Zuckerrüben Mitteilung KW 5

31.01.2019
REB – bei diesem Programm kommt dem Hacken/Striegeln eine grosse Bedeutung zu. (A. Bertschi, SFZ)

REB – bei diesem Programm kommt dem Hacken/Striegeln eine grosse Bedeutung zu. (A. Bertschi, SFZ)

Rübenabrechnung und Laborwerte

Die optimale Nährstoffversorgung ist die Basis für maximale Erlöse. Bei der Zuckerrübe gilt oft, weniger ist mehr. Nutzen Sie dazu die Gratis-Pflanzenanalyse der Zuckerfabrik.

Nächstens können Sie auf dem Pflanzerportal der Zuckerfabrik ihre Rübenabrechnung mit den vergleichenden Durchschnitts-Laborwerten einsehen. Diese benötigen in diesem Jahr eine etwas andere Beurteilung als gewohnt. Die Durchschnittswerte, insbesondere jene der Zuckerfabrik, zeigen nur ein stark verzerrtes Bild, denn die Schwankungsbreite der einzelnen Analysen lag 2018 in einem extrem weiten Bereich. Hauptverantwortlich dafür war die Witterung. Somit dürften die Durchschnittszahlen der Gemeinde bessere Anhaltspunkte geben. Hatten Sie letztes Jahr in verschiedenen Gemeinden Rüben, sollten Sie die dazu jeweiligen Vergleichswerte kennen. Auf Wunsch können diese bei der Fabrik oder bei mir nachgefragt werden.

Bekanntlich sind die Analysewerte auf jeder Anfuhrbestätigung ausgewiesen. Demzufolge sollte, falls die Rüben auf mehreren Parzellen standen, die Einzelwerte entsprechend zugeordnet werden. Da in Extremjahren oft auch die Einzelresultate eines Feldes stärker streuen als gewohnt, sind die Resultate 2018 als Ganzes zu relativieren. Hinterfragen Sie wegen einem Jahr nicht all ihre Massnahmen.

Wohl war das vergangene Jahr viel zu trocken und zu heiss. Im Vergleich zu andern Ländern hatten wir aber immer noch relativ viel Wasser. Demzufolge lag das Problem vielmehr bei den andauernd hohen Temperaturen, insbesondere auch in der Nacht. Je nach Boden fiel entsprechend der Effekt von bewässerten Parzellen aus – erfreulich gut bis überraschend schwach! [BA1] Auch mit den Zuckergehalten und den Ausbeuten waren bei weitem nicht alle zufrieden. Dass dies kaum an der gesäten Sorte lag, beurteilten die Landwirte richtig, denn sonst hätte es grössere Verschiebungen bei der Sortenbestellung für 2019 geben müssen.

Wir erwarten nun, dass die Landwirte auch bei der Düngung für den Anbau 2019 eine gewisse Gelassenheit zeigen werden. Anpassungen sind aber vorzunehmen, wenn die Werte schon seit längerer Zeit ausserhalb des Optimums liegen. Werfen Sie also wieder einmal einen Blick auf die Ablieferungen der Vorjahre, insbesondere auf die Rüben-Analysen vom letzten Anbau auf der Parzelle 2019.

Vergessen Sie nicht, dass die Zuckerrübe eine 2-jährige Kultur ist. Sterben die Blätter ab (Stress, Trockenheit, Blattkrankheiten, Herbst…) werden die darin vorhandenen Nährstoffe in den Wurzelkörper eingelagert und für die Bildung neuer Blätter, respektive Samenständer im Folgejahr wieder gebraucht. Dies gilt auch für den Zucker. Treibt die Rübe im Sommer/Herbst neue Blätter, ist die Blattmasse immer geringer als im Normaljahr. Entsprechend ist die Nährstoffkonzentration in der Wurzel höher, die Analysen zeigen höhere Werte und dies ergibt dann tiefere Ausbeuten. Dass dem wirklich so ist, zeigte sich tatsächlich auch in der Verarbeitung. Damit die Zuckersäfte stabilisiert und der Zucker extrahiert werden konnte, mussten in der Zuckerfabrik die tägliche Verarbeitungsmenge reduziert und vermehrt Hilfsstoffe eingesetzt werden, die mengenmässig alles Bisherige weit übertrafen. Bekanntlich steigt der Melasseanteil und der nicht kristallisierbare Zucker mit steigenden Kalium-, Natrium- und Stickstoffwerten an. Trockenheitsgeschädigte, gummiartige Rüben zeigen besonders hohe Werte. – Helfen ihnen die nachstehenden Hinweise nicht weiter, so rufen Sie uns an.

Zuckergehalt – 2018 unter 16.5%?

  • hohe oder späte N-Düngung resp. N-Nachlieferung
  • lückige Bestände, grosse-kleine Rüben
  • angefaulte Rüben
  • starker Cercosporabefall ev. mit Neublattaustrieb
  • Sorteneinfluss: ertragreiche oder zuckerreiche Sorte
  • hoher Ertrag

Kalium (normal 3.0 – 4.5) – 2018 höher als 5?

  • Kaliumgehalt im Boden resp. Unterboden hoch
  • Kali-Düngung zu hoch
  • Lückige Bestände
  • > Werte unter 2.5 sind zu tief

Natrium (normal 0.2 – 0.3) – 2018 höher als 0.4?

  • viel organischer Dünger, primär Gülle
  • hohe oder späte N-Düngung
  • lückige Bestände
  • hohe Bodenwerte (möglich aber selten)

Stickstoff (normal 0.6 – 1.3) – 2018 höher als 2.3?

  • Stickstoffangebot zu hoch
  • hohe N-Nachlieferung oder lückige Bestände
  • viel Blattflecken
  • > Werte unter 0.5 sind zu tief

Ausbeute – 2018 unter 87%?

  • Weichen die Einzelwerte stärker nach oben ab, desto geringer ist die Ausbeute. Entscheidend sind primär der Zuckergehalt und der Stickstoffwert.

Beachten Sie, dass suboptimal tiefe Inhaltstoffe nicht zwingend besser sind, denn für gute Wurzelerträge braucht es auch eine ausreichende Nährstoffversorgung. Zudem sind gut versorgte Rüben auch widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit und Krankheiten.

Ressourceneffizienzbeiträge
Interessieren Sie sich für die REB vom Bund, so informieren Sie sich rechtzeitig über die Anmeldefrist und die Änderungen für 2019. Wohl sind die Beiträge mit allen Sorten zu holen, mit der Wahl von «Smart Belamia» sind die Vorgaben jedoch einfacher zu realisieren. 



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Andreas Bertschi

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