Exkursion der Abschlussklasse Obstfachmann/-frau EFZ

27.05.2015
Die Abschlussklasse Obstbau EFZ auf Lehrfahrt

Die Abschlussklasse Obstbau EFZ auf Lehrfahrt

Ende Mai stand auf dem Stundenplan der zukünftigen Obstfachleute eine Lehrfahrt zum Thema Beerenanbau. Ziel der Exkursion waren insgesamt drei Betriebe im Thurgau mit sehr unterschiedlicher Ausrichtung.

 

 

 

Strauchbeeren und Erdbeeren vom Wertbühl

Die erste Station der 13 Obstbauschüler des Strickhofs mit ihrem Fachlehrer Hagen Thoss war der Betrieb Steinbacher auf dem Wertbühl, oberhalb von Istighofen im Thurtal. Ein Betrieb der, geführt von Leo Steinbacher, sich seit rund 10 Jahren stark auf Beerenbau spezialisiert hat. Inzwischen ist er einer der grössten Johannisbeerproduzenten. Interessant war die Anlage mit der zweitriebigen Erziehung der Sträucher, die sich in sehr gutem Pflegezustand präsentierten. Weitere Kulturen auf dem Betrieb sind die eigene Anzucht von Himbeer long-canes für die Substratproduktion, sowie die anschliessende Fruchtproduktion Himbeeren und Brombeeren. Auf dem Erdbeerfeld war bei der Gourmetsorte Lambada die Ernte bereits im Gange und auch hier gab es rege Fachdiskussionen zwischen den Lernenden und dem Praktiker.

 

Vermehrung von Himbeerpflanzen im Detail erleben

Bei der zweiten Station der Reise erlaubte der Betrieb Hengartner Pflanzen in Neukirch-Egnach (TG) einen tiefen Einblick in die Vermehrung von Beerenobstjungpflanzen. Beeindruckend war für die Schüler der Blick in alle Teilschritte der aus der Laborvermehrung stammenden Jungpflanzen. Die Setzlinge von Himbeeren und Brombeeren begleiteten die werdenden Obstfachleute auf dem Weg von der sterilen Laborphase mit Kunstlicht, beim Pikieren ins Substrat, über die Gewächshausphase und schliesslich zur Abhärtung (Akklimatisation) im Folienhaus und Freiland, bis hin zur pflanzfertigen Jungpflanze. Nur die hohe Spezialisierung des Betriebes ermöglicht es, hochwertiges Pflanzmaterial als Basis für Beerenanbauer in der Schweiz und im Ausland in grossen Mengen zu produzieren. Neben der Meristemvermehrung über das Labor, konnten die Schüler im Betrieb Hengartner auch die traditionelle Methode der Stecklingsvermehrung mittels Wurzelstücken kennen lernen oder die Stecklingsvermehrung der Erdbeerpflanzen. Für die Lernenden ein nicht alltäglicher Einblick in einen Spezialbetrieb der Beerenbranche.

 

Vielfältig, intensiver, am Grössten – Peter Knup und Melis Beeren

Nach einer Stärkung am Mittag im traditionellen Gasthaus Sternen in Egnach auf dem Thurella-Areal ging es am Bodensee westwärts nach Kesswil zum Betrieb Peter Knup und Melis Beeren. Bruno Edelmann als Pflanzenberater und Verantwortlicher für den Pflanzenschutz führte uns durch den Betrieb, der rund 90 ha umfasst und davon sind 50 ha Beerenkulturen. Peter Knup ist damit der grösste Beerenobstproduzent der Schweiz. Für die Strickhof-Schüler/innen war das Interessante an diesem Betrieb nicht die Grösse, sondern dass es hier fast alle Beerenobstarten und auch alle wichtigen und neuen Anbausysteme zu sehen gibt. Seit Mitte April läuft die Erdbeerernte in den teilweise geheizten Folienhäusern. Das technische Herzstück des Betriebes ist das 1,5 ha grosse Folienhaus mit hängendem Stellagensystem für die Substratkultur. Um die hohen Investitionskosten zu erwirtschaften müssen drei Ernten pro Jahr in einem solchen Haus realisiert werden. Und die Pflückleistung in einem solchen Haus liegt bei rund 30 kg/Std. Genau konnten die Schüler die satzweise Produktion der Erdbeeren in unterschiedlichen Rinnensystemen und Folienhäusern aus nächster Nähe kennen lernen. Neben der Hauptkultur Erdbeere führte Bruno Edelmann auch Himbeeren und Brombeeren im Substrat und als Bodenkultur vor. Zusätzlich zu den verschiedenen Kulturverfahren zeigte er auch die diversen Witterungsschutzsysteme, die im Betreib Verwendung finden. Dann gab es auch noch Heidelbeer- Johannisbeer- und Stachelbeerfelder zu sehen und neue Varianten der Substratkultur von Erdbeeren in Rinnen, die am Boden liegen. Ein perfekter Betrieb, um möglichst viel über Praxis und neue Trends im Beerenanbau zu lernen.

Die zahlreichen Fragen an die Betriebe und die Aufmerksamkeit der Lernenden zeigten deutlich, dass die Fachexkursion sicherlich bleibende Informationen und Eindrücke hinterlassen hat. Ein Dank geht an alle beteiligten Betriebe für die Unterstützung der Ausbildungsarbeit.

 



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