Düngung aktuell KW 14

31.03.2014
In diesem gut bestockten Weizenbestand (DC 30/31) sollte mit der Schossergabe noch ein wenig zugewartet werden.

In diesem gut bestockten Weizenbestand (DC 30/31) sollte mit der Schossergabe noch ein wenig zugewartet werden.

Schossergabe in Wintergetreide 2014

Bei Wintergetreide entscheiden die Bestandesdichte und der Ernährungszustand der schwächeren Triebe über den Zeitpunkt der Schossergabe. In Gebieten mit regelmässiger Vorsommertrockenheit kann es sich lohnen, die Schosser- und Abschlussgabe zusammenzufassen und in einer Gabe in Form von Harnstoff auszubringen.

Früh gesätes Wintergetreide befindet sich bereits im 1-Knotenstadium (DC 31). Winterweizennormalsaaten sowie Wintergetreidespätsaaten befinden sich noch mehrheitlich im Stadium Ende Bestockung (DC 29).

Um den stark ansteigenden N-Bedarf der Bestände decken zu können, ist es für die weitere Bestandesführung wichtig, den richtigen Zeitpunkt und die nötige N-Menge für die bevorstehende Schossergabe festzulegen.

Entscheidend für die Festlegung der Schossergabe sind Bestandesdichte und der Ernährungszustand bzw. die N-Versorgung der schwächeren Triebe. Beginnen diese aufzuhellen, ist der richtige Düngezeitpunkt erreicht. Um diesen nicht zu verpassen, müssen die Getreidebestände ab jetzt aufmerksam beobachtet werden.

Empfehlungen zu Winterweizen

Optimale Weizenbestände sollten jetzt im Beginn Schossen (DC 29/30) bis 1-Knotenstadium (DC 31) 450 bis 550 (600) kräftige Triebe/m2 aufweisen. Höhere Bestandesdichten sind möglichst zu vermeiden, da der Konkurrenzdruck um Licht, Wasser und Nährstoffe zu gross wird.  Als kräftig sind nur Triebe zu betrachten, jetzt über mindestens drei (DC 29), später vier bis fünf Blätter (DC 30/31) verfügen und Kronenwurzeln gebildet haben.

Sobald die schwächeren Bestockungstriebe heller werden, sind rund 60 - 70 kg N/ha zu verabreichen. In üppigeren Beständen mit mehr als 550 bis 600 Trieben/m2 sollte mit der N-Gabe zugewartet werden, damit überzählige Triebe sicher zurückgebildet werden, längstens bis ins 2-Knotenstadium (DC 32).

In sehr dünnen Beständen mit weniger als 400 Trieben/m2 muss die Schossergabe sofort verabreicht werden. Solche Bestände dürfen keinesfalls hungern, jeder gute Trieb zählt! Die Schossergabe ist entsprechend zu reduzieren.

Als kostengünstige Variante zur Abdeckung der Schossergabe ist der Einsatz von Harnstoff zu empfehlen. Auch Gülle kann eingesetzt werden. Um eine hohe N-Wirkung zu erzielen, sollte Gülle jedoch nur mittels Schleppschlauchverteiler bei nachfolgend feuchten Bedingungen ausgebracht werden.

In Gebieten mit regelmässiger Vorsommertrockenheit kann es sich lohnen, die Schosser- und Abschlussgabe zusammenzufassen und in einer Gabe in Form von Harnstoff auszubringen. Gegenüber der üblichen Schossergabe ist die Einsatzmenge um 30 - 40 kg/ha zu erhöhen.

Um gasförmige N-Verluste möglichst klein zu halten, ist beim Einsatz von Harnstoff unbedingt darauf zu achten, dass unmittelbar nach dem Ausbringen Regen fällt. Ist dies nicht der Fall, sollte besser Ammonsalpeter eingesetzt werden, insbesondere, wenn es sich um dünne Bestände handelt.

Empfehlungen zu Wintergerste, -roggen und -triticale

In Wintergersten-, -roggen- und -triticalebeständen gelten ähnliche Grundsätze wie bei Winterweizen. Optimale Bestände sollten jetzt rund 500 - 600 kräftige Triebe/m2 aufweisen, zweizeilige Wintergerste 700 - 1000.

Auch hier sollte die zweite N-Gabe erfolgen, wenn die überschüssigen Bestockungstriebe deutliche Reduktionsprozesse aufweisen (aufgehellte Farbe. Besonders wichtig ist dies in üppigen Beständen. In der Regel sollte aber auch hier die zweite N-Gabe spätestens im 2-Knotenstadium (DC 32) ausgebracht werden.

Im Normalfall sind bei Wintergerste und -triticale als zweite N-Gabe 50 - 60  kg/ha einzusetzen, bei Roggen 40 - 50 kg/ha. In dünnen bzw. lückigen Beständen mit weniger als 400, bei zweizeiliger Gerste weniger als 600 kräftigen Triebe/m2, sollte die Schossergabe ebenfalls reduziert werden.

Auch hier besteht die Möglichkeit, die Schosser- und die Abschlussgabe  zusammenzulegen und in einer Gabe über Harnstoff auszubringen. Gegenüber der üblichen Schossergabe ist die Einsatzmeng bei dieser Gruppe schliesslich um 20 - 30 kg/ha zu erhöhen.

Tipp. Ermitteln der Bestandesdichte: Ein Doppelmeter ganz öffnen und zu einem Rechteck zusammenklappen (Seitenlänge 40 x 60 cm). Dieses Rechteck entspricht ca. ¼ Quadratmeter. Dieser Zählrahmen im Getreidebestand auslegen und die starken Triebe im Rahmen auszählen. Die erhaltene Zahl mit 4 multipliziert, ergibt die Anzahl Triebe pro m2. Um einen zuverlässigen Durchschnittswert über das ganze Feld zu erhalten, sollten solche Auszählungen an mehreren Stellen durchgeführt werden.

 



Zusätzliche Informationen zum Inhalt