Rege Teilnahme am Eschikertag vom 5. Mai 2015

07.05.2015

Mitarbeitende von Agridea, dem Strickhof, der ETH Zürich und der Universität Zürich stellten am Eschikertag den Interessierten aller ‚Eschiker-Institutionen‘ ausgewählte Tätigkeiten vor. Dies trotz Regen mit grossem Erfolg.


«Die Idee des Neustarts des ‚Eschikertags‘ entstand vor einigen Monaten beim gemeinsamen traditionellen Nachtessen der Leiter der Eschiker-Institutionen» sagte Strickhof-Direktor Ueli Voegeli bei seiner Begrüssung zum gemeinsamen Anlass am 5. Mai in Eschikon-Lindau, der für die Mitarbeitenden aller dort ansässigen Institutionen organisiert worden war. Obwohl der Rhythmus seit dem ersten Eschikertag im Jahr 2007 etwas unterbrochen worden sei, heisse dies nicht, dass die guten nachbarschaftlichen Beziehungen seither nicht gepflegt worden wären, betonte Voegeli weiter. Auslöser für die Einführung eines Eschikertages war ursprünglich das 30-Jahre-Jubiläum des Strickhofs am Standort Eschikon (früher Irchel, Zürich) im Jahre 2006 gewesen. Neben den ebenfalls schon seit vielen Jahren am landwirtschaftliche Zentrum in Eschikon ansässigen Beratungszentrale Agridea und der Pflanzenbaustation der ETH Zürich, sind in den letzten Jahren auch die Zürcher Landwirtschaftliche Kreditkasse, die Agrocontrol und die Kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung hinzugestossen. Und jetzt, im Jahr des Starts der Neu- und Ersatzbauten für Agrovet-Strickhof, Bildungs- und Forschungszentrum, sei der richtige Zeitpunkt, um mit einem weiteren Eschikertag die Partnerschaft, die Zusammenarbeit und Verbundenheit der Mitarbeitenden der Institutionen in diesem national wichtigen Landwirtschafts-Cluster zu pflegen, so Ueli Voegeli weiter. Im ersten Teil des frühen Abends stellten verschiedene Mitarbeitende die Highlights ihrer Tätigkeiten vor.

Ausmessen von Pflanzen mit spektakulärer Seilkamera-Anlage
An der Pflanzenforschungsstation der ETH Zürich stellte Dr. Frank Liebisch, derzeitiger Koordinator der Station, die hier tätigen Professuren vor. Die Forschungsthemen reichen von Untersuchungen zum Gasaustausch von Pflanzen mit der Umwelt, über Arbeiten zum Stärkemetabolismus von Pflanzen bis hin zu Ökosystemstudien. Im zweiten Teil referierte Dr. Norbert Kirchgessner von der Professur Kulturpflanzenwissenschaften (Prof. A. Walter) über die weltweit einzigartige Seilkameraanlage, die am ETH-Standort in Eschikon realisiert worden ist. Neben der verwendeten Sensortechnik und -funktionsweise erläuterte er auch die Anwendung in der Pflanzenforschung und -züchtung.

Welcher Lerntyp bin ich?
Wie wir als Personen «funktionieren» und lernen, darauf ging Olivia Hartmann von Agridea auf spielerische Weise ein. Anhand von 11 Fragen konnten die am Agridea-Posten Anwesenden gleich für sich selbst herausfinden, zu welchem Lerntyp sie am ehesten gehören: zum visuellen, auditiven oder zu dem, der am besten durch Bewegung und Handeln lernt. Wer zu keiner dieser Kategorien passte, konnte sich als sogenannten «Mischtyp» einstufen. Die gewichtige Botschaft hinter dem heiteren Treiben gemäss Olivia Hartmann: Wir erreichen mehr, wenn wir unsere eigenen Eigenheiten und die unserer Kunden wahrnehmen, ernstnehmen und darauf eingehen (können).

Versuchswesen Pflanzenbau – von der Planung bis zur Ernte
Landwirtschaftlicher ging es am Posten «vom Leben einer Weizen-Kleinparzelle» zu und her. Wobei Kleinparzelle bedeutet, dass es sich um einen Anbauversuch zu Forschungszwecken handelt. Martin Bertschi vom Strickhof-Versuchswesen Ackerbau demonstrierte anschaulich mit einer Versuchssämaschine und –spritze, dass für aussagekräftige Versuchsresultate sehr exaktes Arbeiten und spezielle Versuchsmaschinen gefragt sind. Eine weitere Voraussetzung ist die gute Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen: Für die Saatgutaufbereitung wird mit der Saatgutfirma DSP AG und mit Agroscope zusammengearbeitet, viele Versuchsmaschinen werden gemeinsam mit der ETH genutzt und zur Aufbereitung des Erntegutes hat man sich mit dem Forum Ackerbau zusammengetan. Beispielsweise kostet ein NIRS-Gerät zur Messung von Feuchtigkeit, Proteingehalt etc. gegen 40‘000 Franken und konnte nur gemeinsam angeschafft werden. «Mit der Ernte endet das Leben einer Versuchsparzelle», so Martin Bertschi abschliessend, «uns geht dann aber die Arbeit mit Musteraufbereitung, Analysen, Auswertungen und Publikationen noch lange nicht aus».

Agrovet-Strickhof, das Eschiker Leuchtturmprojekt
Das Projekt Agrovet-Strickhof, Bildungs- und Forschungszentrum, stellte Dr. Carla Soliva vor. Die promovierte ETH-Agronomin, seit dem 1. Januar 2015 Forschungsleiterin von Agrovet-Strickhof, arbeitet für die Ausübung ihrer Funktion eng mit Hanspeter Renfer, Leiter des Strickhof-Ausbildungs- und Versuchsbetriebs, zusammen. Sie betonte die Wichtigkeit unterschiedlicher Haltungs- und Melksysteme (Melkroboter und Tandem-Stand) im geplanten grossen Milchviehstall mit je einer Ausbildungs- und Forschungsherde. Von grosser Bedeutung sei auch die Flexibilität bezüglich möglicher Versuchsanordnungen, etwa zu Verzehrserhebungen bei Mastmunis, Mutterkühen und Rindern. Den Fokus ihres Referats legte Carla Soliva auf das bereits operative Provisorium Stoffwechselzentrum. Nebst den Erklärungen zur Messung des Gaswechsels in den Respirationskammern, ging die Wissenschaftlerin auch auf die Vorkehrungen zur Sicherheit der Tiere während ihres Aufenthaltes in den Respirationskammern ein.

Als Auftakt zum gemütlichen gemeinsamen Nachtessen richteten die Leiter der vier Eschiker-Institutionen Prof. Michael Kreuzer (Nutztierwissenschaften ETH Zürich), Prof. Heiner Bollwein (Vetsuisse Fakultät Universität Zürich), Direktor Ulrich Ryser (Agridea) und Direktor Ueli Voegeli (Strickhof), einige Grussworte an die Anwesenden. Sie alle betonten die Wichtigkeit des Austausches und die Pflege des Netzwerkes. Ein gemeinsames Nachtessen in der neuen Strickhof-Mensa mit Salat, Grilladen und Dessertbuffet aus der hauseigenen Küche rundete den gelungenen Eschikertag 2015 ab. (weid)



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