Angabe von Preis und Menge im Direktverkauf

01.05.2008

Aus der Landwirtschaft werden verschiedenste Güter verkauft. Das Gesetz schreibt vor, dass für messbare Güter und Leistungen die Menge und der Preis deklariert werden muss. Wer im Direktverkauf Waren abgibt, hat auch aus diesem Aspekt besondere Vorschriften zu beachten.

Anforderung an die Waage

Waagen, mit denen das Verkaufsgewicht festgelegt wird, müssen geeicht sein. Zuständig sind die kantonalen Eichmeister. Eine Waage, mit der 200 g Beeren gewogen werden, muss genauer sein, als diejenige, mit der 10 kg Kartoffeln bestimmt werden.
Beispiel:

Massgebendes Gewicht Genauigkeit der Waage
100 g auf 1 g genau
1 kg auf 3 g genau
10 kg auf 30 g genau

Mit oder ohne Verpackung wägen?

Es gilt das Netto-Prinzip. Der Verkaufswert der Ware richtet sich nach der Nettomenge, also immer ohne Gewicht der Verpackung.
Bei gewissen Nahrungsmitteln ist es aus praktischen und hygienischen Gründen nahe liegend oder notwendig, die Ware mit dem Verpackungsmaterial zu wägen.

Es gelten folgende Bestimmungen:

  • Im Offenverkauf: das Verpackungsmaterial darf nicht mehr als 3 % des Warengewichtes ausmachen, bei einem Warengewicht von unter 100 g nicht mehr als 3 g
  • Bei Selbstbedienungswaagen: das Verpackungsmaterial ist weniger als 2 g schwer oder weniger als 1 % des Warengewichtes
  • Bei vorverpackter Ware: die abgepackte Menge entspricht dem Nettogewicht. Ist dies nicht möglich, muss die Bezeichnung „brutto“ bei der Mengenangabe stehen

Bei Produkten in Flüssigkeit:

  • das Abtropfgewicht wird angegeben, wenn der flüssige Teil nicht zum Verzehr bestimmt ist (z. B. bei eingelegten Gurken)
  • wenn der feste Stoff und die Flüssigkeit verzehrt werden Angabe von Nennfüllmenge oder Nennfüllgewicht (z. B. Fruchtjogurt)
  • Mogelpackungen sind verboten.

Bekanntgabe von Menge und Preis

Wer Letztverbrauchern Güter anbietet, ist verpflichtet, Menge und Preis zu nennen. Damit die Preise vergleichbar sind, muss auch der Grundpreis angeschrieben werden (z. B. der Preis pro 100 g). Gewichtsangaben wie „ca.“ oder Bereiche (von xy g bis xxy g) sind nicht zulässig. Beim Offenverkauf kann der Käufer die Warenmenge direkt überprüfen (Einsicht auf die Waage, Verwendung von Gläsern mit Eichung). Die Preisangabe steht auf Etiketten oder Plakaten bei den entsprechenden Produkten.

Werden Waren vorverpackt verkauft, so müssen die folgenden Angaben auf dem Produkt festgehalten werden:

  • Sachbezeichnung mit Menge oder Gewicht
  • Preis der einzelnen Packung und Grundpreis dieses Produktes
  • Anbieter, Verpacker

Die oben stehenden Angaben sind nicht erforderlich, zum Beispiel für:

  • ganzes Gemüse oder ganze Früchte, die üblicherweise stückweise verkauft werden
  • Verpackungen, die aus verschiedenen Nahrungsmitteln bestehende Fertiggerichte enthalten
  • Gewisse Kleinmengen
  • Die Mengenangabe kann weggelassen werden bei Speisen, die direkt serviert oder über die Gasse verkauft werden.

Vorschriften zu diesem Thema stehen im Wesentlichen im Bundesgesetz über das Messwesen und in der Deklarationsverordnung. Diese Schriftstücke sind im Internet über einen Suchdienst leicht zu finden mit den Nummern 941.20 oder 941.281. Weitere Auskünfte erhalten Sie auch von Beratungsstellen.



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Liselotte Keller-Hagmann

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