Sirup für den Direktverkauf

04.03.2014

Das Lebensmittelgesetz verlangt eine Mindesttrockenmasse bei Sirup. Bei der Sirupherstellung für den Verkauf muss deshalb genügend Zucker verwendet werden. Die richtige Deklaration des Produktes muss dem Konsumenten Auskunft geben über Inhalt, Menge, Produzent und Haltbarkeit.

 

Gesetzliche Vorgaben

In der Verordnung des EDI über alkoholfreie Getränke 817.022.111 findet man die Vorschriften zur Produktion von Sirup. Sirup ist ein dickflüssiges Erzeugnis aus Trinkwasser, Gewürzen, Kräutern, essbaren Blüten, Gemüse, Früchten sowie Aromen oder Extrakten mit Zugabe von Zuckerarten. Die Mindesttrockenmasse von Sirup darf 60 Prozent nicht unterschreiten. Die Trockenmasse setzt sich aus dem beigefügten Zucker, dem Fruchtzucker und den Mineralstoffen aus den Früchten zusammen. Da der Gehalt an Fruchtzucker und Mineralstoffen sehr gering ist und zudem schwankt, muss der grösste Teil in Form von Kristallzucker zugefügt werden. Der Fruchtsaftanteil muss ausserdem mindestens 30 Prozent betragen.

Man sollte folgende Zuckermengen verwenden:

Für Sirup aus Fruchtsaft mindestens 1,4 kg Zucker

pro Liter Fruchtsaft

Für Sirup mit Blüten- oder Blattauszügen 1,5 kg Zucker

pro Liter Wasser

 


Diese Regelung ist zum Vorteil der Produzenten, da der Zucker günstiger ist als die Früchte und der Sirup weniger schnell verdirbt. Er muss nach dem Öffnen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Kunden, die einen zuckerarmen Sirup wünschen, haben das Nachsehen. Ein solches Produkt ist im Lebensmittelgesetz leider nicht vorgesehen.

Richtige Deklaration

Die Etikette von Sirup muss laut der Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln LKV 817.022.21 folgende Angaben aufweisen:

- Die Sachbezeichnung (z. Bsp. Rhabarber-Erdbeersirup, Goldmelissensirup)
- Verzeichnis der Zutaten in mengenmässig absteigender Reihenfolge
- Zusatzstoffe mit Name (Zitronensäure) oder mit Gattung und E-Nummer
  (Säuerungsmittel E 330)
- Mengenangabe der Inhaltsstoffe, wenn in der Sachbezeichnung genannt
  (Ausnahme Goldmelisse, Holunderblüten etc., da es sich um einen Auszug handelt)
- Mindesthaltbarkeitsdatum (vom Produzenten garantiert)
- Produzentenname, Adresse und Produktionsland
- Inhalt (z. Bsp. 5 dl)
- Preis (entweder mit Preiskleber auf der Flasche oder mit Preisschild oder -liste
  gut sichtbar)

Deklarationsbeispiele:

Rhabarber-Erdbeer-Sirup

Zucker, Rhabarbersaft 25%,

Erdbeersaft 15%

5 dl

mind. haltbar bis: 31. März 2013

M. Muster, Musterweg

CH-8408 Winterthur

 

Holunderblütensirup

Zutaten: Zucker, Wasser, Säuerungsmittel (Zitronensäure), Holunderblüten

Inhalt 5 dl

mind. haltbar bis: 31. März 2013

M. Muster, Musterweg

CH-8408 Winterthur

Quelle:
Sirupherstellung für den Verkauf ab Hof (Broschüre der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Beraterinnen der Kantone AG, FR und SO)

Die Broschüre kann bei den folgenden Beratungsdiensten gegen eine Gebühr von
Fr. 5.- bezogen werden:

FR Hauswirtschaftlicher Beratungsdienst, Grangeneuve, 1725 Posieux.
      Tel. 026 305 58 00
SO BZ Wallierhof, 4533 Riedholz, Tel. 032 627 99 11
AG Landwirtschaftliches Zentrum, 5722 Gränichen, Tel. 062 855 86 55

Für Fragen im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Vermarktung von Produkten ab Hof wenden Sie sich an die Fachstelle Familie und Betrieb, Riedhofstrasse 62, 8408 Winterthur, Tel. 058 105 91 14 oder 15, E-Mail oder .

 

 



Zusätzliche Informationen zum Inhalt

Familie & Betrieb

Familie & Betrieb

Véronique Keller

Véronique Keller

Bäuerinnen & GesundheitTelefon:+41 58 105 91 14E-Mail:Infos zur Person
Liselotte Keller-Hagmann

Liselotte Keller-Hagmann

Bäuerinnen & GesundheitTelefon:+41 58 105 91 15E-Mail:Infos zur Person