Swiss Skills

08.09.2014

Die drei Lehrabsolventen Adrian Wirth (Oberstammheim), Pascal Krebs (Forch) und Simon Müller (Uetikon am See) haben sich für die Berufsmeisterschaften (Swiss Skills) in Bern qualifiziert. Nun gilt es, Defizite aufzuarbeiten, um gut vorbereitet am 20. September 2014 in den Wettbewerb zu starten.

Zwölf Personen durften an den Vorausscheidungen, organisiert vom Strickhof, für die nationalen Berufsmeisterschaften (Swiss Skills) in Bern teilnehmen. Die besten drei haben sich qualifiziert: Adrian Wirth aus Oberstammheim, Pascal Krebs aus der Forch und Simon Müller aus Uetikon am See. Die Lehrabsolventen werden sich im September als Vertreter der Kantone Zürich und Schaffhausen an den Swiss Skills mit anderen Landwirten in sieben Disziplinen messen (siehe Kasten).

Adrian Wirth zeigt breites Fachwissen

Die Qualifikation war eigentlich nicht das Ziel von Adrian Wirth, «ich ging einfach mal hin», sagt der 24-Jährige. Eher war noch ein Schuss Überredungskunst seiner Lehrmeister Andreas und Brigitta Maag aus Zweidlen nötig. Sie waren überzeugt, dass die Swiss Skills das Richtige für ihren Lehrling sein könnten, da er sowohl mit Tieren und Pflanzen als auch mit Maschinen ein gutes Handling und ein breites Fachwissen bewiesen habe. Adrian Wirth machte nach der Schulzeit eine Schreinerlehre und arbeitete danach ein Jahr lang in einer Schreinerei in Arosa. Immer schon habe er aber gewusst, dass er zusätzlich eine landwirtschaftliche Lehre absolvieren möchte, um später den Betrieb seiner Eltern etwas ausserhalb von Oberstammheim übernehmen zu können. Bis es so weit ist – voraussichtlich in fünf Jahren – möchte er sich zum Meisterlandwirt weiterbilden. Deshalb wird er diesen Winter die Handelsschule am Strickhof besuchen. Er kann sich vorstellen, danach bis zur Hofübernahme wieder in einer Schreinerei zu arbeiten.

Konstante Leistung von Pascal Krebs

Dass sich Pascal Krebs für die Swiss Skills qualifiziert hat, habe ihn sehr gefreut und ebenso überrascht. An der Vorausscheidung war er in keiner Disziplin absolute Spitze, aber auch nirgendwo schwach. Diese Konstanz und «etwas Glück», wie er sagt, hätten ihm den Weg nach Bern geebnet. Wettkämpfe und vor Zuschauern Leistung zu erbringen ist sich der Geräteturner von den Turnfesten gewohnt. Auf das freut er sich bei den Berufsmeisterschaften: Etwas präsentieren und zeigen, was er kann.

Seit dem Lehrabschluss auf dem Betrieb von Hans und Hermine Frei in Watt ZH, arbeitet Pascal Krebs auf dem elterlichen Hof mit 65 Milchkühen in Tierhaltergemeinschaft. Er widmet sich momentan vor allem der Sauberkeit und Ordnung. Auf Anfrage arbeitet er auch für einen Lohnunternehmer oder für andere Landwirte. Die Art der Arbeit spiele ihm keine Rolle, «ich mache alles», sagt der junge Bauer. Pascal Krebs möchte sich später zum Agrotechniker HF am Strickhof weiterbilden und mit diesem Diplom in der Tasche einmal den Betrieb zu Hause übernehmen. Doch bis dahin bleibt noch einige Zeit, die er mit guten Erlebnissen ausfüllen möchte, wie zum Beispiel Reisen und Arbeiten im Ausland. Kanada, die USA oder Neuseeland sind seine bevorzugten Länder.

Simon Müller will etwas fürs Leben lernen

Simon Müller war anfänglich nicht sonderlich motiviert, an dieser Vorausscheidung teilzunehmen. Doch der Anlass sei vom Strickhof super organisiert gewesen und plötzlich habe ihn der Ehrgeiz doch noch gepackt. «Die Qualifikation hat mich schon gefreut», gibt er zu und er ist überzeugt, dass die Teilnahme an den Swiss Skills etwas Gutes bewirken wird: «Man kann bei solchen Dingen immer etwas lernen.»

Simon Müller arbeitet seit dem Lehrabschluss auf dem elterlichen Betrieb in Uetikon am See mit 50 Milchkühen und Ackerbau. Seit kurzem pachten sie Land und Gebäude eines anderen Betriebs. Hier steht eine Menge Arbeit an, um alles so einzurichten, wie es sich Familie Müller vorstellt. In ihrer Werkstatt gibt es ohnehin immer etwas zu reparieren und zu schweissen, da sie möglichst alle Arbeiten an den Maschinen selber machen und so weitgehend auf Landmaschinenmechaniker verzichten können. Wenn noch Zeit bleibt, hilft Simon Müller einem befreundeten Gartenbauer oder bei einem Lohnunternehmer. In ferner Zukunft möchte er den Betrieb seiner Eltern übernehmen. Zuerst stehen aber andere Dinge auf dem Plan wie das Militär und Auslandreisen. Und schon kurz nach der Lehrabschlussprüfung denkt er bereits über Weiterbildung nach und sagt: «Bevor ich als Betriebsleiter einsteige, mache ich die Meisterprüfung.»

Das Melken nochmals üben

Doch für die frisch diplomierten Landwirte heisst es erst, sich auf die Swiss Skills vorzubereiten: An vier Abenden üben Lehrer vom Strickhof mit den drei Teilnehmern die verschiedenen Disziplinen. Die Pflanzen und ihre Krankheiten, Schädlinge und Nützlinge werden sie nochmals anschauen, «das ist eine schwierige Disziplin», sind sich alle drei einig. Adrian Wirth möchte das Melken noch vertiefen, weil er es auf den Mutterkuhbetrieben nicht praktizieren konnte. Auch Pascal Krebs wird das Melken üben. Denn auf dem Betrieb Frei übernimmt diese Arbeit der Roboter, so habe er im letzten Jahr keine einzige Kuh gemolken.

In Bern wollen die drei ihr Bestes geben. Schliesslich können sie auf grosse Unterstützung zählen, haben doch alle nach der Qualifikation viele Rückmeldungen via SMS, Anrufe und Postkarten bekommen, die sie sehr gefreut haben: «Mega cool!»

Text: Ursina Berger-Landolt



Zusätzliche Informationen zum Inhalt