Pflanzenschutz aktuell 19. April

19.04.2017
Wegen hoher Sonneneinstrahlung ist Sprenkelnekrose vereinzelt auf tieferen Blattetagen der Gerste aufgetreten

Wegen hoher Sonneneinstrahlung ist Sprenkelnekrose vereinzelt auf tieferen Blattetagen der Gerste aufgetreten

Vorsicht mit Spritzarbeiten während Frostphasen

Bei wechselhaftem Wetter das Fahnenblatt der Gerste vor Sprenkelnekrose schützen und bei ausreichender Wärme das Ährenknicken verhindern. Schneckenkontrollen auch bei tiefen Temperaturen.

 

Wintergerste

Die Gerste ist im Stadium DC33 (Dreiknoten)-37 (Fahnenblatt geschoben aber noch gerollt). Ab diesem Stadium könnte mit Ethephon-haltigen Wachstumsregulatoren (Cerone, Ethephon, Dartilon) das Ährenknicken verhindert werden. Am sinnvollsten ist aber die Kombination mit der Fungizid-Behandlung auf das voll entfaltete Fahnenblatt (DC39). Dies dürfte vielerorts im Laufe der nächsten Woche der Fall sein. Wenn es innerhalb von 4 Tagen nach der Ethephon-Behandlung nicht wüchsig ist, hat es keine Wirkung. Es wird dann besser weggelassen und allenfalls später separat gespritzt. Wichtig ist, dass im DC39 der Schutz vor Sprenkelnekrose sichergestellt wird. Diese entsteht bei wechselhaftem Wetter meist bei strahlungsintensiven Tagen nach einer Regenphase. Im Blatt entsteht dann zu viel Energie, was zum Absterben von Zellen und den schwarzen Flecken führt. Oft ist der sonst unsichtbare Ramulariapilz beteiligt, der diese Überreaktion durch seine Stoffausscheidungen begünstigt. Wirksame Fungizide (volles Kreuz im Heft Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2017 S. 10/11) dämpfen die Überreaktion. Die Wirkung gegen den Ramulariapilz ist meist ungenügend. Deshalb empfehlen wir für eine hohe Wirkungssicherheit immer den Zusatz von 1.5l Chlorothalonil. Möglichst vor oder nach der Behandlung sollte kein Nachtfrost auftreten. Wenn dies nicht sicher ist, verwenden Sie besser eine verträglichere Carboxamidmischung wie Aviator Xpro, Bell, Tolara, Pandorra, Bronco oder Adexar.

 

Schnecken

Wegen dem Kälteschock sind die Schnecken nur sehr vereinzelt aktiv, trotzdem ist bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt Vorsicht geboten. Kontrollieren Sie die Sonnenblumen, Rüben und auflaufenden Maisfelder deshalb in den kommenden Tagen. Licht und Regen lassen die Schneckenköder zerfallen. Allenfalls müssen Sie nach 2 Wochen erneut streuen. Schnecken sind besser auffindbar, wenn sie Köderfallen streuen und einen Sack auslegen. Dieser muss aber alle paar Tage verschoben werden, weil die Körner darunter schnell zu schimmeln beginnen und dann von den Schnecken gemieden werden.



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