Einweihung renovierte Strickhof-Trotte vom 8. September 2016

09.09.2016

Der Anlass zur Eröffnung der renovierten Trotte in Wülflingen vom 8. September war weit mehr als eine offizielle Feier - nämlich ein deutliches Bekenntnis der Regierung des Kantons Zürich zum Weinbau in der Deutschschweiz, wie Regierungsrat Markus Kägi in seiner Ansprache hervorhob.

Die Begrüssungsrede an der offiziellen Eröffnungsfeier der renovierten Trotte in Wülflingen vom 8. September hielt Rolf Gerber. Der Chef des Amtes für Landschaft und Natur (ALN) in der Baudirektion des Kantons Zürich zeigte sich erfreut darüber, dass die dringend notwendige Renovation der in die Jahre gekommenen Trotte so erfolgreich über die Bühne gegangen war und sagte weiter : «Wir befinden uns hier in Wülflingen mitten im Zürcher Weinbaugebiet, wo wir gut aufgestellt sind und waren». Gleichzeitig betonte er, dass der Strickhof mit der Wülflinger Trotte immer bestrebt gewesen sei, komplementär zum Wädenswiler Forschungsstandort für Weinbau zu wirken, und nicht in Konkurrenz.

Trutzburg des Deutschschweizer Weinbaus
Genau hier knüpfte Regierungsrat Markus Kägi in seiner Ansprache an und zeigte sich besorgt über den Teil-Rückzug von Agroscope aus Wädenswil. Aber erst, nachdem der Baudirektor auf die kulturelle und politische Bedeutung der Wülflinger Trotte hingewiesen hatte, indem er sagte: «Dieser Anlass ist nicht zuletzt ein deutliches Bekenntnis zum Weinbau in der Deutschschweiz». In der Folge skizzierte Markus Kägi, welche Rolle das ALN mit dem Strickhof im geplanten Weinbauzentrum Wädenswil (WBZW) einnehmen wird. Das Projekt WBZW wird, nebst dem ALN/Strickhof, von den Partnern Branchenverband Deutschschweizer Wein, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Agroscope getragen. Es werde ein Status als assoziierter Partner sein, so der Regierungsrat, was im Klartext heisse: «Der Strickhof beteiligt sich mit seinen gesamten bisherigen weinbaulichen Personal- und Infrastruktur-Ressourcen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Beratung als assoziierter Partner am Weinbauzentrum Wädenswil. Er beteiligt sich zusätzlich an der Grundfinanzierung». Ein vollumfängliches Abtreten des Wülflinger Weinbaubetriebs an das WBZW komme für das ALN nicht in Frage. Weiter verdeutlichte Markus Kägi: «Im Rahmen des WBZW werden in Wädenswil weiterhin Trauben und Wein produziert, allerdings in Kooperation von ZHAW mit Agroscope nur noch auf gemeinsamer Rebfläche und in einer Trotte». Komplementär dazu werde im gleichen Rahmen auch in Wülflingen Wein produziert, primär im Kontext des Strickhof-Bildungs- und Beratungsauftrags. Die Trotte bleibe ein integraler Bestandteil des gesamten Ausbildungs- und Versuchsbetriebs an den Standorten Lindau und Wülflingen. Hier doppelte der Baudirektor nach, indem er sagte: «Diese Trotte ist die Trutzburg des Deutschschweizer Weinbaus. So etwas entsteht nicht über Nacht.»

Zeichen von Wertschätzung gegenüber Winzern
Auch Rolf Schenk, Präsident des Branchenverbandes Zürcher Wein, freute sich über die erfolgte Renovation der Trotte, denn es sei nicht selbstverständlich, dass der Kanton Zürich in die Trotte investiert habe. Weiter ging er auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus im Kanton Zürich mit 60 bis70 Millionen Franken Wertschöpfung ein. «Die Erneuerung der Trotte verstehen wir von der Branche auch als ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber den Zürcher Winzern», so Rolf Schenk. Andreas Wirth, Rebbaukommissär des Kantons Zürich, zeigte anschaulich, was «Lehren», «Beraten» und «Forschen» am Strickhof für den Zürcher Weinbau beinhaltet. Anschliessend führte Michele Bono, Betriebsleiter Rebbau und Trotte, die Gäste durch die renovierte Trotte und den Rebberg. Ein Mittagessen aus der Strickhof-Küche, an dem die Wülflinger-Weine des Strickhofs degustiert werden konnten, rundete die Eröffnungsfeier ab. (weid)



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