Die Besten fahren nach Bern

15.07.2014

Zwölf Lehrabgänger der landwirtschaftlichen Schule Strickhof durften am vergangenen Samstag zur Vorausscheidung der Kantone Zürich und Schaffhausen für die Berufsmeisterschaften (SwissSkills, siehe Kasten) antreten. An sieben Posten konnten sie ihre Fertigkeiten als Landwirtin und Landwirt - nach der Lehrabschlussprüfung - nochmals unter Beweis stellen. Am erfolgreichsten gelang dies Adrian Wirth aus Oberstammheim mit 567 von 699 möglichen Punkten. Platz zwei erreichten Simon Müller aus Uetikon am See und Pascal Krebs aus Forch mit je 522 Punkten. Als Ersatzperson wurde Lukas Wittmer aus Walterswil nominiert, der mit 519 Punkten nur knapp dahinter lag.

Aufgaben in den verschiedensten Disziplinen
Der Wettbewerb war so vielfältig gestaltet wie es der Beruf Landwirt eben ist. Die zehn Landwirte und zwei Landwirtinnen mussten an einem Posten drei Kühe einfangen und anbinden, ihr Alter bestimmen und anhand verschiedener Metzgergriffen ihr Fett- und Fleischgehalt festlegen. Die Geschicklichkeit mit Maschinen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen war ebenfalls gefragt: Mit einem Traktor mussten sie mindestens fünf Sekunden lang auf einer Wippe im Gleichgewicht stehen, was nur der Hälfte der Teilnehmer gelang. Weiter mussten sie eine Ladung auf einem Wagen sichern und ihn mit einem Traktor rückwärts in einen eng bemessenen Platz einparkieren. Auch Gräser, Unkräuter sowie Nützlinge und Schädlinge galt es zu erkennen. Da heute ein Landwirt nicht nur Nahrungsmittel produziert, sondern auch vermarkten muss, war es auch Aufgabe, an einem Marktstand verschiedene Produkte möglichst attraktiv zu präsentieren. Das abschliessende Vorstellen des Marktstandes mit schlüssigen Kommentaren, sicher und redegewandt, gab fast die Hälfte der Punktzahl.

Erstes, intensives Training
«Es wäre schon cool, an den SwissSkills teilzunehmen», sagt eine Teilnehmerin während der Vorausscheidung. Doch es wäre auch zeitintensiv, gibt sie zu bedenken. Von jeder landwirtschaftlichen Schule der Schweiz können Lehrlinge an den SwissSkills teilnehmen, je nach Schüleranzahl eine bis fünf Personen. Wie die Lehrlinge ausgewählt werden, steht jeder Schule offen. Der Strickhof entschied sich für eine Vorausscheidung. «Wir wollen genau diejenigen Kandidaten nach Bern schicken, die in den gefragten Disziplinen stark sind», sagt Christoph Jenni, Marketingverantwortlicher. Zudem konnten die drei Gewinner so bereits ein erstes Mal intensiv üben. An den Vorausscheidungen durften sie aufgrund ihrer Zeugnisnoten der praktischen Lehrabschlussprüfung und Empfehlungen von Lehrmeistern teilnehmen.

Ursina Berger-Landolt



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