Düngung aktuell vom 9. Mai 2012

10.05.2012
Optimales Stadium für die Kopfgabe

Optimales Stadium für die Kopfgabe

N-Düngung – Bemessung der Kopfgaben in Zuckerüben und Sonnenblumen sowie der Abschlussgabe in Getreide

Kopfgabe in Zuckerrüben –  im Normalfall 40 - 50 kg N/ha einsetzen 

Trotz Niederschlagsdefizit werden dieses Jahr in den Rübenfeldern deutlich tiefere Bodenstickstoffgehalte gemessen als 2011. Dies hauptsächlich bedingt durch den extrem kalten Februar sowie den kühlen, sonnenarmen April, welche höhere Stickstofffreisetzungen im Boden verhinderten.  

Im Durchschnitt wird in den 22 untersuchten Rübenfeldern unseres Beobachtungsnetzes ein Nmin-Gehalt von 100 kg N/ha gemessen (Median; Schwankungsbereich 42 – 177 kg N/ha; Probenahmetiefe 0 - 60 cm). Im Vergleich zum letzten Jahr und unter Berücksichtigung des aktuellen Beprobungsstadiums sind dieses Frühjahr 40 - 50 kg N/ha weniger im Boden verfügbar. Zudem wurde beobachtet, dass N-Gaben zur Saat zu keinen höheren Nmin-Gehalten im Boden führten.

Aufgrund dieser Erkenntnisse empfehle ich dieses Jahr in den meisten Fällen eine Kopfgabe von 40 - 50 kg N/ha. 

Auf flachgründigen und steinigen Böden, die eine schlechtere N-Nachlieferung aufweisen, muss die Kopfgabe um 20 kg N/ha erhöht werden.

Wer regelmässig Hofdünger einsetzt, über humusreiche oder über beste,  tiefgründige Böden verfügt, kann die Kopfgabe auf 30 kg N/ha beschränken. Falls mehr als eine dieser Voraussetzungen zutrifft, kann auf die Kopfgabe auch gänzlich verzichten.

Sofern noch keine borhaltigen Grunddünger eingesetzt wurden, empfehle ich als Kopfdünger den Einsatz von Bor-Ammonsalpeter. Bei längeren Trockenphasen während der Kulturzeit kann es immer wieder zu Engpässen in der Bor-Versorgung kommen. Um solchen Engpässen vorzubeugen, muss Bor zusätzlich in flüssiger Form über das Blatt appliziert werden. Dazu eignen sich beispielsweise Solubor (3 kg/ha) oder Bortrac (2 l/ha). Voraussetzung für eine gute Wirkung ist das ausreichende Vorhandensein von Blattmasse. Eine Blattdüngung ist auch die Alternative, falls keine Kopfgabe oder kein borhaltiger Grunddünger verabreicht wurde.

 

Sonnenblumen – Stickstoff zurückhaltend einsetzen

Um negative Auswirkungen allzu hoher N-Mengen zu vermeiden (höhere Krankheitsanfälligkeit, Standfestigkeitsprobleme, verzögerte Abreife), darf Stickstoff in dieser Kultur nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden.

Mehr als 60 N/ha sollten daher nicht verabreicht werden. Wurden bereits 30 kg N/ha zur Saat gedüngt, so sind als Kopfgabe höchstens noch 30 kg N/ha zu verabreichen. Wer regelmässig Hofdünger einsetzt oder über humusreiche bzw. über gute Böden verfügt, kann die Kopfgabe ganz weglassen.

Was die nötige Borversorgung der Kultur anbelangt, gelten die gleichen Empfehlungen wie in Zuckerrüben.

Sonnenblumen haben mit rund 55 kg/ha den höchsten Magnesiumbedarf. Wer die Magnesiumversorgung noch nicht sicherstellen konnte, sollte dies in den kommenden Wochen tun. Als Dünger eignen sich Granumag (29%) oder Kieserit (16%). Bei der Bemessung sind Bodenanalysen sowie bereits ausgebrachte magnesiumhaltige Grunddünger zu berücksichtigen.

 

Getreide – bei nächster Gelegenheit Abschlussgabe verabreichen

Gerste und Roggen befinden sich weitgehend im Ährenschieben bis Beginn Blüte (DC51 - 62),  Weizen und Triticale mehrheitlich im Fahnenblattstadium bis zum  Ährenschwellen (EC37 - 43).  

Beim Getreide ist es somit höchste Zeit, die Abschlussgabe zu verabreichen. Sobald als möglich sind noch einmal 20 - 30 kg N/ha in Form von Harnstoff auszubringen. 

 



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