Süssmost richtig beschriften

01.11.2008

Auf vielen Betrieben wird Süssmost produziert und verkauft. Dabei schwingt mit Recht ein gewisser Stolz mit, denn der Süssmost ist ein betriebsindividuelles Produkt, das nur auf diesem Betrieb und zu dieser Zeit so entsteht. Für den Verkauf gibt es Vorschriften, die zu beachten sind.

Um den Süssmost richtig zu beschriften, müssen verschiedene rechtliche Grundlagen beachtet werden. In der Folge geht es hauptsächlich darum:

  • was wird als Süssmost bezeichnet (Verordnung des EDI über alkoholfreie Getränke; 817.022.111)
  • was gehört auf die Etikette (Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln; 817.022.21)
  • weitere Vorschriften müssen beachtet werden betreffend Bekanntgabe von Preisen und Mengen. Der Verordnungstext kann über Internet gefunden werden, indem bei einem Suchdienst die oben angefügte Nummer eingetippt wird.

Was ist Süssmost?

In der genannten Verordnung wird Süssmost erst als Fruchtsaft bezeichnet. Fruchtsaft ist ein unvergorener Saft aus gesunden und reifen Früchten mit charakteristischer Farbe, Geschmack und Aroma. Eine beliebige Mischung von Apfel- und Birnensaft kann als Kernobstsaft, Obstsaft oder Süssmost bezeichnet werden.
Die Bezeichnung Apfelsaft darf dann gemacht werden, wenn höchstens 10 Massenprozent Birnensaft enthalten sind. Das Umgekehrte gilt bei Birnensaft (höchstens 10 Prozent Apfelsaft). Falls auf eine einzelne Fruchtsorte hingewiesen wird (Gravensteiner-Apfelsaft), dann muss mindestens 80 Massenprozent Gravensteiner im Fruchtsaft sein.
Erlaubt ist die Zugabe von Kohlendioxid und maximal 15 g Zucker pro Liter Süssmost (ausser bei Birnensaft).

Was gehört auf die Etikette?

Für einen Süssmost, wie er auf den meisten Betrieben produziert und verkauft wird, kann folgende Etikette zutreffend sein. Die Reihenfolge ist nicht vorgeschrieben.

1. Sachbezeichnung; Siehe Kapitel „was ist Süssmost“

2. Hinweis auf angewendete technologische Verfahren.

3. Mindesthaltbarkeitsdatum: solange wie das Lebensmittel die spezifischen Eigenschaften behält; es gibt keine zeitlichen Vorschriften. Auf das Warenlos kann verzichtet werden, wenn die Rückverfolgbarkeit über das Mindesthaltbarkeitsdatum gewährleistet ist

4. Zusatzstoff mit seiner Wirkung (falls ein solcher zugegeben wird; erlaubte Zusatzstoffe siehe Zusatzstoffverordnung)

5. Gebrauchsanleitung, falls dies notwendig ist zur Erhaltung der versprochenen Qualität

6. Zuständige Person oder Firma (Name und Adresse; von Hersteller, Abfüller oder Verkäufer)

7. Verkaufsmenge und Preis (im Beispiel erübrigt sich der Preis pro Liter) Selbstverständlich müssen verwendete Waagen und Gefässe geeicht sein.

Zusätzliche Angaben sind möglich. Sie müssen den Tatsachen entsprechen. Diesbezügliche Bestimmungen sind zu berücksichtigen:

  • Nährwertkennzeichnung, Bio, Produktionslogo, etc.
  • ein Hinweis auf die Aufbewahrungsbedingungen vor dem Öffnen (falls der Verkäufer dies als notwendig erachtet); z.B. kühl und dunkel
  • Anpreisungen, Aufmachung und Verpackung der Lebensmittel dürfen die Konsumenten nicht täuschen. Insbesondere sind Gesundheitsanpreisungen nicht erlaubt.

Im Offenverkauf

Im Offenverkauf muss das Verkaufspersonal über diejenigen Punkte Auskunft geben können, die sonst auf der Etikette stehen. Am Besten die Preisangabe und weitere wichtige Punkte auf einem Plakat bei der Süssmostflasche festhalten.

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an Beratungsstellen.



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Véronique Keller

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Liselotte Keller-Hagmann

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