Interner Weiterbildungs-Tag vom 12. November 2016

14.11.2016

An der diesjährigen internen Weiterbildung für Strickhof-Lehrpersonen stand das Thema «Die Macht der Gewohnheit» im Vordergrund.

Mit den Worten «Die Gewohnheit ist der Hemmschuh aller Entwicklungen» eröffnete Ueli Voegeli, Direktor Strickhof, den internen Weiterbildungs-Tag vom 12. November am Strickhof in Lindau. Diese schulinterne Fortbildung findet im Jahresrhythmus alternierend an einem einzigen Tag, wie dieses Jahr, oder dann vier Mal im Jahr zu vier unterschiedlichen Themen statt. Nebst rein schul- und lehrbezogenen Themen wie etwa Vortragstechnik oder Unterrichtsmethoden stehen auch immer wieder Themen im Fokus, die sich rund die Thematik «Lern- und Veränderungsprozesse» bewegen wie dieses Jahr der Fall mit dem Thema «Die Macht der Gewohnheit». Durch die Weiterbildungsveranstaltung moderierte Wolfgang Weigand, dipl. Erwachsenenbildner und Supervisor. Sein Zitat des spanischen Sprichworts «Gewohnheiten machen aus Spinnweben Drähte» leitete über zum Referat von Claus Eck, Psychologe, Consultant und Supervisor. Es trug den Titel «Die Macht der Gewohnheit – warum Einsicht allein nicht hilft – oder über die Notwendigkeit, das Verändern zu verändern».

«Lernen ist eine Störung»
Der frühere stellvertretende Direktor des Instituts für Angewandte Psychologie (IAP) ging zuerst darauf ein, dass eine Kultur ohne Gewohnheiten undenkbar sei. Er erwähnte auch die Vorteile von gut eingeübten und deshalb zeit- und energiesparenden Handlungsabläufen. Erst dann kam er auch auf die Nachteile dieser Routineabläufe zu sprechen. «Sie alle kennen den Ausdruck 'Der Mensch ist ein Gewohnheitstier'», sagte er mit einem Augenzwinkern zu den rund hundert Anwesenden. Konkret heisst dies, dass der Mensch oft nur ungern seine gut eingespielten Gewohnheiten aufgibt, denn «jede Veränderung ist eine Störung», so der Psychologe, «auch Lernen ist eine Störung». Aber Trägheit sei nicht mit Faulheit, einem moralischen Begriff, gleichzusetzen. Anschliessend an das Referat hatten die Lehrpersonen die Möglichkeit, sich in so genannten World Cafés, einer Art Workshops, über Muster und Gewohnheiten in ihren jeweiligen Teams auszutauschen und der Frage nachzugehen, wie am Strickhof mit der Macht der Gewohnheit umgegangen wird.

Ausgleich schaffen
Am Nachmittag der Veranstaltung ging es darum, wie ein Individuum, aber auch eine gesamte Organisation, mit dem Wunsch nach Sicherheit und dem Wunsch nach Veränderung umgeht, das heisst wie ein guter Ausgleich, ein so genanntes «Balancing» zwischen den Gegensätzen «Gewohnheit» und «Weiterentwicklung» geschaffen werden kann. Claus Eck betonte, dass bei Veränderungsprozessen, in denen viel Neues gelernt werden muss, alle einzubeziehen seien, auch die Kritiker. «Es geht darum, Subjekte zu machen, nicht Objekte», so der Psychologe und Supervisor, «man muss den Personen die Chance geben, Personen zu werden». In der Schlussrunde gab er dem Publikum diesen Rat mit auf den weiteren Berufs- und Lebensweg: «Machen Sie eine Erfolgsgeschichte und nicht eine Leidensgeschichte. Denn nichts ist erfolgreicher als der Erfolg!». (weid)



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