2. Rang für Michael Suter im Börsen-Junior-Cup 2014 DLZ-Agrarmagazin

25.11.2014

Der angehende Agrotechniker HF Michael Suter (22 Jahre) erreichte den 2. Rang im Börsen-Junior-Cup 2014 des DLZ-Agrarmagazins. Der Strickhof gratuliert Michael Suter zu diesem Erfolg!

Interview mit Michael Suter

Sie haben den 2. Rang im Börsen-Junior-Cup 2014 des DLZ-Agrarmagazins erreicht – dazu möchte Ihnen der Strickhof gratulieren. Worum geht es bei diesem Cup?
Im Grunde ging es um den Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen, wie: Kartoffeln, Getreide, Raps, Soja, und Zucker (siehe DLZ-Ausgabe 11/2014). Während neun Monaten konnten diese Produkte zu den aktuellen Börsenpreisen gekauft und verkauft werden. Der Börsen-Junior-Cup spielte sich allerdings in einem geschützten Rahmen ab, das heisst die Kontrakte wurden parallel zur Börse gehandelt. Es war ein Spiel, und zwar ein Spiel mit landwirtschaftlichen Gütern, mit denen man Geld gewinnen und gleichzeitig verlieren konnte. Mitmachen können alle Lernenden und Meisteranwärter von landwirtschaftlichen Fachschulen, Agrarstudierende sowie Landwirte in Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg – insgesamt waren es 2014 etwa 370 Personen. Aus meiner Sicht ist der Börsen-Junior-Cup als Spiel tragbar. Doch das tägliche Geschäft an der Börse mit landwirtschaftlichen Produkten unterstütze ich nicht. Klar, uns betreffen die Weltmarktpreise nicht gross. Landwirte und Konsumenten ausserhalb der Schweiz können jedoch damit stark benachteiligt werden. Der Erlös für das Landwirtschaftsprodukt ist nur noch nebensächlich. Das Ziel der Makler ist es, in möglichst kurzer Zeit viel Geld zu verdienen. So werden Landwirte nicht genügend entschädigt und die Produktpreise sind dennoch hoch. So hoch, dass sich benachteiligte Familien nicht mehr genügend Lebensmittel leisten können.

Können Sie uns Ihr Erfolgsrezept verraten, wie man an der Börse mit landwirtschaftlichen Rohstoffen Gewinne erwirtschaftet?
Die Strategie war eigentlich simpel: Es ging darum, die aktuellen Kurse im Vergleich zur Marktsituation und den Entwicklungen in den Vorjahren genau zu beobachten. Daraus versuchte ich, eine Einschätzung zu Gewinnen oder Verlusten durch die Kursentwicklung abzuleiten. Zeichnete sich ein Gewinn ab, habe ich Rohstoffe gekauft. Bei einer guten Entwicklung der Kurse habe ich bald wieder verkauft. Um so den Kursgewinn des Rohstoffes zu sichern und ihn weiter zu investieren.

Wie werden Sie Ihr Preisgeld von 1‘000 Euro einsetzen?
Mit dem Preisgeld habe ich die Reise an die Internationale Landmaschinenausstellung EIMA in Bologna mitfinanziert. Weiter kann ich noch einen Teil der Ausbildungskosten am Strickhof bezahlen.

Wenn Sie sich einen Stundenlohn ausrechnen (Preisgeld / eingesetzte Zeit) - auf welchen Stundenlohn kommen Sie?
Es ist schwierig, eine genaue Zahl zu nennen. Doch ich habe schon einige Stunden investiert. Ich schätze etwa 30 Stunden. Diese verteilen sich jedoch auf eine Zeitspanne von neun Monaten. Berechnet wären dies knapp 40Fr./h.

Nächstes Jahr werden Sie Ihre Ausbildung zum Agrotechniker HF am Strickhof abgeschlossen haben. Wie werden Sie danach Ihre Zukunft gestalten?
Nach meiner Ausbildung zum Agrotechniker werde ich wieder auf den landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern zurückkehren. Ich habe auch vor,  diesen als Vollerwerbsbetrieb weiterzuführen. Bis zur Hofübergabe möchte ich Erfahrungen im In- und Ausland sammeln. Mit meiner Ausbildung stehen mir auch viele Möglichkeiten offen, in verschiedenen Teilbereichen der Landwirtschaft tätig zu sein.
Ich stehe für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft ein. Je mehr qualitative Produkte wir in der Schweiz erzeugen, umso weniger müssen vom Ausland importiert werden. So können wir mit einer ausgewogenen und intensiven Produktion die Umwelt schonen, damit weniger lange Transportstrecken anfallen.
(weid)



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