Zuckerrüben Mitteilung KW 40

04.10.2018

Bund ist bemüht den Rübenanbau zusätzlich zu stützen

Hoffentlich vermögen die positiven Zeichen aus Bern den Rückgang des Rübenanbaus zu drehen. Die Rüben sind nach wie vor eine attraktive Kultur, bilden für die Betriebsleiter aber auch echte Herausforderungen.

Ertragserwartung
Die letzte Ertragserhebung zeigt, dass wir mit ähnlichen Zuckererträgen wie in den Jahren 2013, ’15 und ‘16 rechnen müssen. Bekanntlich waren dies für die meisten Betriebe ertragsschwache Jahre. Eine Ertragsschätzung ist in diesem Jahr sehr schwierig. Die Schwankungen werden 2018 sehr breit sein, der eine kann 100 t/ha ernten, der andere braucht dafür 2-3 Hektaren. Dank weiterhin viel Sonnenschein und kühlen Nächten, dürften die Zuckergehalte, trotz wiederum viel Cercospora, im Osten die 18%-Marke knacken, zumindest im Durchschnitt.

Je nach Bodenzustand und Nährstoffversorgung werden leider ab und zu die Stickstoffwerte in den Rüben hoch ausfallen, was unweigerlich zu unterdurchschnittlichen Ausbeutezahlen führt.

Rübenernte
Nach der Biorüben-Verarbeitung beginnt jetzt auch in der Ostschweiz die Rübenernte. Nach den verbreiteten September-Niederschlägen dürften die Rüben nun gut rodbar sein. Weder hoher Erdanhang noch Bodenverdichtungen sind aktuell ein Thema.

Beim Roden muss allenfalls darauf geachtet werden, dass weder Wurzelbruch, Risse noch Schürfungen an den Rüben entstehen. Dies lässt sich mit reduzierter Siebsterne-Drehzahl, mit scharfen Köpfmessern und einer angemessenen Fahrgeschwindigkeit erreichen. Achten Sie darauf, dass bei der Ernte die Rüben nur knapp geköpft werden – die Schnittfläche sollte nur unwesentlich grösser als ein 5-Liber gross sein. Wichtig ist, dass die Putzschleuder gute Arbeit leistet und alle Blattansätze sauber entfernt; andernfalls wird in der Fabrik das Probenmuster bis unterhalb der grünen Blätter nachgeköpft!

Die Trockenheit nach der Saat hat in einigen Regionen dazu geführt, dass die Rüben gestaffelt aufgelaufen sind. Dies wird bei der Ernte auch bei vorsichtiger Arbeit zu Problemen führen, denn die 1. Generation Rüben wächst jeweils deutlich stärker aus dem Boden und erreicht ein doppelt so hohes Gewicht…

Auf kiesigen Standorten sind die Rüben dieses Jahr klein. Beim Roden wird es nicht einfach sein das Optimum, zwischen kleinen Rüben im Bunker und grösseren Steinen aufs Feld, zu finden. – Besonders auf solchen Standorten findet man oft auch faule, vertrocknete Rüben. Beachten Sie, dass maximal 10% angefaulte Rüben in die Fabrik gelangen dürfen, ansonsten Sie damit rechnen müssen, dass die Ladung abgewiesen wird. Haben Sie im Feld grössere Fäuleherde, sollten diese erst gar nicht gerodet werden. Das gilt auch für Feldstellen mit Erdmandelgrasbefall. Sind Sie diesbezüglich so fair und informieren Sie vorgängig den Lohnunternehmer.

Zumindest bei Erntebeginn gehört der Landwirt aufs Feld. Denn Reklamationen verlaufen im Nachhinein selten befriedigend!

Rübenlagerung und Mietenschutz
Je länger Rüben an der Miete liegen, desto weniger Erde und vor allem Verletzungen, Wurzelbruch und Fäulen dürfen die Rüben aufweisen. Wohl ist der Zuckerzuwachs auf vielen Feldern jetzt nur noch gering. Trotzdem raten wir von einer unnötig frühzeitigen Ernte ab, denn je höher die Temperaturen, desto höher sind die Veratmungsverluste. Solange die Tagestemperaturen über 10°C liegen, sollten die Rüben nicht länger als 2 Wochen am Haufen liegen.

Das Mietendecken mit Vlies hat unbestrittene Vorteile (Kälte, Nässe, bessere Erdabreinigung, höhere Verladeleistung, geringere Verdichtungsschäden durch die Maus), andererseits führt eine geringere Luftzirkulation bei nassen oder stark verschmutzten Rüben, sowie Temperaturen über 8°C zu erhöhten Zuckerverlusten. Idealerweise werden die Haufen erst gedeckt, wenn die Rüben abgetrocknet und abgekühlt haben und die Temperaturen dauerhaft unter 3°C fallen. Wichtig ist, dass das Vlies bis an den Mietenfuss gezogen wird, denn dort erfrieren die Rüben am schnellsten. Zudem wird dadurch Regenwasser bis ausserhalb der Miete abgeleitet.

Blattgesundheit
Vielerorts findet man diesen Herbst mehr Cercospora-geschädigte Felder als vor einem Jahr. In unseren Versuchen hat der Kupfer-Zusatz klare Vorteile gebracht. Ohne dieses Kontaktfungizid sind die Rüben 3-4 Wochen früher zusammengebrochen. Wie weiter mit der Cerco-Problematik? Bei der Sortenprüfung forcieren wir blattgesunde Sorten. Seitens Landwirt erfolgt nach den Rüben oft eine reduzierte Bodenbearbeitung. Wir empfehlen in Cerco-Risikoregionen generell nach Rüben zu pflügen um den Krankheitsdruck so im nächsten Jahr zu reduzieren. Logischerweise sollten dies «alle» machen. Sprechen Sie deshalb ihren Feldnachbar darauf an.

Rübenanbau 2019
Einerseits könnten die Zuckerfabriken deutlich mehr Zucker verkaufen, andererseits befindet sich der Zuckerrübenanbau momentan nicht auf einer Erfolgswelle. Dass der Bund diese Problematik erkannt hat, ist erfreulich. Hoffen wir, dass die Vorschläge zu Zollschutz und Flächen-Beitragserhöhung mit Erfolg zu Ende geführt werden können…  Neupflanzer, oder solche, die die Flächen fürs nächste Jahr erhöhen möchten, sollten dies nun umgehend beantragen. Dies gilt auch für Landwirte, die nachträglich noch die Sorte Smart Belamia vorbestellen möchten. Rufen Sie in der Zuckerfabrik an (052 724 74 00) oder schreiben sie ein Mail ().



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Luzi Schneider

Schweiz. Fachstelle für ZuckerrübenanbauTelefon:+41 58 105 98 78E-Mail:Infos zur Person