen, denn die jungen Rebtriebe sind sehr empfindlich und könnten abbrechen. Vielleicht muss an dem einen oder anderen Ort auch noch das Gerüst instandgesetzt, oder eine Fläche für eine Pflanzung vorbereitet werden. Im Keller herrscht im Moment ebenfalls vielerorts rege Betriebsamkeit. Die Weine erhalten den letzten Schliff und werden füllfertig gemacht. Es gilt die Gelegenheit zu nutzen bevor die Saison draussen so richtig losgeht.

Während dem Winterschnitt und auch noch beim Anbinden hat man die Gelegenheit sich die Reben genau anzusehen. Es kann festgestellt werden, ob es im letzten Jahr Befall durch die Schwarzfleckenkrankheit gegeben hat und eventuell eine frühzeitige Behandlung notwendig ist. Auch Kräusel- und Pockenmilben können bereits beim Austrieb bekämpft werden. Und wer gegen den Traubenwickler die Verwirrungstechnik anwendet, sollte rechtzeitig an das Ausbringen der Pheromondispenser denken. Denn, auch wenn der Flugbeginn der Falter in unserer Region wohl nicht vor Mitte April beginnt, sollten die Dispenser bereits beim Austrieb aufgehängt sein. Danach ist die Zeit oft knapp! Kurz vor dem Austrieb werden dann auf der Agrometeo-Homepage auch wieder die Prognosemodelle aufgeschaltet. Spätestens dann hat die Pflanzenschutzsaison definitiv begonnen.

Daher sollte man sich jetzt auch die Zeit nehmen um sich auf die bevorstehenden Pflanzenschutzmassnahmen vorzubereiten. Vor der ersten Behandlung sollte das Sprühgerät überprüft und eingestellt werden, am besten nach der Caliset-Methode. Besonders die Düsen sind auf korrekte Funktion und Durchflussmenge zu kontrollieren. Dazu müssen die Düsen einzeln ausgelitert werden. Beträgt die Abweichung des gemessenen Düsenausstosses zur Angabe in der Düsentabelle mehr als 20 % muss die Düse ersetzt werden. Müssen mehrere Düsen ersetzt werden sollte man sich überlegen, ob man nicht gleich auf Injektordüsen wechselt. Mit solchen Düsen kann die Abdrift deutlich reduziert werden. Daneben müssen alle Schläuche, Ventile und die Pumpe geprüft werden. So ist sichergestellt, dass die richtige Menge an Spritzbrühe ausgebracht wird und die Pflanzen optimal geschützt werden können.

Allgemeine Informationen zum Pflanzenschutz findet man in der Agroscope Broschüre «Pflanzenschutzempfehlungen für den Rebbau 2019/2020», dort kann auch alles zur Sprühgeräteeinstellung und Dosierung nachgelesen werden. In den «Pflanzenschutzmittteilungen Rebbau» des Weinbauzentrums Wädenswil und auf der Agrometeo-Homepage (www.agrometeo.ch) gibt es dann jeweils während der Saison aktuelle Informationen zum Pflanzenschutz. Welche Pflanzenschutzmittel in ÖLN und VITISWISS und im Bioanbau eingesetzt werden können, ist in der Agroscope Broschüre «Pflanzenschutzmittel für den Rebbau 2019» nachzulesen. Unbedingt zu beachten sind dabei die Auflagen für den Einsatz der zugelassenen Pflanzenschutzmittel (Bienenschutz, Personenschutz, Abstände zu Gewässern usw.). Diese findet man im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BLW (www.psm.admin.ch) oder in der Gebrauchsanweisung.



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Michael Gölles

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