Düngung aktuell KW 8

21.02.2014
Weizenbestand bereit für die Startgabe

Weizenbestand bereit für die Startgabe

Startdüngung in Getreide & Raps - Empfehlungen 2014

Bei Raps entscheidet der Entwicklungszustand und die Bestandesdichte über die Höhe der ersten N-Gabe. Bei Wintergetreide ist bei der ersten N-Gabe eher Zurückhaltung geboten.

Ein milder, schneearmer und nicht allzu nasser Winter neigt sich dem Ende entgegen, höchste Zeit, Empfehlungen über die bevorstehende Startdüngung in Wintergetreide und Raps abzugeben.

Wintergetreide – Zurückhaltung bei der ersten Gabe

Wintergersten, -roggen und –triticalebestände befinden sich weitgehend in der Bestockungsphase (EC22 - E25). Aufgrund der langen Saatperiode sind Winterweizenbestände entwicklungsmässig deutlich heterogener. Die Entwicklungsstadien reichen von 1-Blatt (EC11) bei extremen Spätsaaten bis hin zur vollen Bestockung (EC25) bei Frühsaaten.

Da es für die erste Entwicklungsphase des Getreides bis zum Schossen nicht allzu viel Stickstoff braucht und der Boden nach dem nicht allzu nassen und milden Winter erfahrungsgemäss 20-30 kg N/ha zur Verfügung stellen wird, sollte eher zurückhaltend angedüngt werden. Um den N-Bedarf der Bestockungsphase sicherzustellen, empfehlen wir Ihnen folgende Startgaben:

  • Winterweizen:  40-50 kg N/ha
  • Wintergerste:  30-40 kg N/ha
  • Wintertriticale:  30-40 kg N/ha
  • Winterroggen:  20-30 kg N/ha

In üppigen Beständen, die Gefahr laufen, zu viele, überflüssige Bestockungstriebe auszubilden, sollte eher die untere Einsatzmenge gewählt werden. Das Gleiche gilt auch bei hohem N-Nachlieferungspotential des Standortes (organische Böden,  regelmässiger Hofdüngereinsatz, Kunstwiese als Vorkultur). Auch in Hybridgerstenbeständen, die jetzt mehr als vier Bestockungstriebe pro Pflanze ausgebildet haben, sollten nicht mehr als 30 kg N/ha als Startgabe erhalten.

Um zusätzlich auch den Schwefelbedarf von 10-20 kg/ha sicherzustellen, empfehlen wir auf Risikostandorten (leichte, flachgründige, humusarme Böden, fehlende Zufuhr organischer Dünger) Einsatz vom Mg-Ammonsalpeter mit Schwefel.

In Spätsaaten oder bei Saaten unter ungünstigen Bodenbedingungen sind aufgrund des geringen Wurzelvolumens nitrathaltige Dünger reinen Ammoniumdüngern inkl. Gülle vorzuziehen. Zudem kann es empfehlenswert sein, aufgrund des beschränkten Aneignungsvermögens solcher Bestände, die Saatgabe um 10 kg/ha zu erhöhen.

Erfahrungsgemäss reicht es, die erste N-Gabe in Wintergetreide Anfang bis Mitte März auszubringen. Bei Wintergerste, die schon vielerorts gelb gefärbt ist, sollte die Startgabe bei erst bester Gelegenheit ausgebracht werden, sofern es die Standorts- und Witterungsbedingungen erlauben.

Raps – Entwicklungszustand und Bestandesdichte entscheiden über die Höhe der ersten N-Gabe

Rapsbestände sind auch dieses Frühjahr sehr unterschiedlich weit entwickelt. Sie reichen vom 6- bis zum 12 Blatt-Stadium. Üppige Bestände zeigen zum Teil Frostschäden an den Blättern und  Blattstielen, die sie im vergangenen November erlitten haben.

Ein optimaler Rapsbestand sollte jetzt ausgangs Winter 35 - 45 kräftige Pflanzen/m2 (Hybridsorten) bzw. 45 - 55 Pflanzen/m2 (Liniensorten) aufweisen. Zudem sollte jede Pflanze über 8 - 10 Blätter verfügen. 

Üppige Bestände sollten keinesfalls zu hoch, schwache Bestände hingegen nicht zu niedrig angedüngt werden.

In optimalen Beständen mit 8 – 10 Blättern/Pflanze empfehlen wir als Startgabe 50 % der zu verabreichenden Gesamt-N-Menge. Dies entspricht  70 - 80 kg N/ha.

In üppigeren Beständen mit mehr als 10 Blättern/Pflanze 40 %. Dies sind 55 – 65 N/ha. Falls die Frostschäden zu grösseren Blattverlusten geführt haben, ist der Bestand gleich zu führen wie ein optimaler Bestand.

In schwachentwickelten Beständen mit weniger als 8 Blättern/Pflanze sollte zu guter Letzt etwa 60 % der Gesamt-N-Menge als Startgabe verabreicht werden. Dies entspricht 85 – 95 kg N/ha.

Falls die optimale Bestandesdichte unterschritten wird, sind die empfohlenen N-Mengen entsprechend zu reduzieren. Bei Überschreitung der optimalen Bestandesdichte ist die N-Menge hingegen nicht zu erhöhen.

Zwei bis drei Wochen später, zu Beginn des Streckens, ist als Abschlussgabe die restliche N-Menge von 55 - 90 kg N/ha zu verabreichen.

Wie alle Jahre ist bei der Rapsdüngung auch dem hohen Schwefelbedarf Rechnung zu tragen. Auf Hochrisikostandorten (siehe Getreide) sind 50 - 60 kg S/ha einzusetzen; auf anderen Standorten dagegen reichen 20 - 40 kg. Mehr sollte wegen der Auswaschungsgefahr nicht eingesetzt werden. Um einen hohen Wirkungsgrad zu erzielen, muss Schwefel bzw. die Hauptschwefelmenge zusammen mit der ersten N-Gabe ausgebracht werden.

Als Dünger empfehlen wir Bor-Ammonsalpeter mit Schwefel (N26/S14). Damit wird  gleichzeitig auch die erforderliche Bor-Versorgung sichergestellt. Kommen keine borhaltigen N/S-Dünger zum Einsatz, kann Bor auch in einem späteren Zeitpunkt mittels einer Borspritzung verabreicht werden.

Noch bestehende Schwefeldefizite können im Zeitpunkt der Abschlussgabe entweder über Mineraldünger (Bor-Ammonsalpeter + S, Mg-Ammonsalpeter + S) oder über Gülle gedeckt werden.



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