Mais: Düngung + Bodenschutz

24.04.2017
Mais reagiert sehr empfindlich auf Ammonsalpeter, oder flüssigen Harnstoff (Quelle: Strickhof)

Mais reagiert sehr empfindlich auf Ammonsalpeter, oder flüssigen Harnstoff (Quelle: Strickhof)

Von fester bis zur flüssigen Düngung ist fast alles möglich

Der Stickstoffbedarf von Mais gilt es besonders vor und während der Blüte sicherzustellen. Vorher ist der Nährstoffbedarf eher gering.

Besonders Mais wie auch Sonnenblumen wurden dieses Jahr wohl so früh wie schon lange nicht mehr gesät. Dank den warmen Temperaturen und gut befahrbaren Böden sprach auch nicht viel dagegen, abgesehen von der Frostgefahr.

In der Jugendphase ist der Nährstoffbedarf vom Mais noch sehr gering. Dennoch zeigen fast jedes Jahr einzelne Maispflanzen die typische violette Blattverfärbung, welche auf Phosphormangel zurück zu führen ist. In den allermeisten Fällen beruht der Mangel nicht auf zu wenig Phosphor im Boden. Vielmehr kann dieser von der Pflanze nur ungenügend mobilisiert werden. Sehr häufig werden dann auch weitere Nährstoffe, allen voran Stickstoff nur bedingt mineralisiert.

Der N-Bedarf steigt dann besonders ab dem 6-Blatt-Stadium bis hin zur Blüte an. In diesem Zeitraum nimmt die Pflanze rund 60% des gesamten N-Bedarfs auf. Daraus ergeben sich für die Praxis grundsätzlich zwei Düngungsstrategien:

Variante 1: N-Düngung aufteilen

Zur Saat rund 30 kg N ausbringen. Dabei empfiehlt sich ein N-Dünger welcher rasch für die Pflanze verfügbar ist, wie Ammonsalpeter. Wenn noch P gedüngt werden will, empfiehlt sich ein N/P-Dünger wie DAP oder Maisdünger mit geringerem P-Gehalt. Anstelle von Mineraldünger kann natürlich auch bereits vor der Saat relativ problemlos mit Gülle oder flüssigem Gärgut gearbeitete werden. Besonders bei den aktuellen trocknen Bodenverhältnissen. Die zweite und mengenmässig wichtigere Gabe steht dann im 6-Blatt –Stadium an. Dafür ist Harnstoff grundsätzlich eine gute Wahl. Die Harnstoff-Körner sollten möglichst nicht oder nur sehr kurz auf der Bodenoberfläche liegen bleiben. Im Idealfall wird der Harnstoff gleich eingehackt oder durch einen leichten Regen aufgelöst. Ansonsten verflüchtigt sich ein Anteil vom Stickstoff durch Ammoniak in die Luft. Anstelle von Harnstoff können grundsätzlich auch gut flüssige organische Dünger eingesetzt werden. Jedoch ist dann das Augenmerk noch viel mehr auf die grösse der Maispflanze zu richten. Die Pflanzen reagieren allgemein sehr empfindlich auf eine Überfahrt. Daher sollte die Düngung mit Gülle früher als die mineralische durchgeführt werden.

Verfahren 2: Komplette Düngung zur Saat

Dies empfiehlt sich besonders für Regionen mit geringen Niederschlägen während der Wachstumsphase. Daher ist die Gefahr von Nitratauswaschung auch wesentlich geringer. Die Verwendung von verschiedenen N-Düngern ist dennoch sinnvoll, damit eine kontinuierliche N-Nachlieferung gewährleistet ist. Vor der Saat kann Harnstoff und ein zusätzlicher Dünger, mit schnell verfügbaren N, wie in DAP, gestreut werden. Bei trocknen Bedingungen können auch grössere Mengen an Gülle ausgebracht werden. Diese sollten auch gleich eingearbeitet werden.

Flüssigdüngung

Sollten die trocknen Bodenbedingungen so weitergehen, könnte auch die Flüssigdüngung ein Thema sein. Dabei gilt es folgendes zu beachten:

  • Von den verschiedenen Stickstoffformen wird praktisch nur Harnstoff über das Blatt aufgenommen
  • Gaben von mehr als 40 kg N/ha sollten aufgeteilt werden
  • Spurenelement können mit Bittersalz im gleichen Durchgang verabreicht werden
  • Nur am Abend und auf Pflanzen mit einer dicken Wachsschicht den Flüssigdünger ausbringen (analog zu Herbizid-Einsatz)

 

Bodenschutz im Mais

Während den letzten zwei Jahren wurde die Erosionsregelung der Direktzahlungsverordnung überarbeitet. Besonders Mais, mit seiner langsamen Jungendentwicklung und breiten Reihenabständen ist gefährdet für Bodenerosion.

Sollte es zu einem relevanten Bodenabtrag kommen, wird die genaue Ursache betrachtet. Lässt sich das Ereignis auf eine nicht standortangepasste Bewirtschaftung zurückführen, kann zwischen zwei Varianten gewählt werden. Es können eigene Massnahmen zur Verhinderung der Erosion getroffen werden. Erneuter Erosion auf derselben Parzelle führen dann jedoch zu Sanktionen der Direktzahlungen.

Als zweite Möglichkeit steht die Umsetzung eines Massnahmenplanes zur Verfügung. Dieser wird in Zusammenarbeit mit der Beratung erarbeitet. Bei einhalten der Massnahme, hätte auch ein erneutes Erosionsereignis keine Kürzungen der Direktzahlungen zur Folgen.

Natürlich wäre es jedoch am besten, wenn es gar nicht erst zu Erosion käme. Grundsätzlich hat ja wohl kein Bewirtschafter Interesse daran, dass die nähstoffreichste und aktivste Bodenschicht aus dem Acker geschwemmt wird. Daher sollten besser vorgängig Massnahmen ergriffen werden. Besonders im Maisanbau können an gefährdeten Stellen Massnahmen, wie reduzierte Bodenbearbeitung ergriffen werden.



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