Zuckerrüben Mitteilung KW 10

06.03.2019
Altunkraut lässt sich mit Rübenherbiziden nicht bekämpfen. Reinen Tisch erreichen Sie nur mit dem Pflug oder Glyphosate. (Quelle: A. Bertschi, SFZ)

Altunkraut lässt sich mit Rübenherbiziden nicht bekämpfen. Reinen Tisch erreichen Sie nur mit dem Pflug oder Glyphosate. (Quelle: A. Bertschi, SFZ)

In der Ostschweiz sind in diversen Regionen bereits Ende Februar bei besten Bedingungen die ersten Rüben gesät worden.

Kriterien für die Rübensaat
Da die Rüben im ersten Jahr nicht reif werden, ist für hohe Zuckererträge eine möglichst lange Vegetationszeit wichtig. Wichtig ist aber auch, dass die Rüben tief wurzeln können. Somit bleibt als Hauptkriterium für die Rübensaat der Bodenzustand. – Nach dem sonnigen, trockenen und niederschlagsarmen Februar haben die Landwirte, die die Rüben vor einer Woche gesät haben, in diesem Sinne richtig gehandelt. In einigen Wochen wissen wir, ob dies sogar die besten Bedingungen überhaupt waren! Erfahrungsgemäss ist es so, dass nicht in der ersten, sondern in den darauffolgenden möglichen Säperioden die meisten Fehler begangen werden. Oft macht sich dann eine gewisse Panik breit und man fährt 1-2 Tage zu früh ins Feld… vermeiden Sie diesen Fehler!

Was spricht aber gegen eine so frühe Saat? – Einerseits ist es die noch relativ tiefe Bodentemperatur, was etwas geringere und unregelmässige Feldaufgänge erwarten lässt. Andererseits könnte die Unkrautbekämpfung anspruchsvoller und teurer werden. Mit dem Wegfall von Gaucho haben wir gegenüber oberirdischen Schädlingen eine schwächere Waffe und zudem bleiben früh gesäte Rüben länger in einer kritischen Phase. Nicht zu unterschätzen ist zudem das erhöhte Risiko auf mehr Schosserrüben. Deren Auftreten ist nicht nur abhängig von tiefen Temperaturen, sondern auch von den geringeren Tageslängen. Wir raten deshalb die Conviso-Rüben und Rhizoctonia-tolerante Sorten nicht vor Mitte März auszusäen.

Saatbettbereitung und Ablagetiefen
Achten Sie hauptsächlich auf im Frühjahr gepflügten Feldern auf eine gute Rückverfestigung, insbesondere in der Tiefe, denn wer weiss, ob es nicht wieder ein trockenes Frühjahr gibt und dann muss die Feuchtigkeit aufsteigen können. – Jeder Samen braucht zum Keimen gleichzeitig Wasser, Wärme und Sauerstoff. Entsprechend muss die Ablagetiefe dem «Minimum» dieser Faktoren angepasst werden:

  • Frühe Saaten oder feines Saatbett -> flache Saaten (1-2 cm)
  • Späte Saaten oder scholliges Saatbett -> tiefe Saaten (2-4 cm)

Achten Sie zudem darauf, dass zu fein bearbeitete Felder oder Böden die zur Verschlämmung neigen nicht unmittelbar vor Starkregen besät werden.

Reduzierte Bodenbearbeitung
Planen Sie eine Mulch- oder Direktsaat, sollten Sie vor der Bodenbearbeitung die Unkrautsituation beurteilen. Je nach Unkrautart müssen Sie die Glyphosatmenge anpassen. Mit einer geringen Wassermenge und Einsatz bei höheren Temperaturen, können Sie die Wirkung klar verbessern. Eine Saatbettbereitung sollte frühestens 3 Tage nach der Applikation erfolgen. Auf Direktsaatflächen kann notfalls auch nach der Saat noch Glyphos eingesetzt werden.

Schädlinge
Das Pilleninsektizid «Force» wirkt gegen unterirdische Schädlinge ebenso gut wie das für 2019 nicht mehr zugelassene "Gaucho". Keine Wirkung ist aber bei oberirdischen Schädlingen (Erdfloh, Blattlaus) zu erwarten. Dementsprechend ist nun wieder auf Lochfrass auf den kleinen Rüben zu achten. Achtung: Für eine Erdfloh-Bekämpfung braucht es eine Sonderbewilligung durch die kantonale Pflanzenschutzstelle. Als Schadschwelle gilt: 50% der Rüben zeigen Befall.
Kommen ihre Rüben auf eine Parzelle zu stehen auf der letzten Herbst eine Grasmischung stand, muss mit Erdschnaken gerechnet werden. Bei Massenauftreten genügt dann das Insektizid in der Pille nicht und Sie müssen zum Erdschnakenköder greifen.
Unerwartet stark können auch immer wieder Schnecken auftreten. Legen Sie deshalb bereits kurz nach der Saat ein paar Testflächen mit Schneckenköder an. Finden Sie bei der folgenden Kontrolle Schleimspuren, können Sie handeln bevor die Rüben auflaufen. Achtung: Sluxx-Köder hinterlassen keine Schleimspuren.

Düngung
Nehmen Sie vor der Düngergabe die Bodenanalysen und Laborwerte der abgelieferten Rüben aus den Vorjahren zur Hand. – Falls die Nährstoffe in ihrem Boden mindestens in der Versorgungsklasse C liegen, genügt es für einen Vollertrag nicht mehr zu düngen, als das, was mit der Rübe in die Fabrik weggeführt wird: 60 kg P2O5 – 180 K2O – 40 MgO. Beim Stickstoff genügen in Betrieben mit Hofdünger 20-50 Einheiten als Startgabe und dies unabhängig davon, ob vor Zuckerrüben Hofdünger eingesetzt wurde oder nicht. Bloss auf viehlosen Betrieben folgt danach noch eine Kopfgabe von 40-80 Einheiten. Auf unserer Homepage www.zuckerruebe.ch finden Sie unter Entscheidungshilfen das Stickstoff-Berechnungstool LIZ NPro, das ihnen Anhaltspunkte zur N-Düngung gibt.



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Kontakt

Luzi Schneider

Schweiz. Fachstelle für ZuckerrübenanbauTelefon:+41 58 105 98 78E-Mail:Infos zur Person