Düngung aktuell KW 20 / 2015

13.05.2015
leichter Mg-Mangel an einem Weizenblatt (Strickhof)

leichter Mg-Mangel an einem Weizenblatt (Strickhof)

Auf der Zielgeraden bei Weizen

Die dritte und damit auch abschliessende Stickstoffgabe steht im Weizen an. Für eine gute Ausbildung der Körner und ein hohes TKG können noch rund 40 kg N/ha gedüngt werden. Mehr N macht insofern wenig Sinn, da das Ertragspotential grundsätzlich gegeben ist und auch mit einer höheren N-Gabe nicht mehr gesteigert werden kann. Für die abschliessende Düngung eignet sich Ammonsalpeter wie auch Harnstoff. Durch die warmen Temperaturen wird Harnstoff rasch in Ammonium umgewandelt, weswegen nicht mit einer verzögerten N-Nachwirkung gerechnet werden muss. Ammoniak-Verluste beim Einsatz von Harnstoff sind kaum zu erwarten, da durch das dichte Blattwerk des Weizens der Boden permanent beschattet wird. Allfälliges Ammoniak kann zudem von den Blättern abgefangen werden.

Durch die starken Niederschläge anfangs Mai muss davon ausgegangen werden, dass ein Teil des Stickstoffes ausgewaschen wurde. Besonders wenn kurz vor dem Regen noch Harnstoff gedüngt wurde. Dieser ist rasch wasserlöslich und wird nicht im Boden gebunden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auch bei Weizen welcher bereits abgedüngt wurde, nochmals eine kleine Gabe von rund 20-30 kg N zu streuen, sofern es die Nährstoffbilanz noch zulässt.

Einige Bestände fallen zudem durch streifenförmige Aufhellungen an den älteren Blättern auf (siehe Abbildung). Dies deutet auf Magnesium-Mangel hin. Häufig sind dann die Blätter auch noch mit Pilzerregern wie Septoria infiziert, wodurch die Bestimmung zusätzlich erschwert wird. Solange sich die Mangelsituation nicht auf die jüngeren Blätter ausdehnt, kann davon ausgegangen werden, dass vom Boden genügen Nährstoffe nachgeliefert werden und es sich nur um einen kurzfristigen Engpass handelte. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, kann mit einem Blattdünger (z.B. Epso-Top) rasch Abhilfe geschaffen werden.

Früh gesäter Mais ist bereits im 4-Blatt-Stadium

Wurden zur Saat keine rasch verfügbaren Nährstoffe ausgebracht, steht auch im Mais bereits die erste N-Gabe mit rund 40 kg N/ha an. Im Vergleich zum Weizen können hier jedoch erhebliche N-Verluste entstehen, da der Boden lange Zeit unbedeckt bleibt. Deshalb ist der Dünger unmittelbar vor den nächsten (leichten) Niederschlägen auszubringen, insbesondere wenn Harnstoff zum Einsatz kommt. Bei Ammonsalpeter ist die Ammoniak-Verflüchtigung weniger problematisch, darf aber auch nicht komplett vernachlässigt werden. Dafür ist es umso wichtiger, dass die Pflanzen ganz trocken sind, um Verbrennungen an der noch geringen Blattmasse zu vermeiden.



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