Interkantonaler Salat-Tag vom 14. September am Strickhof in Wülflingen

15.09.2016

Zuerst Referate zu den neuen Trends in Produktion und Vermarktung von Salat, anschliessend ein geführter Rundgang durch die Versuchsparzellen des Strickhofs und von Agroscope: Dieses attraktive Programm verfolgten rund hundert am interkantonalen Salat-Tag Interessierte.

Ueli Voegeli, Direktor Strickhof, begrüsste am 14. September die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter aus der Gemüsebranche, die sich für den Interkantonalen Salat-Tag am Strickhof in Winterthur-Wülflingen eingefunden hatten. Dieser Fachtag, den der Strickhof zusammen mit dem Arenenberg, der Liebegg, dem Inforama und Agroscope organisert, findet alle 4 Jahre statt. Hans Kling, Bereichsleiter Spezialkulturen am Strickhof, führte als Moderator durch den Anlass. 

Anbausystem Dammkultur
Das erste Referat hielt Hartmut Böhner vom Kilianihof Lichtenau in Nordrhein-Westfalen zum Thema «Dammkultur von Salaten». Dieses in der Schweiz vor allem im Anbau von Kartoffeln und Spargeln bekannte Verfahren bietet laut dem Landwirt und Agrar-Ingenieur auch im Salatanbau grosse Vorteile, insbesondere in trockenen Regionen: Eine optimale Wasser- und Luftführung in den Dämmen und die aufgrund des pfluglosen Anbaus fehlende Pflugsohlen-Verdichtung führen zu einem kontinuierlichen und gutem Wachstum der Pflanzen. Seine Aussagen stützte Hartmut Böhner auf seine eigenen Erfahrungen ab, baut er ja auf 35 Hektaren Gemüse auf seinem Kilianihof an. Aber auch auf seinen weiteren Anbauflächen mit Getreide und Zwischenfrucht wendet er das Dammkultur-Verfahren an. Denn dieses eigne sich grundsätzlich für alle in unseren Breiten angebauten Kulturen. Einzige Ausnahme: die Feldfutter-Kulturen, aufgrund der Verschmutzungsgefahr mit Erde.

Mehrfachrückstände, Markt, Hydroponik
Über die Marktentwicklung von Salat in der Schweiz sprach Fortunato Amalfi von der Firma SGG Waser AG. «Wir führen hier in unserem kleinen Land den schönsten Salat-Garten und sind uns unseres Heimvorteils manchmal gar nicht richtig bewusst», so sein Statement zu Beginn seines Vortrags. In der Folge zeigte der Kenner des Schweizer-Salatmarkts auf, wie die Markt-Mechanismen zwischen Produzenten und Abnehmern, also dem Einzel- und Grosshandel, spielen. Er ging auch auf das Netzwerk der Produzenten, vor allem dass sie sich untereinander austauschten, ein und auf die Importregelung des Bundes in Form eines Zweiphasen-Systems.
Anschliessend zeigte Jochen Kreiselmeier vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum die Problematik mit den Mehrfachrückständen im Salat auf. Er appellierte an die Salatproduzenten, ihre Pflanzenschutzstrategie anzupassen, indem sie sich jeweils fragten, ob es bei Kombiprodukten wirklich beide Wirkstoffe brauche. Gleichzeitig wies er auch auf die Eintragsrisiken durch Abdrift hin, die nötige Einhaltung aller Anwendungsbestimmungen und die Notwendigkeit, die Feldspritzen sorgfältig zu reinigen.
Das Referat von Florian Friederich von der Firma Rijk Zwaan Welver über die bodenunabhängige Produktion von Salaten bildete den Abschluss der Präsentationen des Vormittags. Nebst dem Vergleich der wichtigsten Anbau-Systeme und dem Aufzeigen der Nutzen für Anbauer, Handel und Verbraucher ging er auch die Entwicklung des hydroponischen Salatanbaus in Europa und Übersee ein. Dabei zeigte sich, dass diese kapitalintensive Produktionsweise vor allem in Ländern mit für den Salatanbau ungünstigen klimatischen Bedingungen eine grosse Verbreitung aufweist, also etwa in Kanada oder Skandinavien. In Russland war der Salatanbau vor der Aufnahme der Produktion nach dem Hydroponik-System gar inexistent.

Versuchsparzellen mit 150 Salatsorten
Nach dem feinen Mittagessen aus der Strickhof-Küche hatten die Besucherinnen und Besucher des Salat-Tags die Möglichkeit, die Versuchsparzellen von Agroscope und vom Strickhof zu besichtigen. Schwerpunkt eines Teils der Versuche mit 150 Salatsorten von 15 verschiedenen Salatarten, darunter Kopfsalat, Eisberg, Lattich, Batavia und Eichblatt, waren die Themen Bremia-Resistenz gegen den falschen Mehltau sowie Nasonovia-Resistenz, also die Resistenz gegen die grüne Blattlaus. (weid)



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